Gemeinsam gegen Corona: Mit der neuen Warn-App können Infektionsketten schneller nachverfolgt und unterbrochen werden. | Foto: A. Friedrichs, imago-images.de

Umfrage in der Fußgängerzone

Corona-Warn-App: Nicht alle Baden-Badener sind Fans

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Die Corona-Warn-App erscheint wortwörtlich auf der Bildfläche deutscher Smartphones. Die Meinungen der Passanten in der Fußgängerzone in Baden-Baden über den Nutzen der Software könnten allerdings unterschiedlicher nicht sein.

Amelie Blank gehört zu den Befürworterinnen der Corona-Warn-App. Sie hat die Software bereits heruntergeladen. Ihrer Meinung nach ist sie sinnvoll. Sie gibt jedoch zu bedenken, dass jeder Nutzer seine Daten ehrlich einpflegen müsse – nur dann gehe das Konzept des Warn-Systems auf. Sie vermutet außerdem, dass auch das Gesundheitsamt entlastet werde, wenn jeder die App herunterlädt. Infektionsketten könnten so besser nachvollzogen werden, sagt sie.

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Die App ist für mich nur ein weiteres Mittel zur Überwachung.

Bozo Kraljevic

Ganz anderer Meinung ist Bozo Kraljevic: Für ihn ist die App ein „weiteres Mittel zur Überwachung“. Er selbst hat die Software nicht installiert, da er sich Sorgen um seine Daten macht. Für Personen, die besonders gefährdet sind, sich mit dem Coronavirus anzustecken, mache die App jedoch Sinn, gibt er zu.

Bozo Kraljevic sorgt sich um seine Daten und hat die App nicht installiert.
Bozo Kraljevic sorgt sich um seine Daten und hat die App nicht installiert. | Foto: Julian Meier

Sorge um ältere Menschen

Teo Jägersberg hat die App bereits installiert. „Ich hatte noch keine Risikobegegnung“, sagt der Passant erleichtert. Er ist positiv gestimmt. Jägersberg macht sich jedoch Sorgen um ältere Menschen, die möglicherweise ein zu altes oder gar kein Smartphone besitzen. „Da sollte man noch nachbessern“, gesteht er.

Teo Jägersberg nutzt die Corona-Warn-App bereits.
Teo Jägersberg nutzt die Corona-Warn-App bereits. | Foto: Julian Meier

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Nadine Kappler steht der App skeptisch gegenüber. Einerseits sei die Idee hinter dem Warn-System ein guter Gedanke. Andererseits gehe das Konzept der App nur dann auf, wenn sie flächendeckend Einsatz findet. Daran glaubt die junge Frau jedoch nicht. Sie selbst hat die App nicht installiert. „Für mich ist das ein zu starker Eingriff in die Privatsphäre“, erklärt sie.

Nadine Kappler ist zwar kein Fan der App, findet jedoch die Idee dahinter gut.
Nadine Kappler ist zwar kein Fan der App, findet jedoch die Idee dahinter gut. | Foto: Julian Meier

Die jüngere Generation sollte mit gutem Beispiel vorangehen

„Corona wird uns weiter begleiten“, sagt Theresia Künstle. Gerade deshalb nutzt sie das Programm bereits auf ihrem Smartphone. Ihrer Meinung nach dient die App dem Selbstschutz und dem Schutz anderer. Besonders die jüngere Generation sollte mit gutem Beispiel vorangehen und die Software herunterladen, sagt die Baden-Badenerin.

Theresia Künstle findet, dass junge Menschen eine Vorbild-Funktion haben.
Theresia Künstle findet, dass junge Menschen eine Vorbild-Funktion haben. | Foto: Julian Meier

Sandra Maltar ist der Meinung, dass Mindestabstand und Atemschutzmaske genug Maßnahmen sind, um das Virus einzudämmen. Sie hält nicht viel von der App und hat diese auch nicht installiert. Ihrer Meinung nach ist die Software ein Instrument zur Überwachung. Sie versteht und respektiert aber, dass besonders ältere Menschen das Programm nutzen möchten.

Keine Bedenken aufgrund des Stromverbrauchs

Die Schülerinnen Romy Schulten und Polina Druzhinina haben die Software installiert. Die beiden sagen, dass sie die App gewissenhaft nutzen möchten und einen eventuellen Krankheitsfall umgehend einpflegten. Der Nutzung stehen die jungen Frauen demnach positiv gegenüber. Über einen erhöhten Stromverbrauch der App machen sie sich keine Sorgen.

Daniel und Silvia Spörri sind zu Besuch in der Kurstadt. Die beiden kommen aus der Schweiz. Sie berichten, dass die Corona-Warn-App in ihrem Heimatland noch nicht freigegeben sei. Wenn sie jedoch die Möglichkeit hätten, würde sich das Ehepaar die Software sofort installieren.

Silvia und Daniel Spörri sind überzeugt vom Konzept der App.
Silvia und Daniel Spörri sind überzeugt vom Konzept der App. | Foto: Julian Meier

Aus einer Mitteilung des Landratsamtes Rastatt geht hervor, dass auch Oberbürgermeistern Margret Mergen die App heruntergeladen habe.