Platz schaffen für neues: Der berühmte Mammutbaum in der Lichtentaler Allee wird am Montag an einen anderen Standort 500 Meter weiter versetzt.
Platz schaffen für neues: Der berühmte Mammutbaum in der Lichtentaler Allee wird am Montag an einen anderen Standort 500 Meter weiter versetzt. | Foto: Christiane Krause-Dimmock

„Baumfenster“

Der Mammutbaum-Stamm in der Baden-Badener Lichtentaler Allee bekommt einen neuen Platz

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Es war ein schmerzlicher Schnitt – letztlich mit der Motorsäge ausgeführt – als feststand, dass der große Mammutbaum an der Hauptwiese der Lichtentaler Allee nicht mehr zu halten war. Das Bestreben des städtischen Fachgebiets Park und Garten, auch den Spaziergängern die Möglichkeit eines Abschieds von diesem eindrucksvollen Baumexemplar zu ermöglichen, ist gelungen. Als ersten Schritt hatte Fabian Knecht den Mammutbaumstamm in seine Kunstinstallation „White Cube“ im Rahmen der Ausstellung „Ausstellen des Ausstellens“ der Staatlichen Kunsthalle in der ersten Jahreshälfte 2018 einbezogen.

Von unserer Mitarbeiterin Christiane Krause-Dimmock

Anschließend hatte das Fachgebiet Park und Garten den in Baden-Baden ansässigen Künstler Professor Karl Manfred Rennertz gebeten, eine weitere künstlerische Intervention an dem Mammutbaum auszuführen. Diese stand für die Zeit, in der eine Fällung des Baums wegen der mehrjährigen Busumleitung durch die Lichtentaler Allee nicht möglich war. Grund dazu waren Baustellen am Leopoldsplatz und in der Luisenstraße.

Mammutbaum ist ein beliebtes Fotomotiv

So entstand im Juli 2018 sein „Baden-Badener Baumfenster“. Das Künstler wollte mit dem Fenster in dem Stamm eine Blickachse auf den Steinbrunnen der Lichtentaler Allee schaffen. Das Baumfenster ist zu einem der meistfotografierten Kunstobjekte in Baden-Baden geworden, erklärt Gartenamtschef Markus Brunsing.

Die nun bevorstehende Versetzung sei notwendig, sagt er. Für die zukünftige Entwicklung der denkmalgeschützten Parkanlage der Lichtentaler Allee sei es wichtig, dass man einen neuen Mammutbaum an den bisherigen Standort pflanze. Dort nehme er eine wohl komponierte Positionierung innerhalb der Gesamtproportion der großen Alleewiese ein.

Versetzung in Richtung der Tennisplätze

Das Fachgebiet Park und Garten und der Künstler haben entschieden, das Kunstobjekt an einem anderen Standort in der Lichtentaler Allee aufzustellen. An dem Ursprungsstandort des Mammutbaums soll wieder ein neuer Mammutbaum gepflanzt werden.

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Als neuer Standort für das Kunstobjekt wurde die Fläche des ehemaligen Kleingolfplatzes zwischen der Fremersbergstraße und den Tennisplätzen in der Lichtentaler Allee ausgewählt. Hier befindet sich ein kreisförmiger Sitzplatz. Von dort aus sei eine fast 500 Meter lange Sichtachse bis zum Steinbrunnen in der Lichtentaler Allee erlebbar. Am kommenden Montag nimmt ein Telekran den Mammutbaum in zwei Teilen ab.

Spender übernehmen Teile der Kosten

Der untere Stammabschnitt mit dem Baumfenster wird dann zum ehemaligen Kleingolfplatz transportiert und dort zwischengelagert. In der Zeit sollen Vorbereitungen für die statisch gesicherte Wiederaufstellung des Kunstobjekts vorgenommen werden. Dafür ist ein erheblicher Kraneinsatz beim Auf- und Abladen erforderlich. Die Wiederaufstellung des Kunstwerks soll Mitte oder Ende April 2020 am neuen Standort erfolgen.

Die Umsetzung des Mammutbaums wird von einem Spender auf großzügige Weise unterstützt. Auch der neue rund fünf Meter hohe Baum hat mit dem Freundeskreis Lichtentaler Allee einen Paten gefunden. Er soll auch die Pflanzung vornehmen.