Mit Schwung können die Schülerinnen und Schüler Baden-Badens in das neue Schuljahr starten – an ihren Einrichtungen sind alle Lehrerstellen besetzt. | Foto: dpa/Julian Stratenschulte/Archiv

Alle Stellen besetzt

Baden-Baden bleibt von Lehrermangel verschont

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Während der Start in das neue Schuljahr bundesweit vielerorts von Klagen über einen akuten Lehrermangel vor allem an Grundschulen begleitet war, gibt es in Baden-Baden keinen Grund zur Beanstandung: „Hier sind alle Lehrerstellen besetzt“, sagt Irene Feilhauer vom Regierungspräsidium Karlsruhe.

Michael Büchler, Schulleiter und Geschäftsführer am Pädagogium Baden-Baden, bestätigt: „Unsere Versorgung ist gedeckt.“ In diesem Jahr seien an dem beruflichen Gymnasium drei Lehrkräfte aus der Elternzeit zurückgekommen, berichtet er – entsprechend habe es keine Nöte bei der Zusammensetzung des Kollegiums gegeben. Vor einem Lehrermangel sieht er das Pädagogium in den kommenden Jahren dennoch nicht gefeit. Nach Angaben von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sind zum neuen Schuljahr in Baden-Württemberg 70 Stellen an Berufsschulen unbesetzt geblieben.

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„Das Problem wird auch bei uns aufschlagen“, ist sich Büchler sicher – vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern. Daher gelte es, frühzeitig und flexibel nach Lösungen zu suchen, betont er. So zieht der Schulleiter die Möglichkeit in Betracht, künftig vermehrt auf Seiteneinsteiger zu setzen. Bei Engpässen, die sich kurzfristig – etwa durch Krankheitsfälle – ergeben, verweist Reinhilde Kailbach-Siegle von der Robert-Schuman-Schule auf die Möglichkeit, eine sogenannte Lehrereserve beim Regierungspräsidium anzufordern. Während das in einem Fach wie Deutsch häufig kein Problem darstelle, bedarf es bei dem Ausfall eines Pflegelehrers einer deutlich größeren Geduld, erklärt die Leiterin der Berufsschule. „Den bekommen wir nicht über Nacht ersetzt“, hebt sie hervor.

An Gymnasien herrscht hingegen ein Überangebot

Aktuell gebe es jedoch auch an ihrer Schule keinen Grund zur Beanstandung, jede Lehrerstelle sei besetzt. „Baden-Baden ist eine attraktive Region“, erklärt sie sich die gute Aufstellung an den Schulen der Kurstadt. „Dafür haben viele junge Kollegen, die an Gymnasien unterrichten wollten, keine Stelle erhalten“, macht Matthias Schmauder, geschäftsführender Schulleiter der Baden-Badener Gymnasien auf die zweite Seite der Medaille aufmerksam. In Fächern wie Deutsch oder Geschichte gebe es dort einen Überschuss an Lehrkräften.

Stattdessen an einer Grundschule zu unterrichten – wie von Kultusministerin Susanne Eisenmann angeregt – stelle für viele angehende Lehrer dennoch keine Option dar, weiß der Schulleiter. „Sie versuchen dann eher in der Erwachsenenbildung unterzukommen.“ Während in ganz Baden-Württemberg zum Schuljahresbeginn nichtsdestotrotz noch 20 Stellen an Gymnasien unbesetzt blieben, sieht es auch dahingehend in Baden-Baden gut aus, sagt Schmauder: „Wir haben so viele Lehrer bekommen, wie wir brauchen“.