Bühler Sterngucker planen Sternwarte auf dem Gelände der Anima-Tierwelt
Mit einem Modell auf dem Anima-Gelände zeigt Jürgen Schulten, wo die Sternwarte gebaut werden soll. | Foto: Bernhard Margull

Sternwarte geplant

Vom Sasbachwaldener Breitenbrunnen bis in ferne Galaxien

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Galaktische Nebel am Nachthimmel, leuchtende Sternhaufen und sogar weit entfernte Galaxien – all das sollen Besucher zukünftig in Sasbachwalden selbst sehen können: Die Bühler Sterngucker planen auf dem Gelände der Anima Tierwelt eine Sternwarte.

Der vorgesehene Standort am Breitenbunnen eignet sich für den Blick durchs Teleskop besonders gut, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Schulten: „Durch die leichte Kessellage gibt es dort sehr wenig Streulicht.“ Bis es soweit ist, steht noch viel Arbeit für den Verein an, der den Großteil der Bauarbeiten in Eigenleistung stemmen wird. Was noch fehlt, ist die Unterschrift unter der Vereinbarung mit der Tierwelt, sagt Schulten: „Mündlich sind wir uns aber völlig einig. Wir wollen im Frühjahr so bald wie möglich anfangen.“ Wann die Sternwarte schließlich genutzt werden kann, ist noch nicht klar; der Verein peilt die Fertigstellung im Sommer dieses Jahres an.

Kuppel mit drei Metern Durchmesser geplant

Die Idee, eine Sternwarte zu bauen, haben die Sterngucker schon seit der Gründung ihres Vereins vor rund zehn Jahren. Ursprünglicher Wunschstandort war auf dem Gipfel der Hornisgrinde, was aber vor allem aufgrund von viel zu hohen Kosten nicht möglich war, wie Schulten berichtet. Mit dem Beginn der Planungen für die Anima Tierwelt bot sich jedoch eine Alternative: Über den damaligen Sasbachwaldener Bürgermeister Valentin Doll gingen Verein und Anima aufeinander zu und waren sich bald einig. So mieten die Sterngucker auf dem Tierwelt-Gelände eine etwa 50 bis 60 Quadratmeter große Fläche, auf der die Sternwarte entstehen soll, deren Kuppel einen Durchmesser von drei Metern haben wird.

Astrograf kann Himmelserscheinungen festhalten

Dazu kommt eine Hütte von vier mal vier Metern Fläche, zudem sind auf dem Weg transportable Teleskope denkbar. Auch für eine mögliche zweite Kuppel in der Zukunft ist ausreichend Platz vorhanden. Außerdem baut der Verein für die Sternwarte einen Astrografen, also ein Teleskop mit einer Kamera am Ende und einem 16 Zoll großen Spiegel. Damit können die Erscheinungen am Nachthimmel fotografiert werden. Der Standort auf dem Tierwelt-Gelände bringt nach Schultens Ansicht nicht nur für den Blick in die Sterne Vorteile: „Durch die Einzäunung wird die Sternwarte auch vor Vandalismus geschützt“, sagt der Vorsitzende.

Sternwarte als Großprojekt für den Verein

„Unsere ursprünglich noch größeren Pläne haben wir aus Kostengründen zurückgefahren“, erklärt Jürgen Schulten, der keine konkreten Zahlen nennen will. Nur so viel: „Wir haben eine große Spende von einem Mitglied bekommen und machen sehr viel in Eigenleistung, ohne könnten wir das nicht stemmen.“ Somit steht für den momentan 32 Mitglieder zählenden Verein ein großes Projekt an. Wie dann später, wenn die Sternwarte fertig ist, einmal das Rahmenprogramm aussehen wird, müsse man noch sehen, so Schulten: „Wir haben schon Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Schwarzwald angeboten, zum Beispiel am Schliffkopf, und hatten guten Zulauf.“ Den erhoffen sich die Sterngucker auch, wenn es in Zukunft Angebote gemeinsam mit der Tierwelt geben soll.