Botanisches Kleinod: Wolfgang Eberts (rechts) präsentiert bei einer Führung die Sammlung exotischer Pflanzen in seinem Arboretum am Fuß des Baden-Badener Merkurs. Der Eigentümer würde das Areal gerne der Stadt überlassen. | Foto: Krause-Dimmock

Botanik-Kleinod in Baden-Baden

Wird das Arboretum öffentlich zugänglich?

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Das Arboretum oben am Eckberg in Baden-Baden ist ein echtes botanisches Kleinod. Auf einer Fläche von rund fünf Hektar bietet es eine Sammlung exotischer Pflanzen – darunter einige stattliche Mammutbäume, viele Magnolien und Blumenhartriegel. Im Laufe von mehr als 50 Jahren haben zunächst Friedrich Eberts und dann sein Sohn Wolfgang Bäume und Sträucher auf der ganzen Welt zusammengetragen und sie auf dem Grundstück am Fuß des Merkurs gepflanzt.

Die Sammlung enthält viele exotische Pflanzen

„Mein Vater hat das Areal 1965 gekauft“, erzählt Wolfgang Eberts im BNN-Gespräch. Damals sei es nur etwa dreieinhalb Hektar groß gewesen. „Außer ein paar Kiefern und Kastanien wuchsen dort vor allem Kartoffeln“, erinnert sich Eberts. In den vergangenen Jahrzehnten habe seine Familie das Arboretum zur heutigen Besonderheit gemacht. „Bäume sind nicht nur das Rückgrat der Lichtentaler Allee, sondern wichtig für Baden-Baden“, bekräftigt Eberts mit Blick auf den Wert und die Bedeutung seiner Sammlung.

Das Areal am Merkur ist bislang nur bei Führungen geöffnet

Bislang ist das Arboretum öffentlich nicht zugänglich. Ausnahmen waren Führungen zu besonderen Anlässen oder Tage der offenen Tür wie etwa zu den Rendezvous aux jardins, bei denen der Eigentümer Besuchern seine botanischen Schätze präsentierte. Wenn es nach Eberts geht, könnte das Arboretum künftig möglicherweise dauerhaft für Spaziergänger, Wanderer und Naturliebhaber offen stehen.

Steinernes Dokument: Ein Felsbrocken weist auf Wolfgang Eberts Arboretum oben am Eckberg hin. | Foto: Krause-Dimmock

Eigentümer ist der „Bambus-Papst“ Wolfgang Eberts

Der deutschlandweit bekannte „Bambus-Papst“ hat im vorigen Jahr seine Baumschule und seinen Gartenbetrieb in Baden-Oos geschlossen. Nun denkt er nicht nur über die Zukunft seines Firmengeländes, sondern auch seines Arboretums nach. Eberts könnte sich vorstellen, das Gelände der Stadt zu überlassen. Es habe bereits erste Gespräche gegeben. „Es ist erforderlich, dort pflegerisch und gestalterisch einzugreifen. Geschieht das nicht, entsteht schnell ein Bannwald“, erläutert Eberts.

 

Die Stadt könnte das Arboretum übernehmen

„Das Arboretum wäre eine tolle Bereicherung. Es ist sehr interessant und schön“, gerät Thomas Hauck, Leiter des Fachgebiets Forst und Natur, ins Schwärmen. Er ist überzeugt, dass dieses Kleinod sehr gut in das touristische Portfolio der Stadt passen würde, zumal der Merkur mit dem Wildgehege als eine der Hauptattraktionen in der Nähe liege und der Panorama-Weg unmittelbar am Arboretum vorbeiführe.

Viele Wege sind verfallen

Hauck weist jedoch darauf hin, dass viele Wege in dem Areal verfallen seien und einiger Aufwand erforderlich sei, das Areal verkehrssicher herzurichten. Nach Auskunft des Forstchefs könnten für dieses dafür Zuschüsse etwa aus dem Leadertopf fließen.

Eine Vorbild ist das Obstgut Leisberg

Eberts hat für sein Vorhaben ein Modell wie für das Obstgut Leisberg vor Augen. „Die Stadt hat es aus dem Dornröschenschlaf erweckt und es für alle Zeiten gerettet“, schwärmt er. Er freue sich über das Engagement der Bürgergemeinde Unterbeuern. Nach diesem Vorbild ließe sich auch das Arboretum gestalten. „Die Baden-Badener Bürger lassen sich für so etwas mitnehmen“, ist er überzeugt.

Ein Weinwanderweg könnte durch das Arboretum führen

Zudem wäre es nach Eberts’ Ansicht möglich, mit einem dauerhaft geöffneten Arboretum eine Idee von Heinz Knapp umzusetzen. Der Eigentümer des Weinguts Jagdhaus Hubertus plant seit langem einen Weinwanderweg, der von dem von ihm bewirtschafteten Reben am Silberbuckel und Eckberg durch das Arboretum zum Weinberg am Schafberg führen soll.