Professor Xueyong Huang von der weltgrößten Akupunkturklinik in dern chinesischen Provinz Anhui bei einer Behandlung in den Acura Kliniken Baden-Baden.
Professor Xueyong Huang von der weltgrößten Akupunkturklinik in dern chinesischen Provinz Anhui bei einer Behandlung in den Acura Kliniken Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Acura Kliniken

Akupunktur: Nadeln aus China für die deutsche Gesundheit

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Die Dame ist extra aus Baiersbronn nach Baden-Baden gekommen. Dass sie für diese Sonderaktion einen Termin in den Acura Kliniken erhalten würde, daran hatte sie nicht im Traum gedacht. Als sie die Zusage bekam, konnte sie es kaum glauben. Jetzt liegt sie in einem der Behandlungszimmer, in denen sonst die Krankengymnastik stattfindet, auf einer blauen Liege auf dem Bauch und wartet auf eine Akupunkturbehandlung – eine ziemlich außergewöhnliche: Die Nadeln setzt Professor Dr. Xueyong Huang, Chef der weltgrößten Akupunkturklinik in der chinesischen Provinz Anhui mit über 1 000 Betten.

Wie wenn ein Energiestrom durch Arme und Beine fließt

Die Schmerzpatientin, ist eine von neun Männern und Frauen, die an diesem Mittwochnachmittag in den Acura Kliniken bei einem Besuch einer chinesischen Delegation des chinesischen Handelsministeriums der Provinz Anhui eine solche Gelegenheit bekamen. Mit Hilfe einer Dolmetscherin und unter Aufsicht von Nicolas Miehle, dem Chefarzt der Acura Kliniken, hatte sich der Professor über die Schmerzen der Dame informiert und Nadeln im Genick sowie am Rücken und an den Beinen gesetzt. Das tat für einen kurzen Moment etwas weh, berichtet die Frau aus Baiersbronn, doch nach der Behandlung fühlt sie sich „angenehm leichter“. Wie hat sie es empfunden? „Es war, wie wenn ein Energiestrom durch Arme und Beine fließt“, erzählt die sichtlich zufriedene Dame den BNN.

Die Acura Kliniken in der Rotenbachtalstraße in Baden-Baden.
Die Acura Kliniken in der Rotenbachtalstraße in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Vielleicht können künftig Patienten der Acura Kliniken ähnliche Erfahrungen machen. Die Acura-Geschäftsführer Dirk Schmitz und Maja Treichel sehen in einer Kooperation von Traditioneller chinesischer Medizin (TCM) und der deutschen Schulmedizin „große Chancen“.

Nadeln aus China für die deutsche Gesundheit

Nadeln aus China für die deutsche Gesundheit, lautet das Konzept. Akupunktur, so die Acura-Chefs, helfe bei vielen Erkrankungen wie rheumatoide Athritis, Fibromyalgie mit Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, aber auch bei vielen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Insoweit liege Akupunktur als freiwilliges Zusatzangebot „genau im Schwerpunkt der Acura Kliniken Baden-Baden“.

Kontakt für Kooperation sind geknüpft

Noch ist es nicht soweit. Ein Vertrag sei bislang nicht unterschrieben, aber die Kontakte für die geplante Kooperation sind geknüpft, erläutert Treichel. Jetzt gehe es darum, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Unter dem Strich soll nicht nur die Klinik, sondern ebenso die Patienten profitieren.

Sind im Besitz eines chinesischen Mehrheitsgesellschafters: die Acura Kliniken Baden-Baden
Sind im Besitz eines chinesischen Mehrheitsgesellschafters: die Acura Kliniken Baden-Baden | Foto: Bernd Kamleitner

Der chinesische Acura-Mehrheitsgesellschafter stehe hinter der geplanten Zusammenarbeit, wie Oskar Chu von der German Healthcare Investment Management GmbH (Frankfurt) bestätigt. Er geht davon aus, dass künftig immer mehr der gesetzlichen Krankenkassen Kosten für Akupunktur übernehmen, weil es sich um eine sehr effiziente und kostengünstige Therapie handele, die obendrein ohne Nebenwirkungen sei.

Akupunktur soll Klinikstandort Baden-Baden stärken

Nach seiner Ansicht kann Akupunktur den Klinikstandort Baden-Baden stärken. Der Mehrheitsgesellschafter habe dabei auch den Medizintourismus im Blick, zum Beispiel Patienten aus dem asiatischen Raum. Bislang würden diese medizinische Leistungen vorrangig in Großstädten wie Berlin in Anspruch nehmen. Eine kombinierte Therapie aus Akupunktur und Schulmedizin würde den „Standort Baden-Baden attraktiver“ machen, meint Chu.

Wir können es noch besser machen

Die Bäderstadt sei in China zwar bekannt, aber noch mehr Werbung würde nicht schaden. „Wir brauchen noch ein bisschen Dynamik“, betont Chu und ergänzt: „Wir können es noch besser machen!“ Er schließt nicht aus, dass der Investor noch andere Projekte in Baden-Baden und Umgebung realisiert. Details nannte er  nicht.

Akupunktur ist eine Behandlungsmethode der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Dabei soll mit Nadelstichen an bestimmten Punkten des Körpers eine therapeutische Wirkung erzielt und Beschwerden etwa bei Schmerzpatienten gelindert werden. Auch in Deutschland und in Europa gibt es viele Patienten, die auf diese Methode setzen. Allerdings zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nicht in allen Fällen, manchmal auch nur anteilig.
Die weltgrößte Akupunkturklinik steht im Osten Chinas, in der Provinz Anhui. Dort leben über 60 Millionen Menschen. Die Klinik hat über 1 000 Betten. Klinikdirektor ist Professor Dr. Xueyong Huang, der sich in Baden-Baden auch für die Schulmedizin interessierte. Das Krankenhaus beschäftigt knapp 900 Mitarbeiter, darunter 310 Professoren. Nach Angaben der chinesischen Delegation werden in der Akupunkturklinik jährlich zudem rund 375000 Patienten ambulant behandelt – auch Notfälle.