Kennt sich mit Kleidern aus: Der ehemalige Herrenaustatter und Comedian Benni Stark hat gerne Cappy und bequeme Jeans an, wirft sich aber doch auch schon mal gerne mit einem Anzug in Schale.
Kennt sich mit Kleidern aus: Der ehemalige Herrenaustatter und Comedian Benni Stark hat gerne Cappy und bequeme Jeans an, wirft sich aber doch auch schon mal gerne mit einem Anzug in Schale. | Foto: pr/Riggelsen

Im BNN-Interview

Comedian Benni Stark macht sein Ding im Rantastic in Baden-Baden

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Mit seinem Programm kleider.lachen.leute räumt Comedian Benni Stark nun mit seiner beruflichen Vergangenheit auf. Der ehemalige Herrenausstatter plaudert am Sonntag, 23. Juni im Rahmen des Rantastic Sommer Specials nun auch im Rantastic Biegarten in Baden-Baden-Haueneberstein aus dem Nähkästchen. Los geht es um 19. Uhr. Unsere Mitarbeiterin Meike Paul sprach mit dem Comedian über Vorbilder, seine modische Rebellion und die allgemeine Entwicklung der gesamten Comedy-Branche.

Kleider machen Leute – können Sie das bestätigen?

Stark: Also ich sag mal so: Ich habe mein Auto mal morgens in Freizeitklamotten in der Werkstatt abgegeben, da war der Service okay. Als ich das Auto nach der Arbeit allerdings im Anzug wieder abgeholt habe, war es ein ganz anderes Level. Leider macht es in einigen Bereichen schon einen deutlichen Unterschied, was jemand trägt. Zum Glück kommen wir davon heutzutage langsam ein wenig weg und sehen das ein bisschen entspannter.

In Ihrem neuen Programm sprechen Sie über Ihre Arbeit als Herrenausstatter. Trägt ein Benni Stark denn gerne Anzug und Schlips?

Für Comedians gehört ein Anzug ja nicht direkt zur Alltagsgarderobe.

Stark: Trägt er gerne! Auf jeden Fall! Mittlerweile muss sich dafür natürlich immer der richtige Anlass bieten. Durch meinen Berufswechsel habe ich die Gelegenheit deutlich seltener –für Comedians gehört ein Anzug ja nicht direkt zur Alltagsgarderobe.

Jetzt ja eher Cappy und Shirt – ist das Ihre Rebellion?

Stark: Nein, ganz so ist es nicht. Ich genieße es allerdings sehr, jetzt auch mal lässig gekleidet rumlaufen zu können. Etwas, das damals als Herrenausstatter wirklich undenkbar gewesen wäre. Es ist zwar nicht so, dass ich es dort jeden Tag schmerzlich vermisst habe, ein Cappy zu tragen, dennoch ist es schon cool, jetzt auch mal mein Ding machen zu können.

Welche Eigenschaften eines Mode-Experten sind denn auch als Comedian zuträglich?

Stark: Es macht schon Spaß, wenn man Backstage mit Kollegen ins Gespräch kommt und der ein oder andere einen fragt, wie man sein Outfit findet. Das nimmt jetzt nicht Überhand, aber kommt schon mal vor. Ich freue mich immer, wenn Leute hinterfragen, wie man welche Klamotten kombinieren kann oder was für ein Outfit gerade angesagt ist und dabei Wert auf meine Meinung legen.

Und ist es gerade die Situationskomik, die Ihnen damals durch den Alltag half?

Im Einzelhandel passieren einem teilweise Geschichten, die glaubt einem keiner.

Stark: Auf jeden Fall, Situationskomik war das A und O! Im Einzelhandel passieren einem teilweise Geschichten, die glaubt einem keiner. Vor allem sind sie aber viel zu lustig, um sie nicht mit anderen zu teilen.

So kamen Sie zur Comedy?

