Vor der Schließung: Der bestehende Offenburger Schlachthof macht 2019 dicht. | Foto: slr

Landrat antwortet auf Kritik

Verdruss nach Ende der Schlachthof-Pläne in Offenburg

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Das „Aus“ für den so genannten Ortenau-Schlachthof hat ein Nachspiel. In einem dreiseitigen Schreiben setzt sich Landrat Frank Scherer jetzt mit der Kritik an seiner Behörde auseinander, die der frühere Grünen-Fraktionschef im Kreistag, Gerd Baumer, in einer Pressemitteilung formuliert hatte.
Baumer war als so genannter „Schlachthof-Pate“ im Unterausschuss des Kreistags für ländlichen Raum immer wieder mit seinen Bemühungen an die Öffentlichkeit gegangen. Als das Projekt aus finanziellen Gründen scheiterte, hatte Baumer auch die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung des Landratsamtes und namentlich des Dezernats für den Ländlichen Raum kritisiert.

„Ausreichend Information“

Zu Unrecht, wie Landrat Scherer jetzt betont. Er selbst, der Dezernent sowie der zuständige Amtsleiter hätten immer wieder für Beratung und Unterstützung zur Verfügung gestanden, so der Landrat in einem Schreiben an „Kreisrat a.D. Gerd Baumer“. Dies sei bis hin zu drei großen Besprechungsrunden im Landratsamt gegangen, in denen „ausreichend Gelegenheit zur Information und Beratung gegeben war“. Auch hier hätten „klare und zielführende Aussagen“ von Baumers Seite im Ergebnis auf sich warten lassen, schreibt Scherer. Das Landratsamt habe bereits in der ersten Besprechung deutlich gemacht, dass man das Projekt eines Ortenau-Schlachthofs „gerne beratend und begleitend unterstützen“ wolle.

Konzepte fehlten

Letztlich sei auch eine finanzielle Hilfe durch den Kreis nicht ausgeschlossen worden. Allerdings sein eine positive Entscheidung des Regierungspräsidiums für eine Landesförderung dafür unabdingbare Voraussetzung gewesen. Außerdem habe das Landratsamt auf die Notwendigkeit „einer nachvollziehbaren Bedarfsanalyse, eines Betreiberkonzepts und einer validen Wirtschaftlichkeitsberechnung“ hingewiesen.
Weder Baumer noch die Initiatoren des Projekts hätten die erforderlichen Voraussetzungen bislang darlegen können, so Scherer in seinem gestern veröffentlichten Brief weiter: „Erst danach hätte sich überhaupt die Frage einer etwaigen Förderung durch den Ortenaukreis stellen können“.

Finanzierung steht nicht

Auch nach mehr als zwei Jahren lägen weder dem Landratsamt noch dem Regierungspräsidium trotz mehrfacher Aufforderungen noch immer keine hinreichend substanziellen Unterlagen vor. „Nachvollziehbare Absichtserklärungen und Planungen auf Grundlage pauschaler Kostensätze reichen bei solchen Vorhaben in einem sehr schwierigen Marktumfeld nicht aus“. So sei es nicht verwunderlich, dass der überwiegende Teil des Vorhabens bis heute nicht finanziert sei.