Beraterinnen-Team: Tanja Fröhlich (links) und Veronika Koffler bieten im Pflegestützpunkt ihre Hilfe an.
Beraterinnen-Team: Tanja Fröhlich (links) und Veronika Koffler bieten im Pflegestützpunkt ihre Hilfe an. | Foto: pr

Pflegestützpunkt Baden-Baden

Angehörige schätzen das Lotsen-Team

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Tanja Fröhlich ist überzeugt: „Ich darf mit Recht sagen, dass wir eine gute Arbeit machen“, bilanziert die Leiterin des 2011 ins Leben gerufenen Pflegestützpunkts. Das belegt allein der Blick auf die Zahlen. Im Gründungsjahr absolvierte das Team 513 sogenannte Erstberatungen. 2017 waren es bereits 586 Fälle und im vergangenen Jahr kletterte die Zahl auf 625’Gespräche. „Es ist keine Frage: Der Bedarf steigt. Baden-Baden ist eine Stadt, die zunehmend altert, und immer mehr Menschen benötigen Pflege“, betont Tanja Fröhlich.

Anlaufstelle: Pflegestützpunkt

Für viele Betroffene ist der Pflegestützpunkt die erste Anlaufstelle. Meistens suchten die Angehörigen den Kontakt. Pflegebedürftige täten sich häufig schwer damit, sich selbst und ihrem familiären Umfeld einzugestehen, dass sie Hilfe bedürften.

Wir suchen dann das Gespräch.

Gelegentlich komme es sogar vor, dass Nachbarn von alleinstehenden Menschen den Pflegestützpunkt informierten. „Wir suchen dann natürlich das Gespräch“, bekräftigt Veronika Koffler vom Pflegestützpunkt, räumt aber ein: „Gegen den Willen der Betroffenen können wir nichts machen.

Möglichkeiten für Betroffene

Wer das – übrigens kostenfreie – Beratungsangebot der Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunkts sucht, erwarte kompetente Hilfe, weil sich im Pflegesektor kaum noch jemand auskenne und viele häufig überfordert seien. Fröhlich zufolge geht es meistens um zentrale Themen wie ambulante Betreuung und Pflegeleistung.

Unterstützung mit Plan

Das heißt, welche Möglichkeiten gibt es zu Hause und welche Hilfen stehen den Betroffenen von der Kranken- oder Pflegekasse zu. Der Stützpunkt hilft weiter dabei, Versorgungspläne zu erstellen, informiert über Träger und Angebote etwa zur stationären Pflege und erläutert anfallende Kosten.

Demenzkampagne

Dabei rückt auch das Thema Demenz zunehmend in den Fokus. Um die Probleme rund um diese Krankheit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, startet der Pflegestützpunkt Jahr für Jahr eine Demenzkampagne.

Personal wird benötigt

Die Aufgaben des Teams wachsen kontinuierlich. Um das Pensum bewältigen zu können, ist geplant, den Pflegestützpunkt auszubauen und den Personalschlüssel aufzustocken. Die Basis dafür bietet ein Rahmenvertrag, den die Landesverbände der Pflege- und Krankenkassen mit den Träger der Sozialhilfe und den kommunalen Spitzenverbänden verhandelt haben und dem die Stadt bereits beigetreten ist. Fröhlich geht davon aus, dass der Gemeinderat im März darüber entscheiden wird und der Pflegestützpunkt dann ab Sommer mit zusätzlichem Personal arbeiten kann.

Neue Finanzierung

Der Rahmenvertrag sieht zudem neue Aufgaben für den Pflegestützpunkt vor. Diese umfassen unter anderem die Pflegeberatung, zu der auch gehört, einen Hilfeplan zu erstellen, was bisher alleinige Sache der Kassen war. Der Vertrag regelt auch die Finanzierung neu. Bisher waren für den Pflegestützpunkt etwa 84.000 Euro hinterlegt, die die Kranken- und Pflegekassen sowie die Stadt zu gleichen Teilen getragen haben. Künftig erfolgt die Kostenerstattung auf der Grundlage der tatsächlich entstandenen Ausgaben.

Kontakt

(07221) 931492
pflegestuetzpunkt@baden-baden.de

Der Pflegestützpunkt bietet auch eine Wohnberatung. Immer mehr Menschen mit körperlichen Einschränkungen möchten in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Oft helfen schon kleine Veränderungen, diesen Wunsch zu verwirklichen. Ziel ist es, die Selbstständigkeit und Mobilität in der eigenen Wohnung so lange wie möglich zu erhalten und den Alltag lebenswerter und vor allem sicherer zu gestalten.
Die Wohnberater sind ein Team von speziell geschulten und qualifizierten ehrenamtlichen Helfern unter fachlicher Begleitung des Pflegestützpunktes. Mit einem breiten Spektrum verschiedenster beruflicher Erfahrungen tragen sie dazu bei, die Beratung unter vielfältigen Aspekten zu bereichern.
Bei ihren Besuchen geben sie Tipps, wie eine Wohnung sich umgestalten lässt, um darin trotz eingeschränkter Mobilität möglichst selbstbestimmt, sicher und selbstständig leben können – etwa durch einen barrierefreien Umbau.