Eine Lichtshow wie beim Kurparkmeeting in Baden-Baden könnte eine Alternative zum Feuerwerk sein. Das finden die Grünen in der Bäderstadt. Sie fordern ein Verbot der privaten Silvesterknallerei.
Eine Lichtshow wie beim Kurparkmeeting in Baden-Baden könnte eine Alternative zum Feuerwerk sein. Das finden die Grünen in der Bäderstadt. Sie fordern ein Verbot der privaten Silvesterknallerei. | Foto: Bernd Kamleitner

Lichtshow als Alternative

Baden-Badener Grüne sind für Verbot von privatem Feuerwerk

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Vor dem Jahreswechsel wird alle Jahre wieder über die Umweltbelastung durch die Silvesterknallerei diskutiert. Die Grünen-Faktion im Baden-Badener Gemeinderat führt die Debatte über das alljährliche Feuerwerk nun im Januar fort. Mit einer klaren Ansage: Geht es nach dem Willen der größten Fraktion im Gemeinderat der Bäderstadt, dann soll private Knallerei künftig verboten werden.

Die Alternative dazu könnte ein zentrales Feuerwerk in der Stadt oder eine Lichtshow wie beim Kurparkmeeting vor dem Kurhaus sein. „Die Grüne Fraktion ist der Auffassung, dass private Feuerwerke heutzutage nicht mehr zeitgemäß sind“, schreibt die Fraktionsvorsitzende Sabine Iding-Dihlmann an Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU).

Vorschlag: Lichtshow oder ein zentrales Feuerwerk

Mit der Post an die Stadtverwaltung beantragen die Grünen, private Feuerwerke und die Knallerei „nicht nur an Silvester im ganzen Stadtgebiet zu verbieten“. Von einem zentralen Feuerwerk oder einer Lightshow habe „jeder was“, argumentiert Iding-Dihlmann. In anderen Ländern und vielen deutschen Städten sei das „gängige Praxis“.

Unerträgliche Knallerei

Die Knallerei zum Jahreswechsel sei „wieder unerträglich“ gewesen, bilanziert die Grünen-Fraktionschefin. Ein Feuerwerk möge zwar schön anzusehen sein, „aber die negativen Seiten überwiegen deutlich“. Iding-Dihlmann bezieht sich auf Daten des Umweltbundesamts. Demnach werden jährlich rund 4.200 Tonnen Feinstaub (PM10) durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern frei gesetzt, der größte Teil davon in der Silvesternacht.

Kam bei den Gästen gut an: die Lichtshow zum Kurparkmeeting in Baden-Baden.
Kam bei den Gästen gut an: die Lichtshow zum Kurparkmeeting in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Diese Menge entspreche in etwa 25 Prozent der jährlich durch Holzfeuerungen, fast 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr und etwa zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland. „Und das in einer einzigen Nacht“, beklagt die Politikerin. Das Einatmen von Feinstaub gefährde zudem die Gesundheit. Zum Feinstaub komme hinzu, dass sich in Silvesterfeuerwerken etliche andere toxische Stoffe wie Schwermetalle befinden.

Feinstaub gefährdet die Gesundheit

Sofern nicht zugelassene Feuerwerke und Böller gekauft werden sei die Belastung noch viel höher. Das Umweltbundesamts bestätige, dass die Luftbelastung mit dem gesundheitsgefährdendem Feinstaub am ersten Tag des neuen Jahres vielerorts so hoch ist, wie sonst im ganzen Jahr nicht. Mit erhöhten Feinstaubwerten begann das Jahr auch in weiten Teilen Baden-Württembergs.

Spitzenwert in Baden-Baden lag bei 164 Mikrogramm

Eine ausgeprägte Inversionswetterlage hemmte den Luftaustausch. Das führte dazu, dass sich die Feinstaubbelastung nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) am Neujahrstag in der Luft gehalten hat. Für Baden-Baden lag der Tagesmittelwert mit 42 Mikrogramm knapp unter dem zulässigen Grenzwert von 50 Mikrogramm. Die höchste Belastung mit 164 Mikrogramm wurde an der Messstelle in der Bäderstadt um ein Uhr in der Nacht am 1. Januar gemessen.

Kohlendioxid-Belastung

Nach Angaben der Grünen stelle die Kohlendioxid-Belastung ein weiteres Problem dar. Iding-Dihlmann verweist auf die Landwirtschaftliche Versicherungsanstalt in Münster. Für sie sei errechnet worden, dass zwischen Silvester und Neujahr so viele Treibhausgase freigesetzt werden, deren Wirkung vergleichbar sei mit 2.300 Tonnen Kohlendioxid. Das sei ungefähr die Menge, die bei 550 Flügen von München nach New York in die Lufthülle gelangen.

Eine Kehrseite der Silvesterknallerei: zurück bleibt viel Müll.
Eine Kehrseite der Silvesterknallerei: zurück bleibt viel Müll. | Foto: dpa

Brandspuren an neuen Bänken auf dem Leo

Zudem entstünden durch das Feuerwerk enorme Müllmengen, die „leider ganz oft von den Verursachern nicht weggeräumt werden“, schreibt Iding-Dihlmann.  In Baden-Baden habe das Feuerwerk zudem Brandspuren an den neuen Bänken auf dem Leopoldsplatz hinerlassen. Außerdem würden Haus- und Wildtiere unter der Knallerei leiden.