Stark: Das war auch mit einer der Gründe, warum ich mein Programm überhaupt geschrieben habe, warum der Reiz überhaupt entstanden ist, auf die Bühne zu gehen. Insofern unterschreibe ich das zu 100 Prozent.

Haben Sie modische Vorbilder?

Stark: Jein, ich guck schon hin bei Leuten, denen man ansieht, das sie Bock drauf haben, sich gut anzuziehen. Direkte Vorbilder habe ich aber nicht. Es gibt so wahnsinnig viele Leute, die wirklich gut gekleidet sind. Ich steh halt drauf, wenn Leute beides können – zum einen den Anzugtyp verkörpern, zum anderen aber auch leger angezogen noch stylisch sind.

So wie Sie selbst also?

Stark: Die Jungs aus der Serie „Suits“, das wären eventuell Vorbilder, was Anzüge angeht. Die sehen wirklich immer top aus. Oder vielleicht Michael Bublé. Im Freizeitbereich würde ich sagen, dass Justin Timberlake einen ziemlich guten Style hat.

Und zu welchen Comedians schauen Sie auf. Über wenn können Sie immer noch herzlich lachen?

Über Situationskomik kann ich mich auch immer bestens amüsieren.

Stark: Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich total auf Parodien stehe. Da kann ich mich echt wegschmeißen. Über Situationskomik kann ich mich auch immer bestens amüsieren. Aber auch hier habe ich keine direkten Vorbilder oder Idole.

Das Angebot ist ja schon auch echt groß…

Stark: Ich habe generell einen riesigen Respekt vor jedem, der es schafft andere Leute zum Lachen zu bringen. Und noch größeren Respekt vor den Leuten, die damit echt die großen Hallen vollmachen.

Es gab Hoch-Zeiten des Stand-Ups. Die sind leider einige Jahre vergangen. Was glauben Sie – lachen die Leute heute nicht mehr so gerne, oder haben sich die Ansprüche verändert?

Die Leute lachen auf jeden Fall immer noch sehr gerne und auch viel.

Stark: Das sehe ich tatsächlich ganz anders. Wenn man sich mal umguckt, gibt es mittlerweile sehr viele verschiedene Themenbereiche, die groß sind. Ich habe das Gefühl, dass die Bandbreite an Comedians um einiges vielfältiger geworden ist. Vielleicht hat sich die Verteilung ein wenig verändert, aber es gibt nach wie vor sehr viele Comedians, die unheimlich erfolgreich sind. Die Leute lachen auf jeden Fall immer noch sehr gerne und auch viel.

Und wovon träumen Sie eigentlich nachts? Sind es Alpträume?

Stark: Ich glaube, Alpträume hatte jeder schon mal. Mittlerweile habe ich aber meine Zeit im Einzelhandel ganz gut verarbeiten können, da verfolgt mich mittlerweile nichts mehr. Ansonsten träume ich ganz nette, smarte Sachen und ich träume davon weiterhin als Comedian auf Tour zu sein und mich stetig weiterzuentwickeln. Davon träume ich auf jeden Fall.

Auf was dürfen sich die Gäste freuen?

Stark: Sie können sich auf die ganze Wahrheit freuen. Wir blicken hinter die Kulissen: Mann und Frau beim Shoppen, die einzelnen Bereiche der Frauen und Männer, die Hürden bei der Aussprache der Markennamen. Eben alles das, was mir so in 13 Jahren passiert ist.

Klingt beinahe nach einer Abrechnung.

Stark: Nee. Auch das normale Leben spielt eine Rolle. Mir macht es unheimlich Spaß, die ein oder andere Frage ans Publikum zu richten und zu sehen, wer was für Erfahrungen gemacht hat – um dann zu schauen, was rumkommt. Das macht jede Show ein bisschen anders. Ich freue mich immer, wenn die Gäste aus meiner Show gehen und sich selbst im Programm wiederfinden konnten.