Holiday Blues Band in rock: an das Cover des Deep Purple-Albums "in rock" erinnert diese Fotomontage mit Peter Schneider (von links), Attila Schumann und Ringo Hirth
Holiday Blues Band "In Rock": An das Cover des Deep Purple-Albums "In Rock" erinnert diese Fotomontage mit Peter Schneider (von links), Attila Schumann und Ringo Hirth | Foto: HLB

Holiday Blues Band

Auf dem Merkur ertönen Rockklassiker

Anzeige

In den Anfangsjahren des Beat hatte er schon seine erste Band. Für den Namen Shatbeat gab es 1962 keine Übersetzung – und bis heute nicht. „Wir waren euphorisiert, aber schlecht“, erinnert sich Peter Schneider mit einem Schmunzeln an die musikalischen Erfahrungen seiner Jugendjahre. Damals schwärmte er für Buddy Holly, der zu der Zeit bereits nicht mehr lebte, weil er 1959 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Einen der größten Holly-Hits – „Peggy Sue“ – hat Schneider heute noch im Repertoire.

Mit seinen Kollegen von der Holiday Blues Band hat er sich aber mehr dem Blues und Rockklassikern verschrieben. Das Trio ist eine typische Drei-Mann-Band der 60er Jahre. Sie spielt Hits von den Doors oder von Eric Clapton, aber nicht als Coverband, sondern in einem eigenen Stil. An diesem Mittwoch hat Schneider mit der Band ein Heimspiel – auf dem Baden-Badener Hausberg, dem Merkur. Vielen Musikfreunden aus der Region sind die Namen der Musiker der Band ein Begriff. Neben Bassist Schneider ist Attila Schumann, Gitarrist und Sänger aus Rastatt, mit dabei.

Wir proben nie

So entstand die Holiday Blues Band:  Peter Schneider und Attila Schumann spielten in ihrem Urlaub im Hafen in Waren an der Müritz Gitarre. Der örtliche Veranstalter der Müritz-Sail war begeistert und buchte die namenlose Band für die Veranstaltung im nächsten Jahr. Aus Blues und Urlaub entstand – die Holiday Blues Band.

Ringo Hirth spielt einst bei „The Ghostmen“

Komplettiert wird das Trio von Schlagzeuger Ringo Hirth aus Speyer – in der Region ebenfalls kein Unbekannter. Er stammt aus dem Murgtal, trommelte einst für Hubert Kah („Sternenhimmel“) als die Neue Deutsche Welle hochschwappte. Hirth machte seine ersten Musikererfahrungen in der Gaggenauer Band „The Ghostmen“, die in den 60er Jahren die Region rockte. Auch in der Jazzszene ist Ringo Hirth ein Begriff. Er spielte unter anderem mit Eugen Cicero.

Die Drei sind ein eingeschworenes Team. „Wir proben nie“, behauptet Schneider: „Die Sachen, die wir spielen, die haben wir im Kopf. Das Konzert ist die Probe!“ Als junger Mann hätte er gerne Musik studiert. Doch in eine Ausbildung in „brotloser Kunst“ wollte der Vater nicht investieren. So wurde Schneider Fotograf und arbeitete als Grafiker für viele bekannte Magazine.

Seit über zehn Jahren ist der Fan von Oldtimern und Eric Clapton, der bis heute keine Noten lesen kann, nun in Rente. „Ich schreibe mich mit drei N“ flachst er und meint „Renntner“ – weil ihm auch im neuen Lebensabschnitt nicht langweilig wird. Seine Kollegen bezeichnet der 72-Jährige als „echte Profis“, sich selbst als „guten Amateur“. Früher spielte er Gitarre, inzwischen zupft er den Bass. „Da fühle ich mich wohl!“

Im Garten fing alles an

In seinem Garten in Haueneberstein wurde der Grundstein für die spätere Zusammenarbeit gelegt. Schumann und Schneider, die zu der Zeit noch in anderen Bands engagiert waren, spielten spontan Blues-Songs. Plötzlich standen Nachbarn am Zaun. Denen war es nicht etwa zu laut: „Sie fragten, ob sie zuhören dürfen.“ Das durften sie! Inzwischen ist die Band schon weit herum gekommen – und viele Zuhörer sind längst treue Fans.

Termine/CD:  Mittwoch, 24. Juli, 19 Uhr, Open-Air-Konzert am Merkurturm (bei schlechtem Wetter im Merkurstüble) Samstag, 27. Juli, 19 Uhr, Sylvia’s Kartoffelstube in Baden-Baden. Vom Auftritt bei der Müritz-Sail hat der Norddeutsche Rundfunk eine CD mitgeschnitten. Sie ist bei den Konzerten erhältlich.