Due mutmaßlichen Juwelenräuber von Baden-Baden wurden in der Schweiz geschnappt. | Foto: Polizei

Gefälschtes Kennzeichen

Baden-Badener Juwelenräuber in der Schweiz geschnappt

Zwei mutmaßliche Baden-Badener Juwelenräuber sind der Schweizer Polizei in die Fänge geraten. Wie die Behörden berichten, glückte die Festnahme der beiden Männer aus Litauen im Schweizer Kanton ´Basel Landschaft´ bereits Ende Januar. Die beiden 22 und 57 Jahre alten Männer stünden im Verdacht, am 29. Januar einen Juwelier in der Baden-Badener Innenstadt überfallen zu haben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Uhren im Wert von mehreren hunderttausend Euro erbeutet

Damals hatten sie Beute in Höhe von mehreren hunderttausend Euro gemacht.  Die Kripo hatte damals davon gesprochen, dass es sich vermutlich um eine überregional tätige Bande handele, auf deren Konto auch der Überfall auf einen Juwelier am 1. Dezember in der Baden-Badener Luisenstraße sowie zwei weitere Raubüberfälle im April und Dezember vorigen Jahres in Koblenz gingen. In allen Fällen erbeuteten die Täter wertvolle Uhren. Ob die Beute bei ihnen gefunden wurde, darüber machen die Behörden keine Angaben.

Flucht über die A 5 nach Süden

Nach dem letzten Coup am 29. Januar, so der Stand der bisherigen Ermittlungen der Rastatter Kripo, dürfte das verdächtige Duo in einem zuvor in Heidelberg mutmaßlich entwendeten Golf über die A 5 und die eidgenössische A 2 bis nach Pratteln geflüchtet sein.

Juwelenräubern wurde gefälschtes Kennzeichen zum Verhängnis

Dort wurde den Männern nur drei Stunden nach der mutmaßlichen Tat in Baden-Baden ein total gefälschtes Kennzeichen zum Verhängnis. Das am Golf angeschraubte Blechschild fiel einer Schweizer Streifenbesatzung auf, die das Fahrzeug mitsamt Insassen auf der Autobahn kontrollierte. Durch die im Anschluss durchgeführten Spurensicherungsmaßnahmen schloss sich der Kreis. Beim Abgleich eines in dem mutmaßlichen Fluchtfahrzeug durch die Schweizer Behörden gesicherten Fingerabdrucks ergab sich eine Übereinstimmung zu einer daktyloskopischen Spur, die am 26. Januar durch Kriminaltechniker in einem bei Gaggenau-Selbach verlassen abgestellten VW-Golf festgestellt wurde.

Von Polizeistreife verfolgt

Dieses Fahrzeug war bereits am 26. Januar  von einer Polizeistreife in der Baden-Badener Innenstadt verfolgt worden, weil es Hinweise auf einen geplanten Raubüberfall gegeben hatte. Dass die damalige Vermutung durchaus ihre Berechtigung hatte, zeigte sich drei Tage später. Am 29. Januar wurde ein Juweliergeschäft unweit des Leopoldsplatz überfallen. Wie die Auswertung der Spuren und Bilder nun vermuten lässt: Von mutmaßlich ein und denselben Männern. Ohne die Zusammenhänge damals zu kennen, hatte ein Polizeibeamter Tage vor dem Überfall das verbotswidrig abgestellte Auto am Eingang der Lichtentaler Straße in Sichtweite des einen Juweliers fotografiert.

Das gestohlene Auto parkte in Sichtweite des Juweliers. | Foto: Polizei

Verdächtige in Untersuchungshaft

Die beiden 22 und 57 Jahre alten verdächtigen litauischen Staatsbürger befinden sich seit ihrer vorläufigen Festnahme in der Schweiz wegen des Verdachts des Pkw-Diebstahls in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden hat internationale Haftbefehle wegen schwerer räuberischer Erpressung und die Auslieferung der Inhaftierten nach Deutschland beantragt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Fahndung in ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“

Obwohl bereits vom Überfall im Dezember in Koblenz relativ gute Fotos der Überwachungskamera vorlagen und der Fall auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ ausgestrahlt wurde, kam die Polizei den Uhrenräubern nur dank der Hilfe ihrer Schweizer Kollegen auf die Spur.