Natur hautnah erleben sollen Besucher des Schwarzwälder Nationalparks künftige über einen Skywalk. Gerhard Habermann zeigt Staatssekretärin Gisela Splett bei einer Baustellenbesichtigung von wo aus dieser in den angrenzenden Tannen-und Fichtenwald führen wird. | Foto: Scheu

Schwarzwald

Bau des Besucherzentrums Nationalpark „gut in der Zeit“

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Von einem Baugerüst umgeben und voller Pfützen, lässt an diesem Ort bisher nichts an die Gemütlichkeit eines Filmabends denken. „Hier entstehen die Räumlichkeiten des Kinos“, erklärt Gerhard Habermann von Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg bei einer Führung über die Baustelle des neuen Besucher-Informationszentrums im Nationalpark am Ruhestein.

Neben einem Kino entstehen auf den 3 400 Quadratmetern Nutzungsfläche zudem Ausstellungsräume, Gastronomie und Büroarbeitsplätze. Ein Skywalk soll vom Foyer aus in den Baumkronenbereich führen und den Besuchern einen Blick in den Tannen-und Fichtenwalde ermöglichen.

90 Prozent des Holzes aus heimischen Beständen

„Wir wollen zeigen, was mit Holz möglich ist“, erklärt Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium Baden-Württemberg. Das Besucher- und Informationszentrum entstehe darum überwiegend aus Holz. „Etwa 90 Prozent stammt aus heimischen Beständen“, führt sie aus und betont zugleich die komplexe Geometrie des Gebäudes. Das künftige Besucherzentrum entsteht aus übereinanderliegenden Riegeln, die später einmal an Baumstämme erinnern sollen.

Herausforderung in 900 Meter Höhe

„Wir sind hier auf 900 Meter Höhe, entsprechend sind die Wetterbedingungen“, nennt die Staatssekretärin eine weitere Herausforderung bei diesem Bauvorhaben. Der Wintereinbruch im vergangenen Jahr habe hierbei „ordentlich dazwischengefunkt“, gibt Splett zu bedenken und ergänzt: „Die dadurch entstandene Verzögerung konnte jedoch aufgefangen werden.“

Bis Herbst 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen und das Besucherzentrum eröffnet werden können. | Foto: Uli Deck

Rohbauarbeiten sind abgeschlossen

Die Rohbauarbeiten für das Besucherzentrum sind mittlerweile abgeschlossen. Aktuell werden die großen Fachwerkträger für die oberen Riegel moniert, noch in diesem Jahr soll der erste Teil auf der Westseite fertiggestellt werden. „Wir sind gut in der Zeit“, erklärt Bauleiter Monir Elmir und verweist auf die Schwierigkeiten, die mit der Lage des Bauplatzes einhergehen. „Es ist kompliziert im Hang zu bauen“, so der Bauleiter. Für Kräne haben erst einmal Fundamente gebaut werden müssen. „Zudem hatten wir jede Menge Aushub, der erst einmal beprobt wurde – dadurch hatten wir deutlich weniger Platz.“ Unabhängig davon zeigt er sich zuversichtlich: „Ich bin optimistisch, dass wir den Eröffnungstermin halten können“, sagt Elmir.

Ein Leuchtturm des Holzbaus im Land

Staatssekretärin Splett ist gleichermaßen zuversichtlich und zeigt sich vom aktuellen Stand der Arbeiten angetan: „Eine beeindruckende Baustelle. Das Besucherzentrum wird ein Leuchtturm des Holzbaus im Land.“

Erhöhte Ausgaben brachten Projekt in die Schlagzeilen

Nachdem das Bauvorhaben aufgrund des erhöhten finanziellen Aufwands in die Schlagzeilen geriet, geht Splett davon aus, dass es nun bei den Kosten in Höhe von etwa 35,5 Millionen Euro für den Bau des Besucher- und Informationszentrums sowie den Verwaltungsanbau mit etwa 600 Quadratmetern Nutzungsfläche bleiben wird. „Berechnen wir die Kosten für die Ausstellungsgestaltung, Infrastruktur sowie Risikovorsorge mit ein, liegen wir bei etwa 50 Millionen Euro“, führt sie aus. Sie verweist auf den derzeitigen Boom der Baubranche, der Bauen insgesamt teurer mache und betont: „Von der allgemeinen Entwicklung ist auch dieses Vorhaben betroffen.“

Eröffnung im Jahr 2020 vorgesehen

Über die Wintermonate 2018 / 2019 sind Innenausbau und Montage der Gebäudetechnik vorgesehen. Bis Ende 2019 sollen auch die Riegel auf der Ostseite, sowie Skywalk errichtet sein. „Wenn uns das Wetter nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung macht, kann das Besucherzentrum 2020 eröffnet werden“, so Splett.