Bepflanzen nach Plan: Lara Waldinger (links) und Simone Reinfried bereiten im Baden-Badener Gartenamt die Blumenkübel für die Innenstadt vor. | Foto: Rudolphi

Fast 40.000 Frühjahrsblüher

Baden-Badens Gärtner schaffen Blütenmeer

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Der Farbkonzept für den Frühjahrsflor in Baden-Baden orientiert sich seit Jahren am Hauptwerk der Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern. Dieses Mal ist es Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“. Das Festspielhaus unterbricht wegen der grassierenden Coronavirus-Pandemie zwar die Vorbereitungen, es bleibt aber bei der langfristig gepanten Bepflanzung der Beete, die überwiegend in Gelb, Grün und Blau strahlen werden.

Ob die Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern angesichts der weiter grassierenden Coronavirus-Pandemie stattfinden werden, ist zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sicher. Die Vorbereitungen sind derzeit unterbrochen. Aber der darauf abgestimmte Frühjahrsflor in den städtischen Beeten und Blumenkübeln kommt auf jeden Fall. Das Farbkonzept für die Bepflanzung orientiert sich seit Jahren am Hauptwerk der Festspiele – dieses Mal ist Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“ vorgesehen.

Die Planung für das Farbkonzept beginnt ein Jahr im Voraus

Eine mögliche Absage des Festivals ändert nichts am geplanten floralen Schmuck für die kommenden Wochen. Markus Brunsing, der Leiter des städtischen Fachgebiets Park und Garten, hat sich bereits ein Jahr im Voraus gemeinsam mit dem Festspielhaus überlegt, welche Farben und Pflanzen zum musikalischen Höhepunkt passen könnte und dann die entsprechenden Frühjahrsblüher bestellt. Die städtischen Gärtner sind bereits seit einigen Tagen dabei, die Beete in der Innenstadt herzurichten.

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Gelb-, Grün- und Blautöne dominieren in den Beeten

In den kommenden Wochen werden in den Blumen-Rabatten die Gelb-, Grün- und Blautöne dominieren. Es sei für ihn gar nicht so einfach gewesen, Farben zu finden, die sich mit „Fidelio“ assoziieren lassen, räumt Brunsing im Gespräch mit unserer Redaktion ein. In den vergangenen Jahren sei ihm das leichter gefallen: schicksalsrot zu Verdis „Otello“ (2019), zabergarten-violett zu Wagners „Parsifal (2018) oder nachtblau zu Puccinis „Tosca“ (2017) – in diesen Werken wogen die Emotionen, was die Farb-Ideen nur so habe sprudeln lassen.

Ausgeklügelte Komposition: Das Beet vor dem Theater ist gemäß dem Farbkonzept in Gelb-, Blau- und Weißtönen gehalten. | Foto: Rudolphi

Da geht es weniger um Gefühle als vielmehr um Werte.

Markus Brunsing, Leiter des städtischen Fachgebiets Park und Garten

Aber „Fidelio“, ein Werk das hauptsächlich im Gefängnis spielt? „Da geht es weniger um Gefühle als vielmehr um Werte“, erläutert Brunsing. Freiheit, Treue und Hoffnung stehen für den Gartenamts-Chef dabei im Fokus. Die Herausforderung sei, diese eher abstrakten Ideale farblich umzusetzen. Um dem gerecht zu werden, gibt es in diesem Jahr keinen prägnanten Farb-Begriff, sondern zum ersten Mal ein Motto.

Das Motto ist „Sehnsucht nach Licht und Hoffnung“

„Sehnsucht nach Licht und Hoffnung“ haben die Verantwortlichen das Konzept für die Farbgestaltung überschrieben, die neben dem Frühjahrsflor auch die Fahnen und Banner sowie das Programmheft umfasst.
Gelb ist Brunsing zufolge die Farbe der Freiheit, wie viele politischen Bewegungen 19. Jahrhunderts dokumentierten. Grün steht ja ohnehin ganz klassisch für die Hoffnung. Vor allem Tulpen sollen diese beiden Töne zur Geltung bringen.

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Weiß bringt das Arrangement zum Leuchten

Die städtischen Gärtner haben bereits im Spätjahr 18.000 Stück gesteckt. Hinzu kommen jede Menge Euphorbien (Wolfsmilchgewächse) und Purpurglöckchen, die neben den Blättern das Grün und das Gelb zum Tragen bringen sollen. Das Blau steuern Trauben-Hyazinthen, Vergissmeinnicht und Anemonen bei. Weiße Blüten dazwischen sollen dieses Arrangement richtig zum Strahlen bringen.

Die städtischen Gärtner pflanzen 40.000 Frühjahrsblüher

Neben den Tulpen kommen in diesen Tagen weitere 40.000 Frühjahrsblüher in die Beete, darunter Goldlack, Primeln, Mohn und Akelei. Brunsing rechnet damit, dass die Tulpen bereits Anfang April in voller Blüte stehen werden. „Normaler Weise ist der Höhepunkt Ende April“, berichtet der Leiter des Fachgebiets Park und Garten. Der milde Winter habe aber einen erheblichen zeitlichen Vorsprung beschert.