An der Ortseinfahrt von Baden-Baden sind an einer Informationstafel die Partnerstädte aufgelistet. Darunter auch Sotschi und Jalta. | Foto: Uli Deck (dpa)

Anfragen aus aller Welt

Baden-Baden strebt keine weitere Städtepartnerschaft an

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Die Bäderstadt ist eine weltoffene Stadt. Ist sie auch offen für eine weitere Städtepartnerschaft? Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Gemeinderat, Rolf Pilarski, nannte in der Sitzung des Hauptausschusses einen Wunsch: eine Stadt in Israel. Mit dem Land werde bereits ein Schüleraustausch gepflegt. „Das ist Friedensarbeit, die man spüren kann“, lobte Pilarski.

Offene Türen rannte der FDP-Mann mit seinem Vorschlag bei Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) nicht ein. Nicht etwa, weil der eine Beziehung nach Israel nicht am Herzen läge, sondern aus grundsätzlichen Erwägungen: Mit dem Ältestenrat des Gemeinderats sei abgestimmt, dass Baden-Baden zu den fünf bestehenden keine weitere Städtepartnerschaft eingehen möchte.

Das ist Friedensarbeit, die man spüren kann.

FDP-Stadtrat Rolf Pilarski über den Wunsch nach einer Städtepartnerschaft mit einer Stadt in Israel

Die Erklärung dafür lieferte Mergen gleich mit: „Wir könnten eine weitere Städtepartnerschaft von der Arbeitsleistung nicht bedienen.“ Anfragen nach neuen Städtepartnerschaften gebe es aber immer wieder, etwa aus den Reihen der Bürger. Auch aus China, Indien, den USA oder Japan seien solche Wünsche schon an die Bäderstadt herangetragen worden.

Vier von fünf Beziehungen werden „sehr aktiv“ gepflegt

Von den bestehenden fünf Partnerschaften würden die vier nach Menton (Frankreich), Moncalieri (Italien), Karlovy Vary (Tschechien) sowie Sotschi (Russland) „sehr aktiv“ gepflegt, stellte die Rathauschefin heraus. Die Ausnahme bildet die Partnerschaft zu Jalta auf der Halbinsel Krim. Hintergrund ist die politische Situation.

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Nach Jalta würden derzeit auf Empfehlung des Auswärtigen Amtes keine offiziellen Kontakte auf Ebene der Stadtspitze gepflegt, erläuterte Mergen auf einen Einwand von Gemeinderat Markus Fricke. Solche Kontakte könnten als Akzeptanz der russischen Eingliederung der Autonomen Republik Krim gewertet werden, heißt es.

Freie Bürger fordern „aktiveres Vorgehen“

Der Vertreter der Freien Bürger (FBB) hatte ein „aktiveres Angehen“ der Städtepartnerschaft mit Jalta gefordert, um zu dokumentieren, dass die Städte gemeinsame Interessen hätten. Auf der Ebene des Partnerschaftsvereins könne aber überlegt werden, wie die Beziehung unter Beachtung der Vorgaben begangen werden kann, sagte die Oberbürgermeisterin.

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Der Verein zur Pflege der Städtepartnerschaften wurde am 2. Juli 1987 von Brita Heel und dem damaligen Oberbürgermeister Walter Carlein gegründet. Er erfüllt zusammen mit dem städtischen Kulturbüro die Partnerschaften mit Leben.

So werden etwa 40 Hobbyläufer aus Baden-Baden beim Halbmarathon am 16. Mai in Karlovy Vary an den Start gehen. Das Kulturbüro sieht zudem positive Signale, dass eine „kleine Delegation“ aus Jalta zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft „zu uns kommt“.