Kein Konzept für das Schlosshotel: Die von der Bühlerhöhe Castle Invest GmbH für das Jahresende angekündigten Pläne verzögern sich erneut. | Foto: Ulrich Coenen

Immer noch kein Konzept

Aus Plänen für Bühlerhöhe wird vorerst nichts

Anzeige

Aus der Bescherung wird nichts. Im Interview mit dieser Zeitung hatte ein Sprecher der Bühlerhöhe Castle Invest GmbH am 19. August für das Jahresende 2016 Sanierungspläne und ein Zukunftskonzept für das Schlosshotel angekündigt (siehe Beitrag). Auf Anfrage erfuhren die BNN nun, dass daraus nichts wird.
„Mir liegen noch keine Informationen zum Konzept des Schlosshotels Bühlerhöhe vor“, erklärte der Sprecher. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die kasachischen Investoren das frühere Luxushotel an der Schwarzwaldhochstraße nicht veräußern wollen, wie dies gerüchteweise immer wieder kolportiert wird. „Ich möchte an dieser Stelle nochmals darauf hinweisen, dass ein Verkauf nach wie vor nicht beabsichtigt ist“, konstatierte er.

Denkmal von besonderer Bedeutung

Damit geht für das „Denkmal von besonderer Bedeutung“, wie es in Paragraf 12 des baden-württembergischen Denkmalschutzgesetzes beschrieben wird, ein ereignisloses Jahr zu Ende, das aber dennoch öffentlichkeitswirksam war. Das Schlosshotel ist kein normales Kultudenkmal, sondern gehört zu dieser besonderen Kategorie, in die nur Gebäude mit nationaler oder zumindest überregionaler Bedeutung aufgenommen werden.

Wilhelm Kreis war der Architekt

Das Schloss wurde in den Jahren 1912 bis 1914 nach Plänen des Star-Architekten Wilhelm Kreis erbaut und sorgt mit seinem spektaklärem Auftritt seitdem für Furore. Das Gebäude hat nämlich zwei grundverschiedene Ansichten. Der heiteren Architektur der Talseite in der Formensprache eines barocken Schlosses nach dem Vorbild des königlichen Jagdschloses Stupinigi bei Turin steht die strenge Bergseite gegenüber, die sich am Festungs- und Burgenbau orientiert. Die tragische Geschichte der Bauherrin Hertha Isenbart und die Urlaubsaufenthalte des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer in den 1950er Jahren machen das Haus zur Legende.

Zwei große Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte 2016 rückten die Bühlerhöhe in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Zunächst fand im Rahmen der trinationalen Architekturtage am Oberrhein am 7. Oktober eine völlig überbuchte Führung zum Schlosshotel statt, an der auch Oberbürgermeister Hubert Schnurr teilnahm (siehe Beitrag).

Bilbao-Effekt

Bei dieser Veranstaltung standen Baugeschichte und Zukunftspersepektiven des Hauses im Mittelpunkt. Dabei wurde ein Bilbao-Effekt als große Chance vorgestellt. Dieser Begriff wurde durch das 1997 vollendete Guggenheim Museum in Bilbao, ein Werk des US-amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehry, geprägt. Moderne Architektur wurde dort zum Tourismus-Magneten. In der Hotelbranche lässt sich bisher nur selten ein Bilbao-Effekt feststellen. Das wichtigste Beispiel ist das Hotel Therme Vals. Pritzker-Preisträger Peter Zumthor baute für den Schweizer Kurort 1996 eine Therme, die weltberühmt wurde. Weil seit der Schließung der Bühlerhöhe im Herbst 2010 über einen Neubau der Spa-Abteilung nachgedacht wird, wäre dies eine Option.

OB hat nichts mehr gehört

Oberbürgermeister Hubert Schnurr hat seit den Architekturtagen nichts mehr von der Bühlerhöhe Castle Invest GmbH gehört. Er wundert sich aber auch nicht, dass die für das Jahresende angekündigten Pläne erneut geplatzt sind. „Seit Jahren heißt es mit schöner Regelmäßigkeit, dass es entweder im Sommer oder zum Jahresende endlich ein Konzept gibt“, meinte er. „Das ist eine schwierige Situation. Ich hoffe, dass es irgendwann tatsächlich eine Lösung gibt.“

Große Sause

Die letzte große Sause in diesem Jahr war die Party von 250 ehemaligen Mitarbeitern auf der Bühlerhöhe am 29. Oktober, bei der wieder einmal deutlich wurde, dass das Schlosshotel mehr als ein normales Hotel ist. Dies zeigt auch das dritte große Ereignis, bei der die Bühlerhöhe in diesem Jahr im Mittelpunkt stand. Anfang August ist der gleichnamige Roman der Kölner Schrifstellerin Brigitte Glaser erschienen, der es bis auf Platz 6 der Spiegel-Bestseller-Liste schaffte (siehe Beitrag).