Unterstmatt Speichersee zur Beschneiung
Fertig angelegt und befüllt ist der Wasserspeicher für die Beschneiung am Skihang Unterstmatt. Der Forstweg, der von dem Becken unterbrochen wird, soll 2019 verlegt werden. | Foto: Bernhard Margull

Wasserspeicher und Beschneiung

Unterstmatt: Große Investition für kalte Tage

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Der Winter kommt. Noch fallen die Temperaturen zwar eher sommerlich aus, aber im Höhengebiet sind die ersten Vorbereitungen auf die Zeit von Eis und Schnee schon sichtbar: Der Wasserspeicher für die Beschneiung des Skihangs Unterstmatt ist fertig – und sorgt für Unmut bei so manchem Ausflügler.

Bereits seit dem Frühjahr ende der vom Mummelsee kommende Weg vor dem Becken, die Waldstraße, die eigentlich auf einen weiteren Weg trifft, der wiederum zum Ochsenstall führt, sei „einfach abgesägt“ worden, kritisiert ein Leser. Wanderer oder Mountainbiker müssten den Skihang hinunter, um das „Biotop“, wie er sagt, zu umgehen. Skiliftbetreiber Heiko Fahrner gibt Entwarnung: Der Weg wird verlegt und soll dann als sogenannter Bypass oberhalb des Beckens vorbeiführen – bisher sei man damit einfach noch nicht fertig geworden. „Die Arbeiten beginnen im Frühjahr, der Weg ist nächstes Jahr fertig“, sagt Fahrner. Wie es aus dem Landratsamt Ortenaukreis heißt, handelt es sich allerdings um einen Forst- und keinen Wanderweg.

Arbeiten am Speicher verzögerten sich

Der Wasserspeicher für rund 350 000 Euro ist bis auf wenige Kleinigkeiten bereit für die Abnahme in dieser Woche. In der Saison 2018/19 geht die Anlage inklusive neuer Pumpstation dann in Betrieb. Das Landratsamt hatte den Bau im Oktober 2016 genehmigt, danach verzögerten sich die Arbeiten immer wieder, unter anderem aufgrund eines Wechsels des Bauunternehmens, wie Heiko Fahrner erklärt. Bisher hatte das Wasser für die Beschneiung und den durchgängigen Skiliftbetrieb nicht ausgereicht. Die neue Anlage soll leistungsfähiger sein. „Wenn es kalt genug ist – etwa minus 5 Grad – sind wir damit in zwei Tagen fahrbereit“, so Fahrner.

Teilweise künstliche Beschneiung

Künstlich beschneit wird auch an anderen Skihängen entlang der Schwarzwaldhochstraße, so auch am Seibelseckle. Dort wird Wasser aus dem Mummelsee über eine im Waldweg verlegte Leitung bezogen, 10.000 bis 12.000 Kubikmeter sind es in einem Winter. „Das Wasser wird bei uns ja nicht verbraucht, sondern der Natur in einer anderen Form wieder zugeführt“, sagt Liftbetreiber Markus Huber. Auch den Stromverbrauch sieht er als „nicht dramatisch“: Etwa 150 Kilowatt pro Stunde seien nötig.

Skilift Darmstädter Hütte nicht in Betrieb

Der Skilift Darmstädter Hütte war in der Saison 2017/18 nicht in Betrieb und wird auch in diesem Winter ruhen. Als Grund nennt Christel Trayer ein Genehmigungsverfahren für die Modernisierung der Anlage, das sich in die Länge ziehe und komplizierter sei als gedacht. Künstliche Beschneiung gebe es auf diesem Hang ohnehin nicht, schließlich liegt er mitten im Nationalpark Schwarzwald. „Wir bräuchten dafür auch so einen Speichersee“, sagt Christel Trayer – im Schutzgebiet natürlich undenkbar. Abgesehen von Gründen des Umweltschutzes sieht sie die Beschneiung von Skihängen auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht kritisch: „Man investiert viel und weiß nicht, ob man überhaupt die nötigen Kältegrade bekommt.“ Der lange und heiße Sommer hat schließlich gezeigt, dass sich das Klima wandelt.

Anlage für Familienbetrieb zu teuer

Auf künstliche Beschneiung wird auch am Skilift Ruhestein verzichtet – der Umweltaspekt spielt dabei aber keine Rolle, erklärt Josef Trayer: „Wenn es finanziell und technisch für uns möglich wäre, würde ich es machen.“ Auch hier reiche das Wasser nicht, so dass ebenfalls ein Speicher nötig wäre, und diese Investition sei zu groß. „Das sind gigantische Summen. Wir sind ein reiner Familienbetrieb, da wäre das unverantwortlich.“

Unterstmatt-Hotel
Ein anderes Unterstmatt-Projekt liegt derzeit auf Eis: das geplante neue Hotel. „Wir haben das Projekt zurückgestellt. Nicht endgültig, aber da wird sich frühestens 2020 etwas tun“, sagt Heiko Fahrner vom Schliffkopf-Hotel. Grund dafür sei die Personalsituation in der Gastronomie. Weil es sich schwierig gestalte, Mitarbeiter zu finden, stehe der vorhandene Betrieb da im Vordergrund, ehe man an ein neues Projekt denke. Auch die Form ist nicht klar: Am liebsten sei ihm ein Motel, in dem Übernachtungen mit Frühstück angeboten werden, sagt Fahrner. Andererseits seien die Möglichkeiten zur Verpflegung für Gäste in dem Gebiet überschaubar, so dass über das gastronomische Angebot noch nachgedacht werden müsse.