Feierliche Enthüllung: Die Acherner Künstlerin Alina Atlantis stellte ihre „Vision Europa“ vor. Das zehn mal vier Meter große Monumentalwerk will sie zum Leitbild des europäischen Kontinents machen. | Foto: Roland Spether

Acherner Künstlerin

„Vision“ als Leitbild für den europäischen Kontinent

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Es ist ein wahrhaft flammendes Bekenntnis zu Europa. Das zehn mal vier Meter große Monumentalwerk von Alina Atlantis soll zum Leitbild des ganzen Kontinents werden – das und nicht weniger ist der Anspruch der Acherner Künstlerin an sich und ihr ehrgeiziges Projekt. Zahlreiche Gäste erlebten am Vorabend des 70. Grundgesetz-Geburtstags und wenige Tage vor der Europawahl die feierliche Enthüllung im ehemaligen Josefshaus, das in den vergangenen Monaten zum Atelier der Künstlerin geworden ist.

Ich male keine Bilder, ich erfinde Realität

Gemäß ihrem Credo – „ich male keine Bilder, ich erfinde Realität“ – hat Alina Atlantis ihre Vision von einem facettenreichen Europa geschaffen, das sich auf seine gemeinsame Geschichte besinnt und durch seine kulturelle Vielfalt besticht. Wobei sich Alina Atlantis ganz bewusst nicht allein auf die Länder der Europäischen Union bezieht: So bilden die Flaggen und Symbole von 51 Ländern und Regionen einen flammenden Kreis um die Göttin Europa mit ihren Flügeln in weiß und schwarz.

 

Emotionaler Moment

Die multimedial angelegte Präsentation des Kunstwerks, von den Gästen mit Ovationen begleitet und per Livechat in alle Welt übertragen, wurde für die Künstlerin zu einem höchst emotionalen Moment: „Wie ein Kind, das man loslässt.“ Begleitet von einer Dokumentation des Filmemachers Frank König, internationalen Liedern des von Willi Kammerer geleiteten Gamshurster Projektchors „achorat“ und geprägt von kulinarischen Köstlichkeiten aus elf europäischen Ländern, wurde die Enthüllung der „Vision Europa“ tatsächlich zu einem nicht nur für Achern außergewöhnlichen Ereignis.

„In den Herzen aller Europäer verankern“

Das unterstrichen auch Oberbürgermeister Klaus Muttach und Landtagsabgeordneter Willi Stächele in ihren Grußworten. Sie nutzten die Gelegenheit und beschworen die europäische Einheit, die es gegen politische Strömungen zu verteidigen gelte, die sich gegen die gemeinsamen Werte richten. Gleichzeitig lobten sie die Hartnäckigkeit, mit der Alina Atlantis ihr Projekt vorantreibt. „Ich will die Vision Europas sichtbar machen und sie nachhaltig in den Herzen aller Europäer verankern“, griff die Künstlerin den Ball auf. „Dann kann es klappen mit Frieden, Sicherheit und Orientierung“.

Leitbild für ganz Europa

Die in Cottbus aufgewachsene Künstlerin weiß, was Unfreiheit bedeutet. Und sie hat festgestellt, dass es bislang so etwas wie ein europäisches Leitbild nicht gab – das war die Motivation für ihr Projekt, dass sie mit Hilfe ihres Mannes Bernhard Jörger und mit Unterstützung zahlreicher Sponsoren auf den Weg gebracht hat.

Glücksbringer: Einen „Stern“ gab es von Alina Atlantis für Oberbürgermeister Klaus Muttach und den Landtagsabgeordneten Willi Stächele. | Foto: Roland Spether

„Keine Vision für das Museum“

Dieser Weg ist freilich noch lange nicht zu Ende. Begleitet von einem noch namenlosen Maskottchen („ein Stern der laufen kann“), soll das Bild durch Europa auf die große Reise gehen, mit einer Bühnenshow und anderen Künstlern. „Das ist keine Vision für das Museum – sie soll sich vielmehr wie ein Lauffeuer verbreiten“, so der große Wunsch von Alina Atlantis.