Große Vorfreude: Abdullah Rajab Almalla zeigt die Flyer für sein neues Werk „Zweite Zukunft“, die im Baden-Badener Cineplex-Kino ausliegen. Dort feiert der Spielfilm am 1. Februar Premiere. | Foto: Philipp Kungl

Im Cineplex

Baden-Badener Regisseur Abdullah Rajab Almalla zeigt seinen neuen Spielfilm „Zweite Zukunft“

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Mit seinem Dokumentarfilm „Schatten“ gelang ihm im Jahr 2017 bereits ein großer Erfolg, jetzt möchte er erneut für Begeisterung in der Bäderstadt sorgen: Der Baden-Badener Regisseur Abdullah Rajab Almalla hat einen neuen Film gedreht. „Zweite Zukunft“ heißt das Werk des gebürtigen Syrers, das am 1. Februar im Cineplex-Kino Premiere feiert.

Als die Planungen im Sommer 2017 begannen, war noch nicht abzusehen, dass „Zweite Zukunft“ ein Spielfilm werden würde. „Ursprünglich wollte ich einen Dokumentarfilm gegen das Vergessen drehen“, sagt Almalla. Immer wieder habe er beobachtet, dass viele junge Deutsche kaum mehr die eigene Geschichte, den Schrecken im Zweiten Weltkrieg, kennen.

Also begann Almalla, Interviews mit Zeitzeugen aufzunehmen – wohlwissend, dass es ein reiner Dokumentarfilm über dieses Thema auf der Kinoleinwand schwer haben würde. „Ich habe mich gefragt: Wie kann man die Geschichte verpacken, dass sich die Zuschauer nicht langweilen?“

Echte Zeitzeugeninterviews werden in die Handlung des Spielfilms integriert

Gemeinsam mit Susanne Merkel entstand so ein Drehbuch, das die dokumentarischen Elemente in einen Spielfilm integriert: Der Syrer Amir flieht vor dem Krieg in seiner Heimat und versucht, sich trotz widriger Umstände und grauenvoller Erinnerungen ein neues Leben in Deutschland aufzubauen.

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Bei seiner Arbeit in einer Filmfirma bekommt Amir die Aufgabe, einen Dokumentar-Beitrag über die Menschen im Zweiten Weltkrieg zu drehen. Für den jungen Mann kommen so zwei Seiten zusammen: Die Schrecken des Krieges in Syrien und das Leid der Menschen im Zweiten Weltkrieg.

Die Grundaussage des Films ist, dass Krieg mit allen Menschen das Gleiche macht, egal ob in Deutschland oder Syrien.

Filmemacher Abdullah Rajab Almalla

Auch Almallas eigene Biographie – er kam im Jahr 2015 aus Syrien nach Deutschland – fließt in die Handlung ein. „Die Grundaussage des Films ist, dass Krieg mit allen Menschen das Gleiche macht, egal ob in Deutschland oder Syrien“, sagt der 30-Jährige, dem noch ein weiterer Aspekt am Herzen liegt: „Zweite Zukunft“ ist ein No-Budget-Film, alle Schauspieler haben umsonst gearbeitet. „Ich wollte zeigen, dass man auch mit wenigen Mitteln etwas Professionelles machen kann.“

Alle Szenen wurden in Baden-Baden gedreht – in nur 17 Tagen

Diese Idee überzeugte neben Hauptdarsteller Zohair Serestou, Oliver Jacobs, Sebastian Mirow, Nicolaj Alexander Brucker, Dimetrio-Giovanni Rupp und Sandra Fleckenstein auch den bekannten Baden-Badener Schauspieler Berth Wesselmann, der einen kleinen Gastaufritt hat. Zusammen mit Almalla stürzte sich die Besetzung im Frühjahr 2018 in einen brutalen Marathon.

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Nach nur 17 Tagen waren alle Szenen in Baden-Baden, darunter auch im Bunker in Neuweier, abgedreht. „Viel geschlafen haben wir in dieser Zeit nicht“, erinnert sich Almalla. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Der 85-minütige Film wurde 2019 bei mehreren Festivals gezeigt, dort unter anderem für die Beste Kamera und Beste Regie ausgezeichnet.

Premiere ist am 1. Februar im Baden-Badener Cineplex-Kino

Almalla hofft nun, dass „Zweite Zukunft“ auch in Baden-Baden Anklang findet. „Ich freue mich, dass ich wieder hier im Cineplex meinen Film zeigen kann“, sagt er. Für neue Projekte ist Almalla derzeit auf der Suche nach Produktionsfirmen, denn weitere Filme soll es von ihm auch in Zukunft geben: „Inshalla“, sagt der Filmemacher auf Arabisch. „So Gott will.“

„Zweite Zukunft“ feiert am Samstag, 1. Februar, 19.45 Uhr, Premiere im Baden-Badener Cineplex-Kino. Auch der Regisseur Abdullah Rajab Almalla ist anwesend. Weitere Vorstellungen: Dienstag, 4. Februar, 19.45 Uhr und Mittwoch, 12. Februar, 17 Uhr. Der Eintritt kostet 6 Euro. Mehr zum Filmemacher und seinen Werken unter www.abdullah-allmalla.de.