Unterschiedliche Duftnoten nehmen Volker Soethoff, Traugott Bräuninger und Markus Brunsing (von links) bei der Rose „Sweet Honey“ wahr, während um sie herum fleißig gearbeitet wird. | Foto: Anatol Fischer

Bunte Pracht auf dem Beutig

Baden-Badener Rosenneuheitengarten: Blüte ist besonders früh dran

„Wie gut das duftet“, freut sich eine der beiden Mountainbikerinnen, die mit ihren E-Bikes am Eingang des Rosenneuheitengartens auf dem Beutig stehen. Die Sonne strahlt vom Himmel, aber gerade hat ein Windhauch den Duft der in der Blüte stehenden Rosen hinübergetragen.

Rosenblüte ist zwei Wochen früher dran

Doch was jeden Besucher, der jetzt schon den Weg zu einem der schönsten Baden-Badener Orte findet, freut, bereitet Gartenamtsleiter Markus Brunsing auch Sorgen. So fürchtet er, dass bis zu den Rosentagen ab dem 17. Juni und zur Verleihung der Goldenen Rose am 19. Juni einige schon verblüht sein könnten.

Gesperrt für Besucher ist nur der Bereich, in dem die diesjährigen Wettbewerbsteilnehmer wachsen. Er ist erst wieder frei zugänglich, wenn die Goldene Rose von Baden-Baden verliehen wurde. | Foto: Anatol Fischer

Der Grund ist: Aufgrund des warmen Wetters ist die Blüte etwa zwei Wochen früher dran als in anderen Jahren, wie Volker Soethoff, der Vorarbeiter im Rosengarten, erklärt. An manchen Bögen begännen einzelne Rosen sogar schon abzublühen.

Pflanzen sind „stark im Wuchs“

Trotzdem können diese Sorgen nicht die Freude überdecken, die Markus Brunsing, Volker Soethoff und Traugott Bräuninger, Sachbearbeiter Rosen und Bäume im Gartenamt, beim Blick auf die bunte Pracht haben. Die Pflanzen seien „stark im Wuchs“, hätten „gut Knospen angesetzt“ und zeigten nun eine intensive Blüte, strahlt Brunsing.

Besucheransturm auf Rosenneuheitengarten am ersten Juniwochenende

Das ist wohl auch der Grund für den Besucheransturm am ersten Juniwochenende. Den Höhepunkt werde die Blüte wohl am kommenden Wochenende haben, prognostizieren die Fachleute.

Für Rosenneuheitenwettbewerb werden die letzten Details erledigt

Jetzt laufen zudem die Vorbereitungen für den Rosenneuheitenwettbewerb auf Hochtouren. Vieles ist dafür bereits getan. Beispielsweise ist die Grenze des Gartens zur Moltkestraße hin schon gesäumt mit den Flaggen aller Herren Länder, und das Festzelt steht auch schon.

Ganz in rosa präsentiert sich sie Vorjahressiegerin des Neuheitenwettbewerbs. | Foto: Anatol Fischer

Nun werden beispielsweise noch Etiketten an den einzelnen Rosen gerichtet und Wegekanten begradigt. Was hier klingt, als handle es sich nur um kleine Details, ist jedoch unerlässlich. Der Rosenneuheitengarten „hat in Fachkreisen einen exzellenten Ruf, besonders gepflegt zu sein“, erklärt Brunsing. Das sei einerseits „toll, wenn man ein hohes Level hat“, aber man müsse es dann natürlich auch halten.

Neuheiten sorgen für Veränderung

Dabei geht es nicht nur um das Bewahren, die Neuheiten bringen auch ständige Veränderung. Der Trend gehe zu Farben von rosa bis pink. „Die Apricot-Welle ist im Abklingen“, sagt Brunsing. Auch dunkelrot sei weniger gefragt. Außerdem führten die Neuzüchtungen zu immer robusteren Rosen. Der Pflanzenschutzeinsatz gehe deshalb immer weiter zurück.

Bienen- und Insektenfreundlichkeit rückt in den Fokus

Ein anderes großes Thema ist dem Gartenamtsleiter zufolge die Bienen- und Insektenfreundlichkeit. Bräuninger zeigt es an verschiedenen Rosen: Bei gefüllten Blüten kämen die Bienen fast nicht an den Blütenstaub ran, deswegen gebe es vermehrt Züchtungen, bei denen die Blüte nicht gefüllt und der Blütenstaub erreichbar ist.

Rosen haben manchmal ungewöhnliche Düfte

Vieles möglich ist bei den Düften. „Neu sind Gewürzdüfte“, erzählt Bräuninger. Bei einer Rose habe er sogar Aromen von Gurke wahrgenommen. Bei der „Sweet Honey“ fährt er mit den Fingern über die Knospen und riecht dann daran. Während ihn der Duft hier an Fichtenharz erinnert, denkt Brunsing eher an Wassereis und Orange. Klar ist jedenfalls: Auch Rosendüfte können höchst unterschiedlich sein, und nicht nur die Blüte, sondern auch die Knospe gibt bei einigen Duft ab. Beschreiben lässt dieser sich mit Vergleichen – ähnlich wie beim Wein.