Die Dahlienkönigin 2018: Kazusa-shiranami ist ein Züchtung aus Japan. Zu sehen im Dahliengarten an der Lichtentaler Allee in Baden-Baden.
Die Dahlienkönigin 2018: Kazusa-shiranami ist eine Züchtung aus Japan. Zu sehen im Dahliengarten an der Lichtentaler Allee in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Magnet in Baden-Baden

Blütenwunder im Dahliengarten neigt sich dem Ende zu

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Manche Blumenfreunde scheuen auch eine weite Anreise nicht, um in den Genuss dieser Farbenpracht zu kommen: Im Dahliengarten in der Lichtentaler Allee in Baden-Baden bringen die Pflanzen aus der Familie der Korbblütler Jahr für Jahr den Beweis dafür, dass sie zu Recht als wahre Blütenwunder bezeichnet werden. Doch die Tage der „Königin des Spätsommers“ an der Flaniermeile entlang der Oos sind gezählt: Am Donnerstag naht das Ende.

Königin des Spätsommers

Das hat einen einfachen Hintergrund: „Dahlien sind sehr frostempfindlich“, erläutert Lale Breitenbucher. Eine frostige Nacht, und der Blütenpracht wird ein abruptes Ende bereitet. In dieser Jahreszeit werden die Stängel der Blütenpflanze zudem ohnehin schwächer. „Da haben sie nicht mehr so viel Kraft wie im Sommer“, ergänzt die Vorsitzende der Freunde des Dahliengartens, ein Kreis, der seit dem Jahr 2004 besteht – und seine Arbeit unter anderem aus dem Verkauf von Blumensträußen und Knollen finanziert.

Dahlien sind sehr frostempfindlich

An diesem Donnerstag, 18. Oktober, werden von 9 bis 13 Uhr vor Ort Sträuße verkauft, am Tag darauf, am Freitag, 19. Oktober, können Dahlienfreunde von 12 bis 14 Uhr Knollen erwerben, die ausgegraben werden müssen, sollen sie im Winter nicht erfrieren. Darunter sind auch seltene Züchtungen, die bei Dahlienliebhabern besonders begehrt sind. Die rund 150 Mitglieder der Freunde des Dahliengartens haben dabei einen Vorteil: Sie dürfen Knollen vorab bestellen.

In den 64 Beeten gegenüber der Klosterwiese mit rund 1 800 Dahlien findet man einen guten Überblick über die Vielfalt der Züchtungen – darunter eine Dahlienkönigin: Kazusa-shiranami, eine Züchtung aus Japan, wurde im September zur Schönsten in dem Kleinod in der weltbekannten Lichtentaler Allee gekürt.

Jedes Jahr ein völlig neues Blütenerlebnis

Weil das Aufbewahren der Dahlienknollen zu viel Platz in Anspruch nehmen würde, trennen sich die Freunde des Dahliengartens stets in dieser Jahreszeit von den Blüten und tags darauf von den Knollen. „Mit dem Geld kaufen wir Stecklinge fürs neue Jahr“, erklärt Breitenbucher. So werden im Garten, der vom Gartenamt der Kurstadt immer wieder neu konzipiert und von ehrenamtlichen Helfern und professionellen Gärtnern gepflegt wird, stets auch 20 bis 30 neue Sorten gepflanzt. Jahr für Jahr entsteht dadurch im Dahliengarten ein völlig neues Blütenerlebnis.

Enorme Farbenvielfalt

„Diese Farbenvielfalt ist enorm“, schwärmt nicht nur Breitenbucher von der ursprünglich aus Mittelamerika stammenden Zierpflanze mit den großen und dekorativen Blütenständen. Im Frühjahr wird die Anlage übrigens zum Tulpengarten, bevor dann ab Ende April oder im Mai die Dahlien wieder in die Beete eingepflanzt werden. Viele Dahlienfreunde unterstützten die Anlage, in dem sie Patenschaften für Beete übernehmen.

Flaniermeile Lichtentaler Allee

Neben dem Rosengarten in der Gönneranlage, benannt nach dem früheren Oberbürgermeister Albert Gönner (1838-1909), kann die Lichtentaler Allee dem Besucher immer wieder neue Naturerlebnisse bieten. Derzeit lassen sich viele Flanierer auch von dem rot-gelben Blätterspektakel des Baumbestands in der über zwei Kilometer langen Promenade in der einstigen „Sommerhauptstadt Europas“ faszinieren.

Herbst lässt auf sich warten

Im heimischen Garten ist beim Thema Dahlien und Winterquartier übrigens noch keine Eile angesagt. In den nächsten sieben bis zehn Tagen ist jedenfalls in der Region kein Frost in Sicht. Es soll allerdings auch weiterhin relativ trocken bleiben, betont Dominik Jung vom BNN-Wetterdienst Q.met. Bis Freitag soll es täglich noch knapp über 20 Grad geben, in der nächsten Woche sind tagsüber auch noch zwischen 16 bis 19 Grad drin. „Der Herbst lässt auf sich warten“, meint der Meteorologe. Ende Oktober, so seine vorsichtige Prognose, könnte es dann vielleicht doch noch herbstlich werden.