Nur noch eine Bauruine ist das Acherner Seehotel. Ein Kehler Investor hat jetzt Interesse geäußert und plant eine "touristische Nutzung" | Foto: red

Kehler Investor hat Interesse

Zum Acherner Seehotel sind noch viele Fragen offen

Die Verhandlungen über den Kauf des Acherner Seehotels durch den Kehler Investor Jürgen Grossmann sollen bereits in den kommenden Wochen zum Abschluss gebracht werden. Dies kündigte  sein Sprecher Ulf Tietge auf Anfrage dieser Zeitung an. Grossmann erwarte, „dass in den nächsten Wochen die Verträge gemacht werden“. Damit wäre nach einer rund 30 Jahre dauernden Hängepartie endlich wieder eine Nutzung für die Hotelruine am Achernsee in Aussicht. Mehr noch: Auch die Einbeziehung des benachbarten Campingplatzes in die Pläne sei „eine Option“, so Tietge weiter. Geplant sei in jedem Fall eine „touristische Nutzung“.

Vorstellungen bleiben unklar

Allerdings bleibt auch nach dem Auftritt Grossmanns vor dem Bauausschuss des Acherner Gemeinderats am Montagabend der Öffentlichkeit weitgehend verborgen, welche Ideen für die Zukunft des Seehotels der Kehler Projektentwickler und Architekt genau hat. „Gekauft wird eine Lage und eine Idee“, sagt Tietge zu dieser Frage. Eine Pressemitteilung von Oberbürgermeister Klaus Muttach nach der nicht öffentlichen Sitzung am Montagabend macht aber deutlich: Die Vorstellungen der Beteiligten über ein Nutzungskonzept für das Areal liegen wohl noch recht weit auseinander. „Die verschiedenen Ideen“, so der Oberbürgermeister vieldeutig, „wollen wir jetzt im Gespräch mit Herrn Grossmann weiter erörtern“.

Frühes Stadium der Gespräche

Dafür habe man ein Mandat des Bau- und Umweltausschusses erhalten. Erst im Laufe des nun anstehenden Prozesses werde sich „herauskristallisieren, ob eine dieser Ideen und wenn ja welche konkretisiert werden soll“. Man sei noch in einem sehr frühen Stadium der Gespräche, gesucht werde auch nach „alternativen Konzepten“ für eine standortverträgliche Nutzung. Mit anderen Worten: Noch hält sich die Begeisterung im Acherner Rathaus wohl in Grenzen.

„Konstruktiv diskutiert“

Grossmanns Sprecher betont unterdessen, dass sich der Architekt „in Achern sehr willkommen gefühlt“ habe. Man habe „konstruktiv über die Ideen diskutiert“. Klar ist aber laut Tietge, dass es zu keiner schnellen Lösung kommen werde, man spreche von einer zeitlichen Perspektive von Jahren bis zur Umsetzung der Pläne.

Leerstand seit Jahrzehnten

Das Acherner Seehotel steht seit den 80er-Jahren leer, abgesehen von einer kurzen Zwischennutzung als Wohnheim für Aussiedler und später Asylbewerber. Zuletzt wurden immer wieder potenzielle Investoren ins Gespräch gebracht, die zumeist eine Hotelnutzung planten, letztlich scheiterten die Pläne aber allesamt – dem Vernehmen nach nicht zuletzt an der Frage des Kaufpreises für die Hotelruine, die in Privatbesitz ist. . Welche Summe nun im Raum steht, wollte Tietge gestern nicht verraten.