Vorbild Baden-Baden: Eine Wegebahn wie in der Kurstadt (siehe Foto) könnte schon bald durch Sasbachwalden fahren. | Foto: Beatrix Ottmüller

Neue Idee in Sasbachwalden

Wegebahn soll Tourismus stärken

Der Förderverein Sasbachwalden will im Blumen- und Weindorf eine Wegebahn realisieren. Sie soll Ausflügler künftig vom Kernort ins Höhengebiet bringen. Wie Vereinsmitglied Rudolf Bauer gegenüber dem ABB erklärte, sind Haltestellen am Alde Gott, am Kurhaus, an beiden Enden der Gaishöll-Schlucht, am Bischenberg, auf der Brandmatt (Grüner Baum) und am Breitenbrunnen vorgesehen. Die Endstation wäre am SWR-Turm auf der Hornisgrinde. Bis dorthin will der Bikesportverein Sasbachwalden den bestehenden und stark frequentierten Schwarzwaldtrail für Mountainbiker erweitern. Derzeit liegt dem Verein eine Baugenehmigung bis zur B 500 vor.

Wegebahn als Angebot für Mountainbiker

„Bislang bleiben viele Touristen im Ortskern und die Höhengastronomie hängt in der Luft“, moniert Rudolf Bauer: „Das wollen wir ändern.“ Nach dem Vorbild Baden-Badens und Freudenstadts könnten Besucher die Wegebahn nutzen, um den gesamten Ort zu erkunden und bei Bedarf, etwa zur Einkehr, aus- und wieder zusteigen. Die gesamte Rundfahrt bis zur Hornisgrinde und zurück soll eine Stunde dauern. Mit dem noch in der Planung befindlichen Angebot wolle man neben Wanderern vor allem Mountainbiker ansprechen, erklärt Bauer: „Für sie gibt es derzeit nur an Wochenenden einen Shuttle-Service.“ Die Wegebahn soll deshalb auch unter der Woche fahren, fünf- bis siebenmal täglich.

Schwarzwaldtrail wird ausgebaut

Der Einstieg zum Schwarzwaldtrail befindet sich aktuell noch an der Haltestelle Grashöhe auf der Brandmatt, der Ausbau in Richtung B 500 aber läuft bereits. Nach Auskunft von Volker Hirsch, Vorsitzender von Bikesport Sasbachwalden, ist die Strecke schon bis zum Breitenbrunnen modelliert, im Herbst soll das neue Teilstück ab der Schwarzwaldhochstraße eröffnet werden.

Rasant bergab geht es auf dem Schwarzwaldtrail in Sasbachwalden. Er soll in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden.
Rasant bergab geht es auf dem Schwarzwaldtrail in Sasbachwalden. Er soll in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden. | Foto: privat

Doch die Streckenbauer wollen noch höher hinaus: „Die Projektierung bis zum Hornisgrinde-Gipfel steht“, sagt Hirsch, eine Genehmigung für den letzten Abschnitt liege aber noch nicht vor. Zunächst müsse die Naturverträglichkeit geprüft werden.

Großer Andrang an Wochenenden

Die Wegebahn, die aus einer Zugmaschine und zwei Anhängern mit einer Gesamtkapazität von gut 50 Plätzen bestehen könnte, hält Hirsch für eine gute Idee. „Schon jetzt kommen an Wochenenden bis zu 600 Mountainbiker nach Sasbachwalden“, sagt er. Am Spinnerhof, ergänzt Rudolf Bauer, tobe bei gutem Wetter oft das Verkehrschaos. Hier wolle man eine „deutliche Entlastung“ erreichen.

Finanzierung noch ungeklärt

„Für den Betrieb haben wir ein Busunternehmen gefunden“, so Bauer und was die Genehmigungen angehe, gebe es erste „positive Signale aus dem Landratsamt“. Auch hier geht es unter anderem um den sensiblen Streckenabschnitt zwischen der B 500 und dem Hornisgrinde-Gipfel (Steinweg). Derzeit diskutiere man über ein Finanzierungsmodell, erklärt Bauer, denkbar sei die Gründung einer Genossenschaft. Zeitnah wolle man einen Leader-Antrag stellen, um Fördergelder über das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum zu erhalten. Auch ein Namenssponsoring wie bei der Mountainbike-Strecke, die offiziell „Alpirsbacher Schwarzwaldtrail“ heißt, sei eine Option. „Die Wagen könnte man optisch entsprechend gestalten“, sagt Bauer, der sie sich, passend zum Weindorf, auch als rollende Weinfässer vorstellen kann.

Parkplätze beim Alde Gott

Die Winzergenossenschaft habe bereits Interesse an dem Projekt gezeigt. Rund um deren Sitz in der Talstraße könnten Passagiere künftig parken. Neben dem Fremdenverkehr („Wir wollen auch den Übernachtungstourismus stärken“) gebe es viele Anlässe, an denen die Wegebahn zum Einsatz kommen könnte, etwa Hochzeiten oder große Geburtstagsfeiern. Einen Zeitplan für deren Realisierung gibt es laut Bauer nicht: „Ob und wann die Bahn kommt, lässt sich noch nicht sagen.“