Vom „Grenzstüble“ am Ruhestein ist nach dem Brand nur noch eine Ruine übriggeblieben. Ursache für das Feuer war ein technischer Defekt. | Foto: Hilmar Walter

Nach Brand im „Grenzstüble“

Vor den Trümmern der Existenz

 

Von Hilmar Walter
Das „Grenzstüble am Ruhestein“ in Seebach war weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt als Ort der Gastlichkeit, Fröhlichkeit und Gemütlichkeit. Umso mehr bedauern es die vielen treuen Gäste aus nah und fern, dass das Grenzstüble des Hüttenwirts Heini Stern am Abend des 29. November 2016 durch ein verheerendes Feuer völlig zerstört wurde. Heini Stern, der an diesem Abend nicht zu Hause war, stand bei der Heimkehr vor den Trümmern seiner Existenz, die er sich jahrelang aufgebaut hat. Ihm blieb nur noch, was er auf dem Leibe trug. Auch seine Handharmonika, mit der er seine Gäste immer musikalisch unterhielt und damit eine einmalige Atmosphäre schuf, wurde ein Raub der Flammen.

Technischer Defekt als Brandursache

Als Brandursache, so Heini Stern gegenüber dem ABB, wurde ein technischer Defekt festgestellt. Nach dieser Feststellung erhielt er auch relativ schnell eine verbindliche Zusage zum bestehenden Versicherungsschutz. Rückblickend sprach er den Feuerwehren aus Baiersbronn, Mitteltal, Obertal, Seebach und Ottenhöfen einen großen Dank für den schnellen Einsatz aus, ebenso den Rettungskräften der Bergwacht Obertal und des DRK Baiersbronn. Zusammen mit seiner Tochter Martina, die ihn in dieser schweren Zeit begleitet und unterstützt, bedankten sie sich auch bei Bürgermeister Reinhard Schmälzle für die fürsorgliche Betreuung und bei allen, die ihnen in dieser schweren Zeit zur Seite standen. Besonders bedanken sie sich bei Maggie und Martin Votteler von den „Kaminstub’n“ am Wolfsbrunnen in Seebach, die ihnen spontan eine Wohnung zur Verfügung gestellt habe.

Noch keine Entscheidung getroffen

Die Frage, wie es weitergeht, kann Heini Stern zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Die Zeit nach der Brandkatastrophe war für ihn so voller Hektik, dass er noch nicht die Zeit und Muse fand, über so eine wichtige Entscheidung nachzudenken. Stern hofft, dass er über die Feiertage, die er in Ruhe mit seiner Tochter verbringen will, die Kraft findet, über die Zukunft nachzudenken, um dann eines Tages eine gute Entscheidung zu treffen.

Gäste mit Musik unterhalten

Heini Stern, 1942 in Seebach geboren, zog 1953 mit seiner Familie nach Obertal, wo er nach einer Schreinerlehre und anschließender Gesellenzeit 1965 die Meisterprüfung im Schreinerhandwerk ablegte. Schon früh hatte er seinen Hang zum Gastronomen und Entertainer erkannt. So war er in den 70er Jahren mit der Unterhaltungskapelle „Stern-Trio“ unterwegs und hat bei vielen festlichen Anlässen die Gäste mit seiner flotten Musik auf der Handharmonika unterhalten.

Mit Kiosk hat alles begonnen

Im Jahr 1973 begann Heini am Ruhestein tagsüber mit einem kleinen Kiosk, den er 1985 in eine urige, gemütliche Gaststätte umbaute, die er dann „Grenzstüble“ nannte, weil sie unmittelbar an der Grenze zwischen Baden und Württemberg lag. Beliebt und gut besucht waren immer die Sonntagnachmittage, wenn Heini in seinem „Grenzstüble“ die Gäste mit seiner Handharmonika unterhielt.