Harald Dieterle, 1. Polizeihauptkommissar des Reviers Gaggenau, kontrolliert Charlotte Melcher aus Bischweier.
Harald Dieterle, 1. Polizeihauptkommissar des Reviers Gaggenau, kontrolliert eine Frau. | Foto: Dorscheid

Aktionstag

Polizei kontrolliert in nur 24 Stunden 3000 Personen in Mittelbaden

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Bei einer großangelegten Kontrollaktion in Mittelbaden haben mehrere Hundert Polizisten gegen Einbrecher und Verkehrssünder mobil gemacht. Das Polizeipräsidium Offenburg zog am Samstag eine positive Bilanz der 24-stündigen Kontrollen im Ortenaukreis, im Kreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden. Mehr als 3000 Personen und rund 1750 Fahrzeuge wurden kontrolliert.

„Durch diese ganzheitlichen Kontrollaktionen, flankiert von diversen Präventionsmaßnahmen, sollen Straftaten und Ordnungsstörungen reduziert und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger gestärkt werden“, sagte Polizeipräsident Reinhard Renter, der gleichzeitig Leiter des Großeinsatzes war.

Insgesamt wurden im Ortenaukreis, im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden 46 offene, aber auch verdeckte Maßnahmen durchgeführt, bei denen mehrere Hundert Beamte beteiligt waren.

Mehr zum Thema: 550 Beamte kontrollieren Autofahrer, Nachtschwärmer und Extremisten

Schwerpunkte bildeten Kontrollstellen, wie beispielsweise an den Grenzübergängen bei Iffezheim und Greffern, auf der Landstraße L98, unweit der Autobahnanschlussstelle Offenburg sowie die Großkontrolle in der Königsberger Straße in Kehl am Samstagmorgen.

Wohnungseinbrüche im Fokus

Den Beamten ging es auch um die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen und der grenzüberschreitenden Kriminalität. Weitere Schwerpunkte bildeten die Überprüfungen im Gaststätten- und Rotlichtmilieu.

99 Strafverfahren nach Großkontrolle

Im Ergebnis wurden mehr als 3000 Personen und rund 1750 Fahrzeuge kontrolliert. 99 Straf- sowie 116 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet.

Kurz nach 17 Uhr haben Beamte der Verkehrspolizei ihre Kontrollen von Fernreisebussen am Bahnhof Kehl abgeschlossen. Die Passagiere von drei Bussen mussten wegen gravierender Mängel aussteigen und mit Ersatzfahrzeugen weiterreisen. Neben einigen Ordnungswidrigkeiten wurde auch ein ausländerrechtlicher Verstoß geahndet.

Gesuchter Mann wird festgenommen

Wenig später ist es Fahndungskräften der Kripo nach Observationsmaßnahmen in Gaggenau gelungen, einen mit vier Haftbefehlen gesuchten Mann festzunehmen und in eine Justizvollzugsanstalt einzuliefern. Als Nebenprodukt der Kontrolle wurden knapp 1,5 Gramm Amphetamin sichergestellt.

Mutmaßlicher Einbrecher geht ins Netz

Über Alkohol- und Drogenfahrten, Urkundenfälschung und Pflichtversicherungsverstößen hinaus, ging den Beamten des Polizeireviers Offenburg gegen 20.20 Uhr an der L98 ein mutmaßlicher Einbrecher ins Netz. Der Mann versuchte, seine Identität durch einen versteckten Ausweis zu verschleiern. Der Mann wurde festgenommen.

Die Beamten hatten auch die Königsberger Straße in Kehl im Visier. Dort wurden am frühen Samstagmorgen knapp 800 Personen und über 400 Fahrzeuge überprüft. Es konnten sieben polizeilich Gesuchte ausfindig gemacht werden.

Die Polizei kontrolliert auch am B 462-Parkplatz Amalienberg.
Die Polizei kontrollierte auch am B 462-Parkplatz Amalienberg in Gaggenau. | Foto: Dorscheid

Zehn Autofahrer hatten getrunken und saßen hinterm Steuer. Sie müssen nun um ihre Fahrerlaubnis bangen. Auch Verstöße gegen das Waffen- und das Pflichtversicherungsgesetz wurden festgestellt.

Zahlreiche Veranstaltungen rundeten das Maßnahmenpaket ab. Etwa 500 Bürgern haben das Angebot an den Marktplätzen in Bühl und Rastatt sowie am Kaufhaus Baden-Baden angenommen, um sich zum Thema Wohnungseinbruch, Taschendiebstahl und Telefonbetrug mit Experten auszutauschen.

Positive Bilanz der Polizei

Polizeipräsident Reinhard Renter zieht eine positive Bilanz: „Die Sicherheit im öffentlichen Raum ist einer der zentralen Handlungsschwerpunkte des Polizeipräsidiums Offenburg. Die Ergebnisse des Sicherheitstages und das Feedback der Bürgerinnen und Bürger, das die Einsatzkräfte in den letzten 24 Stunden erhielten, zeigen, dass wir mit dieser ganzheitlichen Strategie flächendeckend für Sicherheit auf hohem Niveau sorgen können.“

Zum Hintergrund der Aktion:
Im vergangenen Juni trafen die Innenminister der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung von Straftaten im öffentlichen Raum. Als wesentlicher Bestandteil der länderübergreifenden Zusammenarbeit sollen regelmäßige Fahndungs- und Sicherheitstage in den Bundesländern durchgeführt werden.

BNN