Von Aufenthaltsqualität keine Spur: In den 70er-Jahren war der Leopoldsplatz noch ein Verkehrsknotenpunkt. Ein Polizist regelte den Verkehr. Ruhiger wurde es auf dem Leo, als am 6. Dezember 1989 der Michaelstunnel eröffnet wurde. Heute rollen aber noch immer täglich rund 600 Busse über den Platz. 11.09.2018 | Foto: Archiv Seiter/Stadt

Leo-Fest

Baden-Baden zeigt Herz und ein Lächeln

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Wenn er aus seiner Geschichte erzählen könnte, dann würde er wohl viele, viele aufmerksame Zuhörer finden – der Leopoldsplatz in Baden-Baden. Der Platz im Herzen der Bäderstadt erinnert an den badischen Großherzog Leopold (1790-1852). Bereits seit dem Jahr 1839 trägt der Leo auch seinen Namen.
Die Stadt stellte der Leo in der Vergangenheit immer wieder vor große Herausforderungen, deren Lösungen mit Beeinträchtigungen verbunden waren. An diesem Wochenende soll das alles in den Hintergrund rücken und die Freude über den neuen Leo dominieren.

„Mittendrin ist alles neu“ heißt das Motto des zweitägigen Festes der Einzelhändler-Initiative Baden-Baden Innenstadt (BBI). Dabei können Bürger auch ein Herz für den Leo zeigen: An diesem Samstag um 17 Uhr sollen die Festgäste ein selbstgemaltes Herz und ihr schönstes Lächeln präsentieren. Das Motiv wird dann von einem Helium-Fluggerät der örtlichen Firma h-aero im Bild festgehalten. Wer sich nicht die Mühe mit einem eigenen Herzen machen möchte, kann sich Herz-Ausdrucke oder Herz-Vorlagen am Kiosk am Leo besorgen. Sollte es der Wettergott am Samstag nicht gut meinen, wird der Versuch auf Sonntag, 17 Uhr verschoben.

Foto: Schultes

Wichtiger Verkehrsknotenpunkt

Schon um 1900 war der Leo übrigens ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Um 1930 rollten sogar Straßenbahnen aus der Lange Straße (heute Fußgängerzone) über den Platz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bahnen aber wieder verbannt. Dafür kamen ab etwa 1950 die vielen älteren Bürgern noch vertrauten O-Busse. Und der Verkehr nahm immer mehr zu, auch weil ab 1952 die B 500 zwischen Baden-Baden und Freudenstadt zur Schwarzwaldhochstraße ein Magnet wurde. Keinen leichten Job hatte in den 70er Jahren der Polizist, der dort den Verkehr regeln musste bis ihn Ampeln ablösten.

Straßenbahnen rollten um 1930 über den Leo, wie dieses Archivbild beweist. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bahnen durch O-Busse ersetzt.

Platz wurde Anfang der 90er umgestaltet

Als am 6. Dezember 1989 der 2,5 Kilometer lange Michaelstunnel in Betrieb ging, rollten rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag nicht mehr über den Leo sondern durch den Tunnel. Der Leo wandelte sich vom Verkehrsknotenpunkt zum Platz mit Aufenthaltsqualität und wurde 1990/1991 entsprechend umgestaltet.

Das Herz der City: Der neue Leo in Baden--Baden.
Das Herz der City: Der neue Leo in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Danach erfolgten immer wieder Reparaturarbeiten, bis im September 2015 entschieden wurde, den Platz in Betonbauweise zu sanieren, was dann in drei Bauphasen erfolgte. Das 1861 für den Großherzog aufgestellte Denkmal kehrt allerdings nicht zurück. Es wurde bereits während des Zweiten Weltkriegs abgebaut – und eingeschmolzen.