Unterstmatt
Quer über diese Wiese sollte der neue Weg angelegt sein und um den Wasserspeicher herumführen. Der vorhandene Forstweg vom Mummelsee kommend parallel zur Schwarzwaldhochstraße endet vor dem Reservoir (links). Das – und auch die Optik der Anlage – verärgert manchen Besucher im Höhengebiet. | Foto: Bernhard Margull

„Ende Gelände“

Weg „abgesägt“: Kritik an fehlender „Umleitung“ beim Wasserspeicher Unterstmatt

Anzeige

Plötzlich ist wortwörtlich „Ende Gelände“: Der für die Beschneiung des Skihangs Unterstmatt im vergangenen Jahr angelegte Wasserspeicher sorgt weiter für Verdruss bei manchem Besucher im Höhengebiet.

Mit dem Mountainbike sei er auf Waldstraßen von Hundseck zum Ruhestein geradelt, berichtet ein Leser, der sich an den Acher- und Bühler Bote gewandt hat. Auf dem Rückweg habe er feststellen müssen: Den Weg, der durch den Speichersee abgeschnitten wurde und der hätte umgelegt werden sollen, gibt es auch heute noch nicht. Stattdessen müsse über den Skihang hinuntergefahren oder -gelaufen werden. Mittlerweile sei es jetzt schon Sommer, „und da ist immer noch nichts passiert“, bemängelt er weiter.

Arbeiten verzögern sich weiter

Skiliftbetreiber Heiko Fahrner war für ein ABB-Gespräch nicht zu erreichen, kündigt aber die Fertigstellung für Frühsommer 2020 an. Die Kritik hat eine inzwischen schon längere Vorgeschichte: Bereits seit dem Frühjahr 2018 ende der vom Mummelsee kommende Forstweg vor dem Becken, hatte derselbe Leser bereits im Oktober des vergangenen Jahres kritisiert; die Waldstraße, die eigentlich auf einen weiteren Weg trifft, der wiederum zum Ochsenstall führt, sei einfach „abgesägt“ worden.

Landratsamt drängt auf Erledigung

„Die Arbeiten beginnen im Frühjahr“, hatte Skiliftbetreiber Heiko Fahrner im Oktober daraufhin auf ABB-Anfrage gesagt und versprochen, dass der Weg bis 2019 fertig sein solle, das habe man zuvor einfach nicht geschafft. Das ist auch bis jetzt noch nicht geschehen. „Der Weg ist tatsächlich noch nicht angelegt – wir werden darauf drängen, dass der Bauherr das jetzt erledigt“, sagt Kai Hockenjos, Sprecher des Landratsamts Ortenaukreis. „Das war Teil der Baugenehmigung und muss jetzt gemacht werden.“

Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen

Der Weg vom Mummelsee kommend parallel zur B500 endet vor dem Speichersee: „Die Menschen nehmen dann wohl den Trampelpfad an dem Reservoir vorbei“, vermutet Hockenjos. Der geplante neue Weg soll östlich vom bisherigen zu einem oberen Weg führen, auf dem man um den Wasserspeicher herum und bis hinter das ehemalige Höhenhotel gelangt. Auch Ausgleichsmaßnahmen seien für das Speichersee-Projekt vorgesehen. Angaben, um was es sich konkret handelt, machte das Landratsamt nicht.

Wechsel des Bauunternehmens

Das Reservoir inklusive neuer Pumpanlage für rund 350 000 Euro war nötig geworden, weil das Wasser für die Beschneiung und einen durchgängigen Skiliftbetrieb nicht mehr ausgereicht hatte. Das Projekt war 2016 genehmigt worden und hatte sich danach im Bau immer wieder verzögert, was Heiko Fahrner unter anderem mit einem Wechsel des Bauunternehmens begründete. Zur Wintersportsaison 2018/19 war die Anlage fertig geworden.

Auch Hotel-Projekt bis 2020 auf Eis

Auch ein weiteres Unterstmatt-Projekt hatte Fahrner – wie berichtet – 2018 auf Eis gelegt: ein neues Hotel. Diese Pläne waren vorerst an der schwierigen Personalsituation im Gastronomiebereich gescheitert und sollen „frühestens 2020“ wieder in Angriff genommen werden.