Den Ärger über den Lingener Rückzug aus der Schach-Bundesliga konnte der Baden-Badener Arkadij Naiditsch ausblenden und erstmals in der laufenden Saison einen Siegpunkt zum Gesamterfolg der OSG beisteuern. | Foto: Collet

Schach-Bundesliga

Baden-Badener Verdruss über Rückzug von Aufsteiger SV Lingen

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Auf den ersten Blick ist es eine positive Nachricht für den Schach-Bundesligisten OSG Baden-Baden: Im Kampf um die deutsche Meisterschaft gibt es einen Konkurrenten weniger. Der bislang so stark agierende Aufsteiger SV Lingen kann den Kurstädtern auf dem Weg zum angestrebten 14. nationalen Titel nicht mehr gefährlich werden.

Lingen hat vor der dritten Bundesliga-Doppelrunde den sofortigen Rückzug vom Spielbetrieb erklärt und steht damit als erster Absteiger fest. Als Grund für den Ausstieg gibt der Verein aus Niedersachsen an, „dass es nicht möglich war, weitere Sponsoren für die laufende Saison zu finden“.

Völlig unzureichende Finanzierungsgrundlagen

Dies löste freilich keine Jubelstürme an der Oos aus – im Gegenteil. Nicht nur der OSG-Vorsitzende Patrick Bittner bedauert die Entwicklung. Der Vorstand der Schach-Bundesliga um Präsident Markus Schäfer und Vizepräsident Ulrich Geilmann hat keinerlei Verständnis dafür, „dass der SV Lingen seine Teilnahme an dem Wettbewerb offenbar fahrlässig auf völlig unzureichenden Finanzierungsgrundlagen begonnen hat“

OSG-Vorsitzender Bittner spricht sich für Lizenzierungsverfahren aus

OSG-Chef Bittner spricht sogar von einer „Katastrophe“. Und: „Das ist für die Liga ganz schlecht. Es ist höchste Eisenbahn, dass vor der Saison ein Lizenzierungsverfahren eingeführt wird.“

Dass der SV Hockenheim, der gegen Lingen verloren hat, vom Rückzug des Neulings profitiert, ist aus Baden-Badener Sicht ein weiterer negativer Aspekt der Entwicklung. Nicht klar ist zudem, wo die OSG ihr nächstes Spiel austrägt. Eigentlich sollte die anstehende Doppelrunde am 22./23. Februar mit den Partien gegen Lingen und Bremen in Lingen stattfinden. „Wir haben die Anreise und Hotelunterkünfte unserer Spieler mit Blick auf Lingen organisiert und wissen jetzt nicht, wo wir tatsächlich antreten werden. Das ist mehr als ärgerlich“, so Bittner.

Tabellenführung behauptet

Immerhin lief für die Baden-Badener am vergangenen Wochenende, wie berichtet, sportlich alles nach Plan. Die Tabellenspitze wurde verteidigt. In Kiel gab es zunächst gegen die einheimische SG Turm einen 6:2-Erfolg, dem ein 5,5:2,5 gegen den bisherigen Tabellenzweiten Hamburger SK folgte.

Dass Arkadij Naiditsch dabei gegen Sipke Ernst seinen ersten Sieg in dieser Saison feierte, hob Bittner besonders hervor. „Das gibt ihm sicher Auftrieb“, meinte er.