Ziemlich beliebt sind bei den arabischen Besuchern in Baden-Baden Stadtrundfahrten per City-Bahn oder per Kutsche, die durch die Lichtentaler Allee und die Innenstadt führen. | Foto: Jehle

Kontrast zur Wüstenmetropole

Baden-Baden ist bei arabischen Touristen sehr beliebt

Bei arabischen Touristen wird Baden-Baden immer beliebter. „Im Mai sind beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr acht Prozent mehr arabische Gäste in der Kurstadt gewesen“, sagt Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Badener Kur- und Tourismus GmbH. Zudem waren Araber im vergangenen Jahr sogar mit ungefähr 52.000 Übernachtungen vor Russen (45.000) und Franzosen (32.000) die stärkste Gruppe ausländischer Besucher in der Bäderstadt, weiß Hans Schindler, Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga).

Gäste kommen aus den Golfstaaten

Die Gäste aus dem Nahen Osten kommen hauptsächlich aus Saudi-Arabien, Kuwait und den anderen Golfstaaten. Was die Araber an Baden-Baden, der mondänen Bäderstadt finden, lässt sich in nur wenigen Worten zusammenfassen: das funkelnde Wasser, das Grün des Schwarzwaldes und die gute Luft, eben den absoluten Kontrast zu den arabischen Metropolen am Golf.

Wasser ist in der Wüste ein rares Gut

Für die Besucher aus der Wüste „ist Wasser ein rares Gut und Baden-Baden wie eine Oase“, meint Waggershauser. Nach dem Ramadan, dem muslimischen Fastenmonat, würden die Araber vor der Sommerhitze in ihrer Heimat flüchten. Bei Temperaturen über 40 Grad Celsius kühlen sie sich im vergleichsweise angenehmen badischen Sommer ab. „Das Tolle ist, dass diesen Gästen auch mal Regenwetter nichts ausmacht“, erzählt die Geschäftsführerin der Baden-Badener Kur- und Tourismus GmbH.

Hinzu kommt, dass Baden-Baden international einen ausgezeichneten Ruf genieße – das malerische Städtchen an der Oos gilt ja nicht umsonst seit jeher als „die Sommerresidenz Europas“. Zudem würden die Araber die Sicherheit in Baden-Baden schätzen. Natürlich sind laut Waggershauser auch gesundheitliche Aspekte, etwa eine Operation oder Reha nach einem Eingriff, ebenfalls Gründe, warum es die Menschen aus dem Nahen Osten an die Oos verschlägt. Die Stadt verfügt auch in diesem Bereich über renommierte Adressen.

Araber bleiben drei bis vier Wochen

„Araber reisen immer mit der ganzen Familie“, erklärt Waggershauser. Die meisten würden am Frankfurter Flughafen landen und sich dort einen Wagen mieten. Knapp drei bis vier Wochen bleiben sie dann in Baden-Baden. „Das ist eine lange Zeit“, erklärt Waggershauser. Auffallend sei, dass sie mitunter auch in Hotels absteigen, meistens allerdings die Ferienwohnungen bevorzugen.

Die Gastronomie richte sich zwar auf die arabischen Gäste ein, aber „Restaurantgänger sind sie keine“, meint Schindler. Er hat im Gegensatz zu Waggerhauser festgestellt, dass sich das Verschleierungsverbot in Österreich oder Frankreich in Baden-Baden bemerkbar macht. „Die Menschen wollen in das Herz Europas, wenn sie dort nicht mehr hinkommen, dann kommen sie eben zu uns“, sagt Schindler.

Russen sind einkaufsfreudiger

Vor ein paar Jahren seien noch die Russen die stärkste Besuchergruppe gewesen – und davor die Amerikaner. „Ich finde das gut, dass sich die Märkte verschieben“, betont Schindler. Einziger Wermutstropfen: Die Russen sind einkaufsfreudiger. „Die Araber shoppen zwar auch gerne, geben aber nicht so viel Geld aus“, meint Waggershauser.