Grandiose Bäderstadt: Baden-Baden erfreut sich mit seinen Thermen wie dem Friedrichsbad sowohl bei einheimischen als auch bei ausländischen Gästen großer Beliebtheit. Insbesondere die arabischen Touristen schätzen die Kurstadt sehr, weil Wasser in der Wüste ein rares Gut ist. | Foto: Carasana

Positiver Trend hält weiter an

Baden-Baden boomt bei Übernachtungen

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Die Übernachtungszahlen in Baden-Baden sind im ersten Halbjahr dieses Jahres „gigantisch gut“. Die knapp 500.000 Übernachtungen von Januar bis Juni entsprechen einem Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit dieser Entwicklung liegt Baden-Baden in Baden-Württemberg wohl mit an der Spitze. Im Schwarzwald gab es bis Mai lediglich ein Plus von 4,8 Prozent bei den Übernachtungen.

Beruhigung der politischen und wirtschaftlichen Weltlage

„Die Zahlen gefallen uns sehr gut, da gibt es nichts zu meckern“, sagt Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Kur und Tourismus GmbH, im BNN-Gespräch. Insbesondere die Entwicklung der Zahlen bei den ausländischen Gästen sei ein Grund zur Freude. Mit ungefähr 170.000 Übernachtungen ist dort ein Plus von 12,5 Prozent zu verzeichnen. Das lasse sich auf eine Beruhigung der politischen und wirtschaftlichen Weltlage zurückführen, meint die Tourismus-Chefin. „Der Rubel erholt sich, die Katar-Krise beruhigt sich, das macht sich auch bei uns schnell bemerkbar“, erklärt Waggershauser.

Russischer Markt erholt sich wieder

Im ersten Halbjahr liegen die russischen Gäste mit fast 30.000 Übernachtungen an der Spitze. Das ist ein Anstieg von 47 Prozent. Der russische Markt konsolidiere sich wieder. Mit ein Grund dafür ist Waggershauser zufolge auch die direkte Flugverbindung vom Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden nach Moskau. Ähnlich stark entwickelte sich von Januar bis Juli der arabische Markt, der um knapp 42 Prozent gewachsen ist. Mit ungefähr 10.000 Übernachtungen liegen die arabischen Gäste auf Platz sechs. „Das wird sich aber noch ändern“, prophezeit die Tourismus-Chefin. Noch seien die Zahlen aus diesem Sommer nicht da und nach Vorbuchungen könne man nicht gehen, weil die Araber relativ kurzfristig buchten.

Israelis entdecken Baden-Baden als Reiseziel

Die Übernachtungszahlen von israelischen Gästen ist um satte 98 Prozent auf 5.500 angewachsen. „Das ist auf die Flugverbindung von Tel Aviv hier her zurückzuführen“, meint Waggershauser. Zudem sei man in diesem Jahr schon zweimal vor Ort gewesen und habe eine Bilderstrecke von Baden-Baden in einem israelischen Magazin veröffentlicht. „Sicherlich tragen auch die israelischen Hotelketten wie das Roomers oder das Leonardo dazu bei, dass Israelis nach Baden-Baden kommen“, betont Waggershauser. Der asiatische Markt habe sich ebenfalls stabilisiert. Erfreulich ist laut der Tourismus-Chefin, dass dort die Individualreisen immer beliebter würden.

Aufenthaltsdauer geht leicht zurück

Der Anteil der deutschen Gäste wuchs ebenfalls um 4,5 Prozent. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ging allerdings zurück: von 2,4 auf 2,3 Tage. Die Übernachtungen im Rebland haben um 2,5 Prozent zugenommen. „Dieser Markt wächst im Auslandsbereich stetig“, sagt Waggershauser. Das Rebland sei authentisch, müsse allerdings daran arbeiten, Erlebnisse zu schaffen. „Das ist schließlich der Grund, warum man reist, um Erlebnisse zu erzählen“, sagt Waggershauser.