Vor der Wiedereröffnung: Henning Matthiesen, Direktor von Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden, mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Opening Team 2020".
Vor der Wiedereröffnung: Henning Matthiesen, Direktor von Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden, mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Opening Team 2020". | Foto: Bernd Kamleitner

Luxushotel in Baden-Baden

Brenners Park-Hotel öffnet nach Corona-Pause wieder für Gäste

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Zu Beginn des Jahres war die Auslastung schon gut, aber dann kam die Corona-Krise und auch für Brenners Park-Hotel & Spa eine Zwangspause. Jetzt empfängt das Grandhotel wieder Gäste. Ein Stammgast musste das Luxushotel aber nicht verlassen: Hauskatze Cleopatre.

Henning Matthiesen im T-Shirt? Undenkbar! Als Direktor des weltberühmten Brenners Park-Hotel & Spa trägt der aus dem hohen Norden stammende Wahl-Baden-Badener bei der Arbeit stets feinen Zwirn, sprich: Anzug und Krawatte sind Pflicht. Natürlich! Aber es gibt eine Ausnahme.

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Vor der Wiedereröffnung des Grandhotels an diesem Mittwoch hat sich Matthiesen tatsächlich ein weißes T-Shirt mit dem Emblem der noblen Herberge auf der Vorderseite und der Aufschrift „Opening Team 2020“ auf der Rückseite übergestreift – wie seine Angestellten, die alle zusammen im T-Shirt für ein Fotomotiv posierten. Die Botschaft, die dahinter steht, ist eindeutig: Wir sind wieder für Sie da!

War in den vergangenen zweieinhalb Monaten verwaist: das Kaminzimmer im Brenners in Baden-Baden.
War in den vergangenen zweieinhalb Monaten verwaist: das Kaminzimmer im Brenners in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Eine Schließung des Brenners hatte es in dessen 148-jährigen Geschichte vor der Corona-Krise bislang nur zweimal gegeben. Die Ursache waren jeweils äußerst extreme Umstände: der Erste und der Zweite Weltkrieg. Und jetzt eben Corona!

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Jede Schließung hat einen wesentlichen Nachteil: Sie ist nicht gut für das Image eines Beherbergungsbetriebs, schon gar nicht, wenn der in der Ersten Liga spielt, oder, wie beim Brenners, in der Champions-League.

Jahr 2020 begann mit einer guten Auslastung

Im noblen Haus an der Oos werden deshalb nicht erst seit Dienstag alle Hebel in Bewegung gesetzt, sich bei der Kundschaft wieder ins Gespräch zu bringen. „In dem Moment, in dem wir vorne zugeschlossen haben, waren die Gedanken bereits bei der Wiedereröffnungsphase“, erinnert Matthiesen an den Freitag, den 20. März.

Blick ins idyllische Grün: Im Brenners sollen sich die Gäste einfach nur Wohlfühlen.
Blick ins idyllische Grün: Im Brenners sollen sich die Gäste einfach nur Wohlfühlen. | Foto: Bernd Kamleitner

Einfach war die verordnete Zwangspause zu dem Zeitpunkt nicht. „Wir hatten einen guten Start ins Jahr“, berichtet der Direktor von der Auslastung im Januar und Februar, ein Trend, der sich hätte fortsetzen können. Doch es kam bekanntlich ganz anders.

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Kleiner Trost für das Brenners-Team: „Die Situation war für alle Hotels gleich“, betont Matthiesen. Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf habe er sich mit den rund 300 Mitarbeitern etwas besser mit der Lage abfinden können.

Hauskatze Cleopatre fühlte sich einsam

Außergewöhnlich war die auf jeden Fall. „Wenn ich abends durch das Hotel gegangen bin, war das wie bei einem Kapitän, dessen Schiff im Hafen liegt“, erzählt Matthiesen. Das war „schon komisch“, räumt er ein. Doch ein Stammgast war immer noch da: Cleopatre, die Hauskatze des Brenners.

Cleopatre, die edle Hauskatze in Brenners Parkhotel Baden-Baden.
Cleopatre, die edle Hauskatze in Brenners Parkhotel Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Der edle Stubentiger, Liebling vieler Gäste, vor allem von kleinen, habe sich in der Zeit schon etwas einsam gefühlt. Ganz ausgestorben war das Luxushotel ohnehin nicht. Eine Mannschaft mit rund 20 Mitarbeitern war auch in der Pause im Dienst.

Zeit in der Corona-Krise wurde für Instandsetzungsarbeiten genutzt

Zum einen mussten die Gäste, die in der angeschlossenen Residenz permanent wohnen, versorgt werden, zum anderen Telefon und Empfang besetzt sein, um Kundenanfragen anzunehmen. Zudem wurde die Zeit für Instandsetzungsarbeiten genutzt.

Die Bar im Restaurant Fritz & Felix.
Die Bar im Restaurant Fritz & Felix. | Foto: Bernd Kamleitner

So wurde etwa der Baldachin neu gestrichen. „Bei regulärem Betrieb wäre das mit einer Schließung des Eingangs verbunden gewesen“, erläutert der Hoteldirektor. Der lässt sich von der Corona-Krise nicht Laune nicht verderben und blickt positiv nach vorne, während im Haus noch an vielen Ecken und Enden der Endspurt für die Wiedereröffnung angelaufen ist.

Zur Wiedereröffnung wird die Terrasse des Brenners erweitert.
Zur Wiedereröffnung wird die Terrasse des Brenners erweitert. | Foto: Bernd Kamleitner

Die hätte eigentlich schon zum 29. Mai erfolgen können, zu dem Zeitpunkt jedoch ohne Freigabe des Pools im Wellnessbereich. „Wir haben auf den Termin für die Freigabe des Schwimmbads gewartet, das war das I-Tüpfelchen“, nennt Matthiesen die Begründung für den späteren Neustart.

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Das Brenners ohne Schwimmbad, das wäre für den Direktor wie der Besuch eines Restaurants, in dem von fünf Hauptgerichten auf der Karte nur zwei verfügbar sind. Undenkbar!

Grandhotel mit Tradition: Das Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden.
Grandhotel mit Tradition: Das Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden. | Foto: Bernd Kamleitner

Apropos Restaurant: Einschränkungen wie Mund-Nasen-Maske sind entsprechen der Vorgaben auch im Brenners hinzunehmen. Alle Tische im „Fritz & Felix“ stehen mindestens zwei Meter voneinander entfernt. Sämtliche Gerichte werden nur à la carte serviert, aber auch auf der Sonnenterrasse im idyllischen Gartenbereich. „Zur Wiedereröffnung haben wir die Terrasse mit Blick auf die herrliche Lichtentaler Allee erweitert“, sagt Matthiesen.

Gäste begeistern, das ist unsere Aufgabe

Hoteldirektor Henning Matthiesen

Der Vater von zwei Söhnen, der sich beim Wandern und Radfahren in der Natur erholt, freut sich, dass es wieder los geht. Er hofft, dass der Tourismus in der einstigen Sommerresidenz Europas nach den Corona-Einschnitten wieder richtig Fahrt aufnimmt. Das Brenners wird – wie gewohnt – dazu seinen Beitrag leisten: „Gäste begeistern, das ist unsere Aufgabe!“