Die Leo-Affäre zieht weitere Kreise. Der Chef der Firma Weiss soll in über 100 Fällen heimlich Gespräche mit anderen aufgezeichnet haben.
Die Leo-Affäre zieht weitere Kreise. Der Chef der Firma Weiss soll in über 100 Fällen heimlich Gespräche mit anderen aufgezeichnet haben. | Foto: Kappler

Leo-Affäre in Baden-Baden

Bekommt Weiss keine öffentlichen Aufträge mehr?

Anzeige

Noch sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft um den nach wie vor im Raum stehenden Vorwurf der verbotenen Preisabsprache im Zusammenhang mit dem zweiten Abschnitt des Leopoldsplatzes nicht abgeschlossen, da droht der im Verdacht stehenden Firma Weiss der Ausschluss bei öffentlichen Aufträgen. Nach BNN-Informationen lässt die Stadt im Moment juristisch prüfen, ob das Unternehmen wegen Vertrauensbruch überhaupt noch bei der Vergabe von Bauarbeiten berücksichtigt werden kann.

Heimliche Aufzeichnungen

Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Firmeninhaber. Er soll in den vergangenen Jahren nach BNN-Informationen in über 100 Fällen heimlich Gespräche und Telefonate mit anderen Menschen aufgezeichnet haben – mit Ingenieuren, städtischen Mitarbeitern und auch mit Journalisten und Stadträten. Auch Mitarbeiter der Stadtwerke und der Umwelttechnik sollen von den über Jahre andauernden Abhöraktionen betroffen sein. Im Geschäftsverkehr ein eklatanter Vertrauensbruch.

Beweise im Handy

Das Ermittlungsverfahren war in Gang gekommen, nachdem das Mobiltelefon des Firmeninhabers beschlagnahmt und ausgewertet worden war. Zum Vorschein kamen Gesprächsaufzeichnungen von teilweise über einer Stunde Länge. Allesamt strafbare Handlungen.

Weiss droht Freiheitsstrafe

Die Polizei ermittelt wegen der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes. Laut Strafgesetz wird derjenige mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, der unbefugt das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt oder eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.