Die Liebe zur Musik wurde ihr in die Wiege gelegt. Elena Wagner-Gromova hat sich in der Region als Pianistin schnell einen Namen gemacht. | Foto: Richard Endres

Pianistin Elena Wagner-Gromova

Von Moskau über London nach Kappelrodeck

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Von Sandra Neuburger

Elena Wagner-Gromova – für die meisten Klavierliebhaber in Mittelbaden dürfte dieser Name inzwischen ein Begriff sein. Mit ihrem besonderen Stil, der Temperament, Eleganz und filigrane Technik offenbart, hat sie schon viele Zuhörer begeistert. Unter anderem war die gebürtige Moskauerin in Achern bei der Abschluss-Gedenkveranstaltung der Reihe „175 Jahre Illenau“ am Piano zu sehen.

Improvisation für die Illenau-Doku

An diesem Abend gab sie neben Stücken von Brahms und Chopin auch jenes Stück zum Besten, das sie eigens für die Untermalung des Illenau-Films interpretiert hat. „Das musikalische Thema wurde mir vorgegeben und ich habe für den Film eine Improvisation gespielt“, erzählt die 44-Jährige.

Leider bin ich eine Perfektionistin

Was hier so locker klingt, ist in Wirklichkeit harte Arbeit. „Solostücke kosten wahnsinnig viel Zeit und das kann dann schon mal bis elf Uhr abends gehen, da ich an jeder Note arbeiten muss. Leider bin ich eine Perfektionistin“, beschreibt sie sich selbst. Und außerdem ist sie eine Powerfrau, ein wahres Energiebündel von Kindesbeinen an.

Im „Moskauer Rhythmus“

„In Moskau hat das Leben eine andere Geschwindigkeit. Wie viele Großstädte hat Moskau mehr Hektik und Dynamik.“ Und dieser innere „Moskauer Rhythmus“, wie sie es nennt, beeinflusst ihr Leben in Kappelrodeck, wo sie mit ihrem Mann und ihren Kindern seit einigen Jahren wohnt, bis heute. Die Pianistin verfolgt stets viele unterschiedliche musikalische Projekte. Auftritte bei Benefizkonzerten für krebskranke Kinder sind für sie dabei Ehrensache.

Unterstützung durch Rudolf Heidler

Im Herbst wird sie als Solistin mit der Stadtkapelle Kenzingen unter der Leitung von Rudolf Heidler das „Warschauer Konzert“ darbieten. Rudolf Heidler, Stadtmusikdirektor und Schulleiter der Musik- und Kunstschule Achern-Oberkirch, unterstützte die Pianistin von Anfang an – er war es auch, der sie durch gemeinsame Auftritte für die Jazzmusik begeistern konnte.

Jetzt auch noch Orgel

Zurzeit erlernt Elena Wagner-Gromova das Orgelspiel bei der Erzdiözese Freiburg. Die Frage nach dem Zeitmanagement liegt dabei nahe. „Ich denke, ich bin einfach gut organisiert. Um Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen, ist für mich auch zu Hause die ganze Woche zeitlich durchgeplant.“

Zum Glück habe ich viel Energie

Und das muss sie auch sein, denn Elena Wagner-Gromova ist gefragt. Sie arbeitet bei der Musikschule Achern und tritt zusätzlich bei Konzerten auf. Zuhause übt sie seit einigen Jahren täglich mit ihren beiden Töchtern Klavier, von denen eine seit Kurzem noch das Geigenspiel erlernt. „Zum Glück habe ich viel Energie“, lacht sie.

Fünf Jahre Klavier studiert

Als Kind besuchte die Pianistin eine Hochbegabtenschule in Moskau und studierte an der Elitemusikhochschule „Gnessin-Institut-Moskau“ fünf Jahre lang Klavier. Und weil es in den 90er Jahren schwer war von der Musik zu leben, absolvierte sie noch ein Studium im Management-Bereich und hängte einen Master of Business Administration (MBA) dran.

Liebe auf den ersten Blick

Dann kam die Liebe ins Spiel. Während sie sich beruflich in London befand, lernte sie ihren heutigen Mann kennen. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, sagt sie. Einige Zeit später zog sie zu ihm nach Offenburg. Und wie kam sie nach Kappelrodeck? „Wir suchten einen Bauplatz in der Region und stießen dabei auf das Neubaugebiet hier. Es war wunderschön, das Schloss und diese Berge …“

Chopin ist ihr Lieblingskomponist

Auf die Frage nach ihrem Lieblingskomponisten antwortet sie ohne Zögern: „Chopin. Dafür brauchst du eine feinfühlige Seele. Chopin ist gleichzeitig Eleganz und Tiefgründigkeit.“ Sie beschreibt seine Musik als „Juwel“, das man in den Fingerspitzen fühlen muss. Die Liebe zur Musik bringt sie von Haus aus mit. Bereits ihre Mutter studierte an der Musikhochschule und der Großvater war Operndirigent. „Bei uns zu Hause gab es schon immer von morgens bis abends Musik. Wenn heute meine Kinder mit ihren Klängen unser Haus erfüllen, muss ich immer wieder lächeln.“