VIELE LEASINGNEHMER haben im vergangenen Jahr wieder beim Baden-Badener Grenke-Konzern unterschrieben. | Foto: pr

Auf Erfolgskurs

Baden-Badener Grenke-Konzern finanziert neuerdings auch E-Bikes

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Weltstadt statt Kurstadt. Seine 2019er-Bilanz stellt der Baden-Badener Finanzkonzern Grenke AG an diesem Dienstagmorgen hoch oben in der Frankfurter DZ-Bank vor – Deutschlands zweitgrößter Bank.

Die Zwillingstürme der Deutschen Bank sind nicht weit entfernt, der Turm der Commerzbank ist in Sichtweite. Mit dieser Großbank spielen die Baden-Badener seit 2019 in der gleichen Börsen-Liga, im MDax.

Grenke AG arbeitet beim E-Bike mit der Pon-Gruppe zusammen

Frankfurt also, dort wo Analysten sich über den Weg laufen und diese nach der Bilanz-Pressekonferenz auch noch vom Grenke-Management erwartet werden. Was jedermann interessieren dürfte: Grenke bietet mittlerweile auch für E-Bikes Leasingfinanzierungen an. Man kooperiere mit der niederländischen Pon-Gruppe, habe dadurch Kontakt zu 1.200 Händlern. Bereits über 9.200 Verträge kamen so im vergangenen Jahr zustande, so Grenke-Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky. In diesem Jahr sie Leasing-E-Bikes auch in Belgien anbieten. „Das E-Bike hilft bei der Mitarbeiterbindung unsere Kunden“, sagt Finanzvorstand Sebastian Hirsch.

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Drohnen und 3D-Drucker als relativ neue Leasingobjekte

Traditionell ist das Leasing die Domäne des 1978 gegründeten Unternehmens. Knapp 80 Prozent des Neugeschäfts kommt dadurch zustande. 937.000 Verträge gibt es im Bestand. Der Durchschnittspreis liegt bei rund 9.000 Euro pro Leasingobjekt. Hier dominiert vor allem IT-Ausstattung, inklusive Notebooks. Wachsendes Potenzial sieht Leminsky aber auch bei Leasingobjekten wie E-Bikes, Virtual Reality, 3D-Druck und Drohnen.

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Grenke goes USA

Mit Leasingangeboten wollen die Baden-Badener ab diesem Halbjahr auch in den USA mitspielen. Über einen Franchisepartner werde ein Büro in Phönix (Bundesstaat Arizona) eröffnet. Florida und Texas standen noch in der engeren Auswahl, wie Leminsky den BNN sagt.

Die USA sind der größte Leasingmarkt der Welt.

Man werde es in den USA aber in typischer Grenke-Manier bewusst langsam angehen lassen, habe durch die Franchise-Lösung auch nicht das Risiko von Anlaufverlusten, ergänzt Hirsch. Weitaus größeres Potenzial in Übersee sehe er – zunächst – in Kanada und in Australien. Hirsch weiß aber sehr wohl: „Die USA sind der größte Leasingmarkt der Welt.“

Die USA sind das 33-Grenke-Land. Mittlerweile hat der Konzern weltweit 1.675 (2018: 1.456) Mitarbeiter. Allein beim Leasing-Neugeschäft rechnet Hirsch für 2020 mit einem Plus von 14 bis 18 Prozent. Die Gewinnspanne des Konzerns werde sich zwischen 153 und 165 Millionen Euro bewegen.

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Konzerngewinn: Plus von acht Prozent

Im vergangenen Jahr lag der Konzerngewinn bei 142,1 Millionen Euro – ein Plus von acht Prozent. Vor einem Jahr hatte Leminsky zwischen 147 und 156 Millionen Euro prognostiziert – dies wurde aber zum Halbjahr angepasst. Grund: Schadenausfälle nahmen zu, und es wurde teilweise auch später bezahlt. Grenke hat reagiert und kommt für 2019 auf eine Schadensquote von 1,5 (2019: 1,3) Prozent, was im gesetzten Korridor liegt. Hirsch spricht denn auch von einer Normalisierung.

Dividende soll erhöht werden

Freuen können sich die Aktionäre: Der Dividendenvorschlag für die Hauptversammlung am 19. Mai liegt bei 0,88 (Vorjahr: 0,80) Euro pro Aktie.

Ära Renate Hauss endet

Was die Analysten aufmerksam bemerken: Die Grenke AG hat am Dienstag bei ihrem Börsenkurs ihren 52-Wochen-Höchstwert überschritten. Für ein Urgestein des Unternehmens ist es übrigens der letzte Termin mit ihnen: Nach 29 Jahren geht Renate Hauss als Chefin von Investor Relations bei Grenke in den Ruhestand – sie hat den Börsengang 2000 mit gestaltet und fuhr auch mit dem Aufstieg in den MDax Erfolge ein.

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