Glasfaseranschlüsse sind auf diesem Bild in einem Verteilerkasten zu sehen. Wenn der Gemeinderat zustimmt, wollen die Stadtwerke künftig auch als Telekommunikationsdienstleister aktiv werden und die Stadt etwa mit schnellem Breitband-Internet ausstatten. Das geht aber nicht von heute auf morgen.
Glasfaseranschlüsse sind auf diesem Bild in einem Verteilerkasten zu sehen. Wenn der Gemeinderat zustimmt, wollen die Stadtwerke künftig auch als Telekommunikationsdienstleister aktiv werden und die Stadt etwa mit schnellem Breitband-Internet ausstatten. Das geht aber nicht von heute auf morgen. | Foto: Gabbert

Neues Geschäftsfeld

Stadtwerke Baden-Baden wollen in schnelles Breitband-Internet investieren

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Wer ermöglicht künftig in Baden-Baden Telekommunikationsdienstleistungen wie schnelles Breitband-Internet? Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Gemeinderat sollen die Stadtwerke den Auftrag erhalten, im Rahmen der Daseinsvorsorge eine flächendeckende Glasfaserinfrastruktur und die damit verbundenen Dienstleistungen aufzubauen. Die Entscheidung soll in der Sitzung des Gemeinderats der Bäderstadt an diesem Montag (6.05.19) fallen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Kommunalparlament den Stadtwerken mit auf den Weg gegeben, eine entsprechende Strategie als Netz- und Serviceprovider im Bereich der Telekommunikation zu erstellen. Das Papier, am dem verschiedenen Experten mitgewirkt haben, liegt inzwischen vor.

Strategie bis 2040

Ein Ziel aus dem vergangenen Jahr scheint dabei aber nicht zu halten zu sein: Bis zum Jahr 2030, so die damalige Vorstellung, sollte die flächendeckende eigene Glasfaserinfrastruktur der „Internetwerke“ vorliegen. Aus wirtschaftlichen Gründen soll die Realisierung der angestrebten Dienstleistung um weitere zehn Jahre auf 2040 verschoben werden, heißt es in dem Strategiepapier, das als Vorlage zur Entscheidung der Kommunalpolitiker dient.

Wirtschaftlichkeit von Breitband-Internet

Hintergrund ist die Tatsache, dass eine Wirtschaftlichkeit des Betriebszweigs erst ab dem Jahr 2034 erwartet wird. Dieses Ergebnis sei jedoch bei Infrastrukturprojekten üblich, heißt es. Die Erklärung: Der Aufbau der Infrastruktur ist teuer und die ertragsstarken Jahre sind demnach erst zum Ende der Nutzungsdauer zu erwarten.

Systematisches Mitverlegen

Dass die Stadtwerke in diesem Bereich aktiv werden, ist durchaus naheliegend: Kein anderer Dienstleister könne das Mitverlegen der Leitungen so umfangreich nutzen, wie der kommunale Energieversorger. So soll das systematische Mitverlegen der Glasfaserleitungen auch „einen städtebaulich verträglichen Ausbau bewirken.“

Unter dem Strich soll dabei eine langfristige Refinanzierung und die Wirtschaftlichkeit des Netzes sichergestellt werden. Die Wirtschaftlichkeit könne zudem jährlich geprüft und Investitionen angepasst werden. So werde das wirtschaftliche Risiko auf ein Minimum reduziert. Gegebenenfalls könne das Geschäftsfeld auch aufgegeben werden, wird im Strategiepapier ausgeführt.

Bündelprodukte für Kunden

Mit steigendem Bandbreitenbedarf seien zwar höhere Investitionen erforderlich, parallel könnten damit aber auch mehr Kunden geworben werden. Dabei denken die Stadtwerke auch an so genannte „Bündelprodukte“: Kunden, die bereits Strom und/oder Gas vom kommunalen Energieversorger beziehen, können einen Rabatt bekommen, wenn sie auch Internet- und Telefonleistungen über diese beziehen. Damit könne auch die Kundenbindung erhöht werden.

Alternative zu Stadtwerken

Sollten die Stadtwerke die Telekommunikationsdienstleistungen nicht übernehmen, müsste ein anderer Anbieter das übernehmen. Dann müsste die Stadt an diesen eine Subvention zahlen, damit die Einwohner entsprechend versorgt werden. Die Landeshauptstadt Stuttgart fördere den Glasfaserausbau durch die Telekom etwa mit 30 Prozent.