Ein Mitglied der Feuerwehr Baden-Baden hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Floriansjünger und 15 weitere Feuerwehrkräfte stehen jetzt unter häuslicher Quarantäne.
Ein Mitglied der Feuerwehr Baden-Baden hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Er und 15 weitere Feuerwehrkräfte stehen jetzt unter häuslicher Quarantäne. | Foto: BNN

Schließungen wegen Coronavirus

Baden-Baden verbietet Veranstaltungen – OB Mergen bittet um Verständnis

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In einer Allgemeinverfügung hat die Stadtverwaltung Baden-Baden angeordnet, dass ab sofort Veranstaltungen mit über 50 Personen im Freien und in geschlossenen Räumen verboten sind. Ausgenommen sind nur Gottesdienste. Das bedeutet auch das engültige Aus für die Osterfestspiele im Festspielhaus.

Ein Mitglied der Feuerwehr Baden-Baden hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Er und 15 weitere Feuerwehrleute befänden sich in häuslicher Quarantäne, teilte der städtische Pressesprecher Roland Seiter mit. Die Einsatzbereitschaft der Rettungskräfte mit über 350 Feuerwehrmännern genieße aber nach wie vor höchste Priorität.

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Deshalb reduziere die Feuerwehr bis auf Weiteres weniger wichtige Aufgaben „auf das unbedingt notwendige Maß“. Das gelte etwa für Brandschutzbegehungen, Schulungen und Schulbesuche.

Veranstaltungen mit über 50 Personen sind ab sofort verboten

Unterdessen hat auch die Stadtverwaltung Baden-Baden mit einer Allgemeinverfügung private und öffentliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen in geschlossenen Räumen und im Freien verboten, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Zudem hat Oberbürgermeisterin Margret Mergen einen Aufruf an die Einwohner gerichtet, in dem sie um Verständnis für die eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung einer weiteren Verbreitung des Coronavirus bittet.

„Reine Vorsichtsmaßnahme“: Grundschule Cite schließt bereits ab Montag

Dazu gehört auch in Baden-Baden die Schließung der Kindertagesstätten und Schulen bis zu den Osterferien und das Herunterfahren von Veranstaltungen „auf ein unbedingt notwendiges Maß“. Die Grundschule Cité schließt dabei bereits an diesem Montag. Dies sei eine reine Vorsorgemaßnahme erklärte der Stadtsprecher am Sonntag. Ein Verdachtsfall sei noch nicht geklärt.

Helfen Sie mit und tragen Sie dazu bei, das Ausbreiten des Virus, wo immer es nur geht, möglichst zu verlangsamen.

Margret Mergen, Oberbürgermeisterin von Baden-Baden

Seine Chefin Margret Mergen spricht mit Blick auf Corona von einer „außergewöhnlichen Situation“. „Mir ist bewusst, dass wir Ihnen einiges abverlangen müssen. Doch helfen Sie mit und tragen Sie dazu bei, das Ausbreiten des Virus, wo immer es nur geht, möglichst zu verlangsamen.“ Dazu gehöre das regelmäßige Waschen der Hände und die „selbstverständliche Rücksicht beim Niesen und Husten“.

Kinder können auch ohne Symptome Virusträger sein

Wichtig sei zudem, Kontakte mit anderen Menschen „so stark es geht“ einzuschränken. Gerade Senioren sollten möglichst zu Hause bleiben. „Sie bilden die größte Risikogruppe und sind am meisten gefährdet.“ Opas und Omas sollten keine Kinder betreuen, „denn Kinder können Virusträger sein, obwohl sie völlig frei von Symptomen sind.“

Alle Informationen gibt es auf bnn.de/coronavirus

 

Ziel sei, die Ausbreitung der Epidemie so zu verlangsamen, dass im medizinischen Bereich genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen. „Jetzt gilt es gemeinsam und solidarisch zusammenzustehen sowie ruhig und besonnen zu handeln!“

Sie ermutigt dazu, Menschen im Wohnumfeld zu helfen, die nicht mobil sein können oder in häuslicher Quarantäne leben: „Das Übernehmen von wichtigen Einkäufen und anderen Besorgungen stellt für diese Nachbarn eine große Hilfe dar.“ Kontakte zur Verwaltung sollten online erfolgen. Die städtische Internetseite www.baden-baden.de nenne auch Durchwahlnummern der Mitarbeiter. Hilfreich sei zudem die Behördenrufnummer 115.

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Auch Rathausmitarbeiter in häuslicher Quarantäne

Auch im Rathaus befänden sich Mitarbeiter nach Aufenthalten in Norditalien oder im Elsass in häuslicher Quarantäne. Deshalb seien „auf absehbare Zeit bestimmte Dienstleistungen nur eingeschränkt möglich“. Die OB bittet, sich mit aufschiebbaren Anliegen zu einem späteren Zeitpunkt an das Rathaus zu wenden.

Ihr Dank geht an Mitarbeiter und Ehrenamtlichen in unterschiedlichen Bereichen, die sich „in besonderem Maße für unsere Gemeinschaft einsetzen“.

Die Stadt hat eine „Allgemeinverfügung über das Verbot von Veranstaltungen und die Schließung von Einrichtungen“ erlassen:
• Die Durchführung von öffentlichen und privaten Veranstaltungen und Versammlungen im Freien und in geschlossenen Räumen mit mehr als 50 Teilnehmenden wird verboten. Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte sind ausgenommen.
• Der Betrieb von Diskotheken, Clubs und Tanzlokalen sowie von Schank- und Speisewirtschaften mit Musikvorführung und Tanz ist verboten.
• Der Betrieb von Kultur- und Bildungseinrichtungen ist verboten, darunter fallen Museen, Theater, Festspielhaus, Freilichttheater und Kinos. Schließen müssen zudem Schwimm- und Hallenbäder, Thermalbäder, Saunen, Volkshochschule und Jugendtreffs, Bibliotheken, Vergnügungs- und Versammlungsstätten sowie Prostitutionsbetriebe.
• Die Maßnahmen gelten zunächst bis zum 19. April 24 Uhr MEZ.
• Wochenmärkte bleiben erlaubt.

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