Der Battert hoch über Baden-Baden - hier mit der Hütte der Bergwacht - gilt als Paradies für Kletterer. | Foto: Kappler

Felsen im Nordschwarzwald

Am Battert in Baden-Baden: Klettern wie im Paradies

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 Keine Klettersaison? – „Am Battert ist immer Saison, wie waren hier auch schon am Tag vor Weihnachten.“ – Sabine Bauer aus Ettlingen, derzeit in der Boulder-Bundesliga unter den besten zehn Frauen in Deutschland, schwingt sich gefolgt von ihrem Lebensgefährten Alexander Scherer katzengleich an der Hohen Wand nach oben. Schwierigkeitsgrad: VI plus. Die beiden bilden dabei sozusagen das Sahnehäubchen einer Aktion von Deutschem Alpenverein und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, die auf umweltfreundliches Klettern aufmerksam machen will. Hintergrund ist dabei die Neuauflage einer Broschüre über die Kletterfelsen im Nordschwarzwald.
Naturschutz wird beim Alpenverein groß geschrieben, verdeutlicht DAV-Referent Heiko Wiening an den Battertfelsen

Zweitgrößtes Klettergebiet im Land

Der Battert ist hierfür die beste Kulisse schwärmt DAV-Referent und Diplombiologe Heiko Wiening vom Landesverband in Stuttgart. Nach den Felsen im Donautal ist der von 250 bis 300 Millionen Jahren entstandene Felsabsturz an der Westseite des Schwarzwaldes das zweitgrößte Klettergebiet im Land. Sensibel und einzigartig. Schon im 19. Jahrhundert waren an den Felsen über dem Oostal 1885 mit dem aufkommenden Alpinismus von Wilhelm Paulcke die ersten Kletterrouten angelegt worden. Heute sind es etwa 350.
Der Battert steht im Mittelpunkt einer neuen Broschüre zum Klettern | Foto: Kappler

Alle Schwierigkeiten

Die pittoresken Wände, Türme, Felsvorsprünge, Risse und Spalten bieten alle Schwierigkeiten bis zum IX. Grad, gelten deshalb als ideales Trainingsgelände für alpine Touren. Die Sehnsucht nach den „richtigen“ Bergen drückt sich im Übrigen an den Namen aus, die gleichlautend sind mit Bergen im Wilden Kaiser und in den Dolomiten. So zum Beispiel die Disgrazia.

Teil eines Schutznetzes

Gleichzeitig sind die Felswände, aber auch die Blockhalden und der Bannwald rund herum Teil des europäischen Schutznetzes „Natura 2 000“, das sich vom Nordkap bis Sizilien zieht. Ein kleines Stückchen europäische Restwildnis, das aber erst 1981 offiziell unter Naturschutz gestellt worden war. Wanderfalken und Kolkraben nisten dort, die Blockhalden sind Heimat von seltenen Eidechsen und Schlangen, ebenso von Moosen, Farnen und Flechten.
Katzengleich schwingt sich Sabine Bauer an der Hohen Wand nach oben. Schwierigkeit: VI plus. | Foto: Kappler

„Wow-Erlebnis pur“

„Wer zum ersten Mal herkommt, hat das Wow-Erlebnis pur“, so Heiko Wiening und Stefan Dangel vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, zu dessen Mitgliedern der Alpenverein seit diesem Jahr gehört. Rund 250  000 Mitglieder hat der Alpenverein aktuell in Baden-Württemberg, aufgeteilt in insgesamt 52 Sektionen.

Neue Broschüre
„Klettern im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord“ heißt eine neue Broschüre des Alpenvereins, die die klassischen Kletterfelsen im Nordschwarzwald vorstellt. Neben dem Battert werden dort die Felsen am Plättig, im Murgtal, in Bad Herrenalb, im Nagoldtal und im Renchtal beschrieben. Die Neuauflage wurde gefördert vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Besonderen Wert legte der Alpenverein darauf, alles Wichtige und Wissenswerte über Felsen, Geologie, Lebensräume, Klettersport und Naturschutz vorzustellen. Die 24-seitige Broschüre ist in der Geschäftsstelle des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, bei den DAV-Sektionen und DAV-Kletterhallen in der Region erhältlich. Als PDF ist sie auf der Homepage vom DAV-Landesverband zu haben unter www.alpenverein-bw.de.