Der visuelle Eindruck zählt: Schöne Bilder der Sehenswürdigkeiten Baden-Badens stehen beim Instagramm-Account der Kur &Tourismus GmbH im Vordergrund.
Der visuelle Eindruck zählt: Schöne Bilder der Sehenswürdigkeiten Baden-Badens stehen beim Instagramm-Account der Kur &Tourismus GmbH im Vordergrund. | Foto: BBT/pr

Auftritte im Netzwerk

Baden-Baden nutzt Instagram als Informationskanal

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Haben Sie einen Instagram-Account? Falls nicht, dann sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit älter als 30 Jahre. Die Bilderplattform hat sich bei den 14- bis 29-Jährigen in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Sozialen Netzwerk gemausert. In der Altersklasse unter 20 Jahren nutzen laut einer Studie 2018 etwa 60 Prozent Instagram, bei den 14- bis 29-Jährigen ist es noch jeder Zweite. Da scheint es nur konsequent, dass auch viele offizielle Stellen einen eigenen Auftritt auf der Plattform einrichten.

In Baden-Baden haben die Instagram-Nutzer gleich die Qual der Wahl. In der Bäderstadt gibt es mit dem Account „rathausbadenbaden“ der Stadtverwaltung und dem Account „citybadenbaden“ der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH (BBT) gleich zwei relevante Instagram-Größen – mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Aktiv seit 2013

Der erste Post der BBT wurde bereits am 29. Januar 2013 veröffentlicht, erzählt Sabrina Bodemer. Sie ist Online-Managerin bei der BBT und hat seit knapp zwei Jahren dort in Sachen Social Media den Hut auf. Vor ihrer Zeit sei der Instagram-Account eher stiefmütterlich behandelt worden. „Wir sehen immer mehr, dass Bilder das spannendste Element in den Social Media sind“, sagt Bodemer.

Übrigens: Auch die Badischen Neuesten Nachrichten sind auf Instagram vertreten.

Baden-Baden als Gartenstadt

Beim größten Teil der Bilder auf dem Account handelt es sich um user generated content, also Bilder anderer Instagram-Nutzer, die über den City-Account geteilt werden. Aber Sabrina Bodemer und ihre Kollegen posten auch eigene Bilder. Wer durch die verschiedenen Fotos scrollt, sieht auf den ersten Blick, warum Baden-Baden auch als Gartenstadt gilt: Neben architektonischen Schönheiten finden sich dort viele Landschafts- beziehungsweise Parkbilder. Besonders die zartrosa Magnolienblüten scheinen es vielen Instagram-Nutzern angetan zu haben.

Ich achte darauf, dass der Content abwechslungsreich ist.

Spezielle Auswahlkriterien gebe es zwar nicht, aber Bodemer achtet darauf, wie ein Bild fotografiert ist, welchen Blickwinkel der Fotograf gewählt hat, wie das Lichtspiel ist. Und natürlich möchte sie ihren Followern am liebsten Orte zeigen, die sie vielleicht noch nicht kennen. „Ich achte darauf, dass der Content abwechslungsreich ist und nicht drei Tage hintereinander ein Bild des Kurhauses gepostet wird. Baden-Baden macht uns dies aber natürlich sehr einfach, da es viele tolle Motive gibt.“ Den einen oder anderen Filter benutze aber auch sie. Am Ende gehe es in Instagram auch um die bestmögliche Präsentation.

Die Macher: Die jungen Kollegen Hannah Matwich und Jonas Schneider betreuen im Rathaus den Auftritt der Stadt.
Die Macher: Die jungen Kollegen Hannah Matwich und Jonas Schneider betreuen im Rathaus den Auftritt der Stadt. | Foto: Manzey

Über 5200 Abonnenten hat der Account (Stand Juni 2019), die meisten Follower sind zwischen 25 und 34 Jahre alt. Viele kommen aus Baden-Baden oder dem Umland. Für die Zukunft wollen Bodemer und die BBT verstärkt auf Stories (zeitlich begrenzte Bilderfolgen mit Verlinkungen) sowie auf Bewegtbilder setzen.

Instagram als Quelle

Auch im Rathaus spielen Bewegtbilder eine wichtige Rolle. Mit 29 Beiträgen hat die Pressestelle, die für den Rathaus-Account verantwortlich zeichnet, jedoch nur einen Bruchteil des Contents, den der City-Account bietet. Und auch die Bildsprache ist eine deutlich andere. Setzt die BBT auf optimierte Hochglanzbilder, sieht Stadt-Pressesprecher Roland Seiter Instagram eher als zusätzlichen Informationskanal.

Wir müssen alle Menschen erreichen.

Erst kürzlich machte die Nachricht des Reuters Institute Digital News Report, dass immer mehr junge Menschen Instagram auch als Nachrichtenquelle nutzen, Furore. „Wir müssen alle Menschen erreichen“, betont Seiter mit Blick auf die jüngere Generation. Gerade in Krisensituationen wie Sturmwarnungen oder bei Hochwasser schätzt er die rasche Verbreitung wichtiger Meldungen. Der Rathaus-Account ist noch vergleichsweise jung, Startschuss war erst im Februar. Inzwischen folgen ihm 359 Abonnenten.

Einblicke ins Rathaus

Anfangs habe er sich schon die Frage gestellt, ob Einblicke ins Rathaus überhaupt interessant seien, verrät Jonas Schneider. Doch das Nutzerverhalten habe es bestätigt. Mit seiner Kollegin Hannah Matwich legt er die Themen für den Account fest. Roland Seiter ist froh, dass er bei diesem Thema auf seine jüngeren Kollegen zurückgreifen kann.

Sachlichkeit bedeutet auch immer Glaubwürdigkeit.

Auch das Jugendforum Baden-Baden war beratend tätig. „Wir wissen, dass die Bedeutung von Social Media immer mehr zunimmt. Dabei stehen für uns Sachlichkeit und Information an oberster Stelle“, betont Seiter, „Sachlichkeit bedeutet auch immer Glaubwürdigkeit.“ Aus diesem Grund fallen auch die Bearbeitungen der Fotos so gering wie nur möglich aus.

Eigene Erfahrungen

Doch wie lässt sich ein Instagram-Account aufbauen, bei dem es vordergründig eben nicht um schöne Bilder geht? Die 25-jährige Matwich und der 30-jährige Schneider haben eine Schulung an der Verwaltungsakademie Karlsruhe zum Thema „Schreiben für Social Media“ absolviert. Daneben bringen sie ihre eigenen Instagram-Erfahrungen mit ein. „Ein Stück weit ist es aber immer Learning by Doing“, räumt Schneider zu. Bis zum Ende des Jahres wünscht er sich 1000 Abonnenten für den Rathaus-Account.