Mit einem Klassiker auf Tour: Andreas Etter aus Herrliberg bei Zürich beteiligt sich mit einem Ford A Baujahr 1930 an der Ausfahrt zum Oldtimer-Meeting Baden-Baden | Foto: Georg Keller

Oldtimer-Meeting Baden-Baden

„Knutschkugel“ zuckelt bei der Ausfahrt mit

Von Georg Keller

„Bonne Route“: Bei herrlichem Sommerwetter gab Marc Culas, Organisator des Internationalen Oldtimer-Meetings Baden-Baden, am Freitag den Startschuss für die 42. Auflage. Rund 40 Oldtimer machten sich auf die 160 Kilometer lange Ausfahrt durch das Elsass. Über die Wintersdorfer Brücke ging es in das Nachbarland, einen Zwischenstopp gab es bei Fort Schoenenbourg, wo die Teilnehmer den ehemaligen Bunker der Maginot-Linie besichtigten, ein Relikt der deutsch-französischen Auseinandersetzungen, die in Zeiten von Europa überwunden sind. Das Mittagessen fand dann standesgemäß im Chateau de Pourtalés bei Straßburg statt.

Die Tour vor dem Oldtimer-Meeting führt ins Elsass

Die Kombination aus deutsch-französischer Lebensqualität in Baden-Baden lockt immer wieder neue Teilnehmer an: „Wir sind zum ersten Mal dabei“, erzählte der Freiburger Karl-Heinz Müller im BNN-Gespräch. Mit dem Oldtimer-Virus infiziert wurde er früh: Seinen Mercedes 230 SL, in Fachkreisen als Pagode bekannt, erstand er 1976 im Alter von gerade einmal 21 Jahren. Heute fährt er mit dem Schmuckstück („Zustand: 2 plus“) auf Oldtimer-Rallyes wie am Schauinsland.

Teilnehmer präsentieren sich stilsicher

Stilsicher präsentierten sich Susanne Naumann aus Kassen und ihre Freundin Gisela Vogel aus Paderborn: Ihre Pünktchen-Kleider mit roten Rosen passten perfekt zu dem knallroten Fiat 500, früher auch gerne als „Knutschkugel“ bezeichnet. Mit 18 PS aus einem 497 Kubikzentimeter-Motörchen im Heck des Italieners fuhren sie das Fahrzeug mit der geringsten Leistung bei der Elsass-Ausfahrt. „Meine Mutter hatte so einen“, berichtete Susanne Naumann.

Das Event wird zum Freundinnen-Treffen

Zu einem runden Geburtstag überraschte ihr Mann sie mit dem roten Herzensbrecher. „Wir machen ein Freundinnen-Treffen aus diesen Events“, lachte sie. Und auch wenn sie zu luxuriösen Sportwagen wie Jaguar E-Type blickt („So einen will ich mal“), eines ist ganz klar: Der Fiat 500 bleibt. „Der ist unverkäuflich!“

Das älteste Auto ist ein Ford Modell A

Über den Schwarzwald ist Joachim Lehmann aus Oberharersbach mit seinem Ford Modell A angereist, mit Baujahr 1929 das älteste Fahrzeug bei der Elsass-Ausfahrt. Sein Auto hat eine bewegte Geschichte hinter sich: „Es war ein Wrack aus Holland“. Zuvor war der Ford in Indonesien auf vermutlich abenteuerlichen Straßen unterwegs.

Eine Vogel-Figur ziert die Motorhaube

Der Roadster holt aus einem Vierzylinder-Motor mit 3,3 Litern Hubraum 40 PS und macht damit immer noch Spaß, auch wenn er von seinem Besitzer, der den Wagen top restauriert hat („Ich bin penibel“) natürlich nur im Oldtimer-Tempo bewegt wird. Auffällig: Die Motorhaube ziert eine Vogel-Figur. Lehmann: „Das ist eine Wachtel, das gab es bei Ford als Zubehör.“ Auch er war das erste Mal beim Baden-Badener Oldtimer-Meeting.

Ein Wiedersehen bei der Ausfahrt ist für viele Pflicht

„Wiederholungstäter“ sind dagegen Ute und Siegbert Knoll aus Herrenberg. Während der stolze Besitzer seinem Mercedes 280 SL vor dem Start dem Auto den letzten Schliff gab und die Scheiben wienerte, begrüßte Ute Knoll Bekannte. Kennengelernt habe sie sich über das gemeinsame Hobby Oldtimer bei der Trentino-Classic in Italien vor einem Jahr. Ein Wiedersehen in Baden-Baden war da Pflicht. Ute Knoll: „Die Strecken, die Organisation und die Atmosphäre hier sind hervorragend.“

Weitere Infos unter www.oldtimer-meeting.de