Bereit zum Einpflanzen:: Markus Brunsing, Leiter des städtischen Fachgebiets Park und Garten, erläutert das Farbkonzept, das er für den Frühjahrsflor zu den Osterfestspielen entworfen hat. | Foto: Rudolphi

Osterfestspiele Baden-Baden

Zu „Parsifal“ wird’s zaubergarten-violett

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„Parsifal“ – was fällt Markus Brunsing dazu an Blüten und Farben ein? Der Leiter des städtischen Fachgebiets Park und Garten gesteht, dass es ihm dieses Mal nicht ganz leicht gefallen sei, ein passendes Farb- und Pflanzkonzept zu Richard Wagners Musikdrama zu entwickeln. Dessen Neuinszenierung von Dieter Dorn steht im Mittelpunkt der Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern vom 24. März bis 2. April.

Das Bühnenweihfestspiel hat viele religöse Bezüge

„Ich habe mich lange mit der Handlung und einzelnen Szenen beschäftigt, um eine Grundidee zu bekommen“, erläutert Brunsing im BNN-Gespräch. Wagners Bühnenweihfestspiel habe viele religiöse Bezüge: Es gehe um das Abendmahl, um Taufe und um Erlösung. Und um den Karfreitag – eine Szene spielt an dem für das Christentum zentralen Feiertag.

Violett passt zu sakralen Themen

„Das Sakrale hat eine wichtige Rolle“, betont Brunsing. „Dafür passt violett am besten.“ Er verweist darauf, dass die kirchliche Farbe der Passionszeit das Violett ist, eine königliche Farbe, um sich auf einen König vorzubereiten. Im kirchlichen Verständnis ist violett symbolisch die Farbe der Buße, des Gebets sowie der Besinnung und erinnert an den Purpurmantel, den Jesus zum Spott vor der Kreuzigung umgehängt bekam.

Richard Wagner ließ vom Garten der Villa Rufolo inspirieren

Was liegt da näher, als Beete, Rabatte und Schalen in ein „Zaubergarten-Violett“ zu tauchen, zumal Parsifal im zweiten Akt der Oper den Verlockungen der Blumenmädchen in Klingsors Zaubergarten entfliehen will. Wagner hat sich dafür vom Garten der Villa Rufolo an der italienischen Amalfiküste inspirieren lassen. Nach nachtblau zu Puccinis „Tosca“ im Vorjahr ist nun violett der bei den Osterfestspielen dominierende Farbton:

Das Farbkonzept durchzieht stringent das gesamte Festival

Er beherrscht nicht nur die städtischen Blumenbeete, sondern zieht sich stringent durch das Festival von den Flaggen über das Design für das Programmheft bis zu den Blumensträußen, die die Künstler nach ihren Auftritten erhalten – alles ist farblich aufeinander abgestimmt.

Farblich abgestimmt: Auch die Flaggen passen in das Konzept zu den Osterfestspielen. | Foto: Rudolphi

Weiß und rosa hellen die dunklen Töne auf

Um einen ausgewogenen Farbmix zu erhalten, kombiniert Brunsing das eher dunkle Violett mit hellem Rosa und Weiß. „Das frischt das Ganze etwas auf und weckt Assoziationen an den Frühling“, erläutert er. Also pflanzen die städtischen Gärtner nach einem detailliert ausgetüftelten Plan den Frühjahrsflor mit Tulpen, Hornveilchen Ranunkeln, Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Goldlack, um die violetten und schwarzen Farbtöne zu erzielen. Die helleren Farben steuern Schaumblüten, Bellis und Akeleien bei.

Die städtischen Gärtner pflanzen 40.000 Frühjahrsblüher

40.000 Stück dieser Frühjahrsblüher kommen derzeit in die Beete, in denen sich bereits 24 000 Tulpenzwiebeln befinden, die die Gärtner im vergangenen Herbst gesteckt haben. Brunsing rechnet jedoch nicht damit, dass die Tulpen rechtzeitig bis zum Beginn der Festspiele am 24. März blühen werden. „Ostern ist einfach sehr früh“, erklärt er. „Warten wir mal ab, wie der März sich entwickelt“, meint er. Er ist aber zuversichtlich, dass Bürger, Gäste und Künstler sich rechtzeitig über einen Blütenflor freuen können.

90 Blumentaschen schmücken die Innenstadt

Es wird nicht nur bei blühenden Pflanzen in den Beeten bleiben. In Kooperation mit der Einzelhändler-Initiative Baden-Baden Innenstadt und dem Festspielhaus bepflanzt das Fachgebiet Park und Garten nach dem gleichen Farbkonzept zudem 90 Blumentaschen, die die Innenstadt schmücken werden.

Eine Baumschule stellt 30 Kübel auf

Nach der Schließung der Gärtnerei Lauerhaß ziehen die städtischen Gärtner die dafür benötigten Pflanzen erstmals selber im Gewächshaus. Weiter wird die Baumschule Lorberg etwa 30 Kübel mit Gehölzen aufstellen. „Es ist einfach toll, dass Baden-Baden sich als Festspielstadt versteht und jeder das sehen und spüren kann“, freut sich Brunsing.

Weltweit sprechen uns die Menschen an

Das findet auch Michael Drautz: „Es ist auf der ganzen einmalig, dass eine Festspielstadt jedes Jahr in eine andere Farbe taucht“, betont der Geschäftsführer des Festspielhauses. Gäste und Künstler registrierten sehr wohl die Mühe, jährlich ein zum Programm passendes Farb- und Pflanzkonzept zu kreieren. „Weltweit sprechen uns die Menschen darauf an“, bekräftigt Drautz.

Das Festspielhaus lobt das Engagement

Dieser Erfolg sei der außergewöhnlichen Partnerschaft mit dem städtischen Fachgebiet Park und Garten und vor allem dessen Leiter Markus Brunsing zu verdanken. „Ohne dessen Leidenschaft und Engagement für diese Sache gäbe es das nicht“, ist Michael Drautz überzeugt.

Weitere Infos zu den Osterfestspielen gibt es unter www.festspielhaus.de.