Das Baden-Badener Kongresshaus bleibt zeitweise leer: Aus Sorge vor dem sich weiter ausbreitenden Coronavirus haben einige Unternehmen wie der Oetker-Konzern oder Boehringer große internationale Treffen in der Stadt an der Oos abgesagt. | Foto: Rudolphi

Stornierungen nehmen zu

Coronavirus verunsichert Baden-Badens Kongress- und Reisegäste

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Das sich weiter ausbreitende Coronavirus verunsichert die Besucher Baden-Badens. Erste Unternehmen wie der Oetker-Konzern oder der Pharmariese Boehringer haben große internationale Treffen mit mehreren hundert Teilnehmern im Kongresshaus storniert. Auch die Hotels verzeichnen Absagen geplanter Reisen an die Oos. Die Branche befürchtet erhebliche Umsatzeinbußen.

Das Coranavirus hat erste konkrete Auswirkungen auf Baden-Baden. Zwar gibt es in der Stadt keine Infizierten oder Verdachtsfälle, aber die ersten Firmen haben bereits größere internationale Veranstaltungen oder Treffen im Kongresshaus am Augustaplatz storniert.

Große Unternehmen sagen internationale Treffen ab

Nach Auskunft von Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Kongresshaus Baden-Baden Betriebsgesellschaft, hat der Oetker-Konzern seine Jahrestagung, die Anfang dieser Woche hätte stattfinden sollen, abgesagt. Das Pharma-Unternehmen Boehringer hat sein Meeting nächste Woche storniert.

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Kongress-Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt

Zu dem Treffen waren mehrere hundert Teilnehmer aus der ganzen Welt eingeladen. Die Firma habe angesichts der aktuellen Entwicklung, nach der das hoch ansteckende Virus sich weiter verbreitet, vorsorglich auf den Kongress verzichtet, um die Besucher zu schützen.

Die Stornierungen häufen sich

„Von den Stornierungen sind vorerst nur die großen internationalen Veranstaltungen betroffen“, betont die Kongresshaus-Chefin im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie schließt aber nicht aus, dass die Absagen sich häufen könnten, wenn die Situation sich weiter zuspitze und das Virus sich zunehmend verbreite.

Diese ersten Einbrüche sind zwar nicht dramatisch, aber spürbar.

Nora Waggershauser, Geschäftsführerin des Kongresshauses

„Diese ersten Einbrüche sind zwar nicht dramatisch, aber spürbar“, räumt Waggershauser ein. Die Veranstalter trügen bei Absagen zwar die Storno-Kosten, aber die mit einem Kongress verbundenen zusätzlichen Umsätze wie etwa für die benötigte Technik oder die Bewirtung fielen weg und seien nicht zu ersetzen.

Stornierungen bedeuten Umsatzeinbußen

Das treffe vor allem die Hoteliers und Gastronomen in der Stadt, in deren Häusern die Kongressgäste übernachten oder Essen gehen. Waggershauser zufolge sind das erhebliche Einnahmen, die bei einer Stornierung für die Branche wegfallen.

Hotels verzeichnen Absagen von Buchungen

Neben den Kongress-Teilnehmern werden auch andere Gäste, die Baden-Baden besuchen wollen, zunehmend vorsichtiger. Immer mehr Touristen sagten ihre an der Oos geplanten Aufenthalte ab, erläutert Nora Waggershauser, die auch Geschäftsführerin der Kur & Tourismus GmbH ist. Dass der ein oder andere Gast auf einen Besuch verzichte, sei für sie durchaus verständlich.

Die Situation ist noch überschaubar

Die Situation in Baden-Baden sei nach wie vor überschaubar. Es bleibe aber abzuwarten, wie das Coronavirus sich in Deutschland weiter ausbreiten werde. „Es wird auf jeden Fall in der Stadt seine Spuren hinterlassen“, ist Waggershauser überzeugt.

Die Veranstalter setzen auf zusätzliche Hygiene

Nach Rücksprache mit der Stadtverwaltung seien zum jetzigen Zeitpunkt keine Absagen von Veranstaltungen wie etwa Konzerten oder Ausstellungen geplant. Waggershauser hofft, dass das auch für die Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern gelten werde. Um Gäste besser zu schützen, seien im Kongresshaus bei den Eingängen und in den Toiletten zusätzliche Hygiene-Spender zur Desinfektion der Hände installiert. Auch die Mitarbeiter seien eigens geschult.

Publikumsmagnet: Tausende Gäste aus aller Welt besuchen die Osterfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden, die derzeit nicht gefährdet sind. | Foto: Straub

Die Osterfestspiele sind derzeit nicht gefährdet

Die Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern, zu denen das Festspielhaus Baden-Baden mehrere tausend Besucher erwartet, sind zum jetzigen Zeitpunkt von der Ausbreitung des Coronavirus nicht gefährdet. „Wir beobachten die Lage sehr aufmerksam und hoffen, dass die Situation sich in vier Wochen entspannt“, betont Rüdiger Beermann, Kommunikationsdirektor des Festspielhauses.

Das Festspielhaus ist in Kontakt mit den Behörden

Die Verantwortlichen bereiteten sich derzeit nicht auf eine mögliche Epidemie während der Festspiele vor. Intendanz und Geschäftsführung stünden in engem Kontakt mit den Behörden wie dem Gesundheitsamt und agiere auf der Grundlage von deren Empfehlungen. Das Festspielhaus biete seinen Besuchern vorsorglich mehr Möglichkeiten zur Handhygiene.