Fruchtig und leicht: Lennart Geist gibt die badische Antwort auf den klassischen French 75. Seinen „Badisch 75“ verfeinert er mit süßem Senf.
Fruchtig und leicht: Lennart Geist gibt die badische Antwort auf den klassischen French 75. Seinen „Badisch 75“ verfeinert er mit süßem Senf. | Foto: Manzey

Über den Gläserrand

Black Forest Bar Cup in Baden-Baden: Zehn Barkeeper kämpfen um den Sieg

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Was gibt es bei der aktuellen Hitze schöneres als einen kühlen Drink? Dahingehende Inspiration konnte man sich am Montagnachmittag in der Bar Fritz & Felix holen. Der Black Forest Bar Cup gastierte im Brenners in Baden-Baden und lockte zahlreiche Barkeeper in die Bäderstadt.

Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht – wie der Name bereits suggeriert – der Schwarzwald. Wettbewerbsgründer Wilfried Schöllmann kommt selbst von dort und wollte seine Heimatregion auch kulinarisch ins Gespräch bringen. „Der Schwarzwald kämpft leider immer noch ein bisschen mit dem Vorurteil, etwas rückständig zu sein. Dabei gibt es bei uns so viele tolle Aromen und Produkte.“

Wettbewerb um die besten Drinks

Bereits zum vierten Mal veranstaltet Schöllmann deshalb den Black Forest Bar Cup, das zweite Mal schon in Baden-Baden. Zehn Barkeeper und sieben Barfood-Kreationisten kämpfen im Finale um den Sieg. Die Vorgaben sind einfach: Fünf Zutaten, maximal zwei davon selbst gemacht und einen klaren Bezug zum Schwarzwald. Alle Rezepte mussten die Kandidaten vorher einreichen, im Wettbewerb selbst soll es vor allem um das Produkt und die Präsentation gehen. Fünf Drinks müssen die Teilnehmer für die Jury herstellen. Der Rest ist für die Gäste zum Probieren.

Schwenks aus der Schöpfungsphase

Dass Barkeeper gute Geschichtenerzähler sind, merken die Besucher im Fritz & Felix spätestens dann, wenn der erste zum Shaker greift. Anekdoten über die verwendeten Zutaten und ihre Herkunft gehören ebenso dazu wie kleine Schwenks aus der kreativen Schöpfungsphase. Und natürlich darf bei einem solchen Wettbewerb auch mal über den Teller- beziehungsweise Gläserrand geschaut werden. So unterschiedlich wie die Drinks sind auch ihre Schöpfer.

Die Barszene ist ein Dorf

Dennoch hat man sofort das Gefühl, einer eingeschworenen Gemeinschaft gegenüberzustehen. „Die Barszene ist ein Dorf“, weiß Enya Lamade. Sie ist Leiterin der Abteilung Event in Schöllmanns Offenburger Bar „Haus Zauberflöte“ und seine Assistentin. Man lacht, tauscht sich aus und philosophiert über exotische und regionale Zutaten.

Karlsruher mixt in Baden-Baden

Mit dabei ist auch der Karlsruher Lennart Geist. Er betreibt seit knapp einem Jahr gemeinsam mit seiner Partnerin Claudia die Bar „The Door“ in Karlsruhe und steht bereits seit zehn Jahren hinter der Theke. „Da ich privat auch sehr gerne koche, wollte ich mit meinem Drink die Themen Essen und Trinken verbinden“, verrät er.

Nicht nur der fertige Drink zählt – auch die Präsentation und die Zubereitung müssen stimmen. Lennart Geist hat sichtlich Spaß am „Shakern“. | Foto: Manzey

Seinen Cocktail „Badisch 75“ präsentiert er dann auch mit einer Sahnecreme, Lavendelstaub und Himbeermacaron. „Für mich war wichtig, dass der Drink sehr leicht gemacht werden kann, auch wenn die einzelnen Zutaten etwas Arbeit bereiten. Außerdem wollte ich das ,Zero Waste’-Konzept umsetzen.“

Senf und Sekt

Mit süßem Senf setzt Geist dann auch auf eine etwas ungewöhnlichere Geschmacksnote. Zum Abschluss wird alles mit Kessler Hochgewächs Chardonnay Brut, aufgegossen, einem besonderen Sekt, für Geist der „deutsche Champagner“. Sein Cocktail schmeckt sehr leicht und spritzig, die Senfaromen brechen sich nur unterschwellig Bahn. Mit der verspielten Dekoration und der kleinen Süßigkeit eignet sich der Drink perfekt für einen heißen Sommertag!

Irgendwann entwickelt man dann ein Gespür dafür.

Die Rezeptur für diesen Cocktail sei ihm spontan eingefallen. Beim Kreieren eines neuen Drinks müsse man sich jedoch zuerst überlegen, welche Aromen miteinander harmonieren. „Irgendwann entwickelt man dann ein Gespür dafür. Bei den Aromen war ich mir von Anfang an sicher, dass sie gut zusammenpassen werden.“ Welche Zutat er am Ende aber wie gewichten und dosieren muss – dafür habe er dann doch ein bisschen herumtüfteln müssen.

Rezept für „Badisch 75“

Zutaten:

  • 6 cl Monkey 47
  • 3 cl Himbeer Shrub (selbst gemacht)
  • 2 cl Zitronenwasser (selbst gemacht)
  • 2 Barlöffel süßer Senf
  • Kessler Hochgewächs Chardonnay Brut
  • Himbeerstaub und Lavendel

Monkey 47, Himbeer Shrub, Zitronenwasser und Senf shaken, sieben und mit Sekt aufgießen. Mit Himbeerstaub und Lavendel verzieren.

Der Karlsruher Lennart Geist konnte sich am Ende leider nicht durchsetzen. Platz 1 ging an den Düsseldorfer Tim Allgaier und seinen Drink „Gimlettle“.

Mit seinem Drink „Gimlettle“ gewinnt der Düsseldorfer Tim Allgaier den Black Forest Bar Cup 2019. | Foto: pr