Wenig winterlich sieht es derzeit auf den Skihängen entlang der Schwarzwaldhochstraße aus. Der Schnee aus den Kanonen, hier einige Reste am Hundseck, reicht für den Skibetrieb noch lange nicht aus. Lediglich am Seibelseckle ist eine Hälfte der Piste präpariert. | Foto: Roland Spether

Lift läuft nur am Seibelseckle

Warten auf den Schnee

Die Aussichten für Wintersportler im Höhengebiet bleiben auch über das Silvester-Wochenende eher durchwachsen. Mit Ausnahme vom Seibelseckle, wo ausschließlich Kunstschnee liegt, ruhen die Lifte. Im neuen Jahr ist Besserung in Sicht.

Schneekanonen laufen seit Wochen

Auf ihre Kosten kommen Wintersportler derzeit nur auf dem Seibelseckle. Seit Wochen laufen dort die Schneekanonen, wann immer es die Temperaturen hergeben. Wärmer als minus drei Grad darf es dafür nicht sein. Der Osthang ist beschneit, dort liegen 30 Zentimeter. Die Schneequalität ist laut Betreiber – Stand gestern – „sehr gut“. Da die fünf Kanonen bei stabilen Minusgraden auch tagsüber laufen, sollten Wintersportler unbedingt eine Skibrille mitbringen. Markus Huber von der Waldgenossenschaft Seebach, die den Lift am Seibelseckle betreibt, ist mit dem bisherigen Verlauf des Winters – und den vergangenen Tagen – zufrieden: „Vor allem am Mittwoch war sehr viel los“, sagt er. Die Menschen seien angesichts milder Temperaturen und grüner Landschaft zwar noch nicht wirklich in winterlicher Stimmung, die nackten Zahlen lesen sich dennoch positiv. Bislang kommt man am Seibelseckle auf 22 Lifttage. Zum Vergleich: In der Vorsaison waren es bis Mitte Januar nur drei.

„Gegen das Wetter kann man nichts machen“

Ein wenig neidisch blickt man am Mehliskopf auf die Kollegen im Süden. „Am Seibelseckle haben sie ihre Hausaufgaben gemacht“, sagt der dortige Liftbetreiber Udo Schmöger anerkennend. Gleichwohl: Das Seibelseckle liegt deutlich höher als der Mehliskopf, die Bedingungen zur Beschneiung sind dort deshalb besser. Mit 900 Metern hat man in Sand zwar den längsten Skihang im Nordschwarzwald, das bedeutet aber auch, dass sich bei mildem Wetter die Beschneiung gerade im unteren Drittel schwierig gestaltet. „Gegen das Wetter kann man nun mal nichts machen“, sagt Schmöger. Ist es zu warm, stehen die Schneekanonen still. Gestern mussten sie um 10 Uhr abgeschaltet werden.

Keine Chance auf weißes Silvester

Bislang liefen die Lifte am Mehliskopf nur an zwei Wochenenden, 132 Betriebstage wie in der Saison 2008/09 scheinen unerreichbar. „In der kommenden Woche soll es kälter werden und schneien“, blickt Schmöger voraus: „Wir hoffen, dass es reicht.“

Keine Chance auf ein weißes Silvester auch am Hundseck – das machte auch der Blick in die Webcam deutlich. Kleinere (Kunst-)Schneefelder werden vom umliegenden Grün dominiert. Zwar lief die Beschneiung noch, eine geschlossene Schneedecke ist an diesem Wochenende wohl aber noch nicht drin.

Zu wenig Wasser für Beschneiung

Am Hundseck hoffen die Betreiber deshalb auf den kommenden Monat – wie auch Heiko Fahrner am Unterstmatt. Den plagt neben dem natürlichen Schneemangel ein weiteres Problem: „Wir haben zu wenig Wasser.“ Die Beschneiung hat man deshalb gestern wieder eingestellt. Die Anlage eines weiteren Sees ist in Planung (der ABB berichtete mehrfach), für diesen Winter hilft das aber noch nicht. Wann der Betrieb startet, könne man derzeit nicht sagen, so Fahrner. „Am Dienstag soll es bei leichten Minusgraden schneien“, meint er mit Blick auf die Wettervorhersage, die er derzeit täglich studiert. „Am liebsten wäre mir ein nasser Schnee, der über Nacht fest wird.“ 40 Prozent des Saisonumsatzes habe man über die Feiertage bereits verloren. „Jetzt hoffen wir auf Fastnacht“, sagt Fahrner.

Hoffnung auf Fastnacht

Die Hoffnung lebt auch noch am Ruhestein. „Die Saison ist noch nicht verloren“, betont Junior-Chef Daniel Trayer. Bislang habe man lediglich drei Lifttage zu verzeichnen, Mitte Januar, so seine Prognose, dürfte es aber besser werden. Die Krux am Ruhestein: Die Familie Trayer hat keine Schneekanonen. Daran soll sich auch nichts ändern: Weil man zuerst einen See zur Wasserzufuhr anlegen müsste, sei dies zu kostspielig. So bleibt man bei der bewährten Praxis: Sobald es schneit, wird zusätzlich Schnee vom Parkplatz auf die Piste gebracht und dort präpariert. „15 bis 20 Zentimeter sind dafür mindestens notwendig“, sagt Trayer. In der kommenden Woche dürfte es daher noch nicht ganz reichen.

Kein Betrieb an Darmstädter Hütte

Definitiv still steht in dieser Saison der Lift an der Darmstädter Hütte. Weil kurzfristig Reparaturarbeiten erforderlich wurden, hat man dort keinen TÜV erhalten. In der kommenden Saison will man den Betrieb wieder aufnehmen.