Aus sicherer Entfernung bedienen die Arbeiter die Säge, die die Fieserbrücke in Einzelteile zerlegt. Bis Ende Februar soll nur noch ein Viertel des Bauwerks stehen, auf dem ein provisorischer Fußgänger-Überweg eingerichtet wird
Aus sicherer Entfernung bedienen die Arbeiter die Säge, die die Fieserbrücke in Einzelteile zerlegt. Bis Ende Februar soll nur noch ein Viertel des Bauwerks stehen, auf dem ein provisorischer Fußgänger-Überweg eingerichtet wird | Foto: Alina Meier

Sanierungsarbeiten

Baden-Badener Fieserbrücke wird in 20 Teile mit bis zu 45 Tonnen zersägt

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Die Sanierungsarbeiten an der Fieserbrücke sind am Dienstagmorgen mit dem Start der Zersägungsarbeiten in die nächste Phase gegangen. In dieser Woche soll die Brücke in 20 Teile zerlegt werden, die bis zum 21. Februar abtransportiert werden.

„Wir sind bisher genau im Zeitplan“, bestätigte Projektleiter Vincenz Wienk-Borgert von der städtischen Tiefbau-Abteilung. Trotzdem müssen die Baden-Badener noch eine ganze Weile auf die Fieserbrücke verzichten. Die Fertigstellung dauert 17 Monate und ist erst Ende Juni 2021 geplant.

Schwerstes Teil wird 45 Tonnen wiegen

Mit verschiedenen Blättern wird der Beton längs zwischen den Stahlbestandteilen herausgesägt. Die Brücke besteht aus verschiedenen Elementen. Seitlich wurden Hohlkörper verbaut und in der Mitte dickere Platten. Der Überbau besteht aus einer etwa 90 Zentimeter dicken Platte.

Die Arbeiten beginnen daher mit einem kleineren Sägeblatt mit einem Durchmesser von 82 Zentimetern und steigern sich auf Sägeblätter mit einem Durchmesser von bis zu zwei Metern.

Die ausgesägten Teile – das schwerste wiegt immerhin 45 Tonnen – werden mit einem 110-Tonnen-Autokran herausgehoben und nach dem Abtransport durch einen Tieflader dann recycelt.

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Platane an der seitlichen Brückenmauer bleibt erhalten und wird gestützt

Zum Schutz der Jahrzehnte-alten Platane an der seitlichen Brückenmauer wird an dieser Stelle ein Schnitt in die Querrichtung gesetzt.

„Der Teil vor dem Baum bleibt erhalten. Von unten stützen wir dann mit einem Joch“, berichtete Wienk-Borgert. Er begründete auch direkt, warum man sich für das Zersägen der Brücke entschieden habe: „Wären wir hier irgendwo auf einer Wiese im Grünen, hätten wir die Brücke einfach auseinander gemeißelt.“

Säge-Technik bringt geringere Lärmbelastung

Das Schneiden und Ausheben bedeute aber eine deutlich geringere Lärmbelastung für den sensiblen Innenstadtbereich, als das Meißeln mit einem Presslufthammer.

Die nächste Etappe der Arbeiten soll schon bald erreicht werden. „Spätestens Ende Februar wird nur noch ein Viertel der Brücke stehen“, so Wienk-Borgert. Auf dem verbleibenden seitlichen Brückenteil werde bereits jetzt ein provisorischer Fußgänger-Überweg eingerichtet.

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Lange Bauzeit: Arbeiten ruhen bei größeren Veranstaltungen

Die 17 Monate Bauzeit bis Ende Juni 2021, die für das 3,5 Millionen teure Projekt insgesamt veranschlagt sind, haben ihren Grund, erklärte der Projektleiter.

So sei man etwa bei Abdichtungsarbeiten immer von der Witterung abhängig. Außerdem ruhe die Baustelle bei großen Baden-Badener Veranstaltungen wie dem Heel-Lauf oder dem Weihnachtsmarkt. Auf Letzteren werde auch als nächstes großes Etappenziel hingearbeitet, denn dann sollen bereits drei Viertel der Brücke schon wieder stehen.