EINTAUCHEN IN DIE NATUR können die Teilnehmer beim 5. Merkurlauf am Samstag, 12. Oktober. Was die Läufer auf den 9,5 Kilometern erwartet, vermittelt diese Luftaufnahme (aufgenommen bei einem Zeppelinflug): ein stilles Walderlebnis. | Foto: Bernd Kamleitner

Mit knackigem Anstieg

Beim Merkurlauf sind die Teilnehmer Gast im Wald

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Erst war es nur mal so eine Idee – und die ist vor allem wegen des daraus entstandenen Konzepts auf fruchtbaren Boden gefallen. Am Samstag, 12. Oktober, werden nun schon zum fünften Mal Teilnehmer einen Berglauf auf den Merkurgipfel absolvieren. „Das wird ein ruhiger Lauf, ein leiser Lauf, denn wir sind zu Gast im Wald“, heißt es auf der Homepage zum nächsten Merkurlauf. „Die Teilnehmer sind eher Wanderer auf der Strecke“, beschreibt Organisator Peter Kaiser die besondere Atmosphäre. Eine „stille Sache“ soll es werden – ohne laute Musik oder sonstigem Rummel.

Man ahnt es bereits: Klar, Kaiser ist selbst ein leidenschaftlicher Bergläufer. Ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen stammend ist der Mann „hier hängengeblieben“, wie er seinen Wechsel nach Baden-Baden beschreibt. Den hat er zu keiner Zeit bereut.

Hier ist meine Idylle

„Hier ist meine Idylle“, schwärmt er von seiner Wahlheimat. Weil er so begeistert war, schwebte ihm, der nach eigenen Angaben von Herzen ein Baden-Badener ist, vor, etwas für die Stadt zu tun. Herausgekommen ist das Konzept für den Berglauf, mit dem er Forst und Stadtverwaltung überzeugen konnte. Die Strecke ist freilich nicht ohne: Auf den 9,5 Kilometern sind etwa 450 Höhenmeter zu überwinden, zum Teil geht es recht knackig bergauf. Das ist ja kein Wunder, schließlich ist das Ziel der Gipfel des fast 670 Meter hohen Baden-Badener Hausbergs.

Anstieg ist ambitioniert – aber machbar

Berglauf-Routiniers stellt das wohl vor keine großen Probleme. „Die schnellsten sind unter 40 Minuten oben“, weiß Kaiser. Das ist eine ambitionierte Zeit, die schaffen Spezialisten, die solche Läufe regelmäßig absolvieren. Als weniger erfahrener Bergläufer muss man sich aber nicht total verausgaben. „Es gibt auch Teilnehmer, die sagen, ich probiere das mal“, berichtet der Organisator, der von der Laufwelt in Rastatt-Wintersdorf unterstützt wird. Berglaufeinsteiger sind willkommen: Die dürfen auch gerne 80 Minuten oder noch länger brauchen. „Wir haben kein Limit“, sagt Kaiser. Der Anstieg, findet der Organisator, ist zwar ambitioniert, „aber machbar!“. Wer will, kann an den knackigen Bereichen der Strecke walken oder gehen.

Für Fall der Fälle: DRK ist auch vor Ort

Die Zeit wird, wie bei Laufveranstaltungen üblich, mit einem in die Startnummer integrierten Chip gemessen. Hinter dem langsamsten Teilnehmer rollt, wie bei einem Marathonlauf, der so genannte Besenwagen, der bei dieser Veranstaltung eine Aufsichtsperson auf dem Rad ist. Auch das DRK ist – für den Fall der Fälle – mit dabei. Genau auf der Hälfte der Strecke – direkt vor dem ersten großen Anstieg – gibt es für die Bergläufer übrigens eine Verpflegungsstation mit Wasser. Im Ziel warten dann erfrischende Getränke, stärkende Nahrung und etwas „Süßes“ auf die glücklichen Gipfelstürmer.

Maximal 200 Teilnehmer am Start

Auf maximal 200 Teilnehmer ist der Merkurlauf ausgelegt. So 130 bis 140 Läufer melden sich zumeist schon im Vorfeld an. „Die Teilnehmerzahl stellt sich fast schon natürlich ein“, freut sich Kaiser auf treue Merkurläufer – auch bei der fünften Auflage.

Termin und Anmeldung: Der Merkurlauf ist am Samstag, 12. Oktober. Die Startnummern werden ab 13 Uhr ausgegeben. Anmeldung bis 8. Oktober auf www.merkurlauf.de. Nachmeldungen sind bis 30 Minuten vor dem Start möglich. Der Start erfolgt um 15 Uhr.
Start: An der Talstation der Merkurbahn in Baden-Baden (Merkuriusberg 2). Startgebühr: 18 Euro. Dafür gibt es im Ziel auch ein Funktionsshirt.
Das Ziel: Ganz oben auf dem Baden-Badener Hausberg Merkur. Direkt beim Aussichtsturm wird man mit einem atemberaubenden Ausblick für alle Mühen belohnt, heißt es in der Ausschreibung. Und: Alle, die oben mit Startnummer ankommen, dürfen mit der Bergbahn kostenlos ins Tal fahren.
Die Strecke: 9,5 Kilometer ausschließlich auf Waldwegen quer durch den Badener Stadtwald. Aber: Rund 4,5 Kilometer sind leicht ansteigend, der Rest geht knackig bergauf! Insgesamt sind etwa 450 Höhenmeter zu meistern. Machbar auch für Berglauf-Einsteiger, betont der Veranstalter.
Zuschauer und Betreuer: Zuschauer und Betreuer gelangen mit der Merkurbahn auf den Merkur. Tickets gibt es direkt an der Station am Automaten. Oder man geht zu Fuß: Dauert auf der kürzesten Strecke (3,3 km) etwa 45 bis 60 Minuten. Und wie geht es wieder runter? Einfach runterlaufen – oder wieder mit der Bergbahn fahren.