Symbolkräftige Inszenierung: In John Neumeiers Produktion „Das Lied von der Erde“ für das Hamburg Ballett im Festspielhaus stehen wenige Elemente wie ein Kreis am Himmel oder ein Stück Wiese für eine bildhafte Deutung des Lebens. | Foto: Kiran West

Hamburg Ballett in Baden-Baden

Das Festspielhaus inspiriert John Neumeier

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John Neumeier kommt richtig ins Schwärmen: „Es ist toll, nach Baden-Baden zu kommen. Es ist ein Ort der Kreativität.“ Der Intendant des Hamburg Balletts stellt seine Inspirationen und Schaffenskraft in den kommenden Tagen im Festspielhaus unter Beweis.

„Nijinsky“ ist eine Hommage an den legendären Tänzer

Seine Compagnie tritt ihre traditionelle Herbstresidenz in der Bäderstadt an und bringt dafür zwei Produktionen mit: „Das Lied von der Erde“ (7. und 8. Oktober) zur Musik von Gustav Mahler und „Nijinsky“ (13. bis 15. Oktober), eine Hommage an den wohl berühmtesten Tänzer der Ballettgeschichte.  Vaslav Nijinsky war der legendäre Star der Ballets Russes und ein Erneuerer des Tanzes. Neumeier hält ihn schlichtweg für den ersten Superstar des 20. Jahrhunderts.

Inspiriert vom Festspielhaus: John Neumeier, Intendant des Hamburg Balletts, erläutert seine Inszenierungen. | Foto: Kiran West

Die Inszenierung bietet eine neue Sichtweise

Der Choreograf bezeichnet es als große Herausforderung, das „Lied von der Erde“, das er 2015 für das Ballett der Pariser Oper kreiert und ein Jahr später für sein Hamburg Ballett übernommen hat, nun erstmals bei einer Tournee im Festspielhaus zu präsentieren. „Es ist die Besonderheit dieser Bühne. Die Inszenierung erhält auf ihr neues Leben und erlaubt eine neue Sichtweise“, erläutert Neumeier in einem Pressegespräch.

Da wird mir ganz warm ums Herz

Andreas Mölich-Zebhauser, Intendant des Festspielhauses, charakterisiert die Produktion als großen Zyklus. Er freue sich sehr, dass das Hamburg Ballett seit fast 20 Jahren regelmäßig in Baden-Baden gastiert. „Da wird mir immer ganz warm ums Herz“, sagt Mölich-Zebhauser mit Blick auf Neumeiers Arbeit.

Neumeier sammelt alles über Vaslav Nijinsky

Der Ballettchef hat zu seinem Projekt „Nijinsky“ eine besondere Beziehung. Das tragische Schicksal des Tänzers faszinierte Neumeier bereits als Kind. Und diese Faszination hält bis heute an. Der Choreograf ist ein leidenschaftlicher Sammler: Fast alles, was es an Fotos, Kunstwerken, Artikeln, Büchern und anderen Memorabilien über Vaslav Nijinsky gibt, befindet sich in Neumeiers Besitz.

Der Choreograf rekonstruiert Originalschauplätze

Um diese einzigartige Sammlung für die Nachwelt zu erhalten, hat er sogar eine eigene Stiftung gegründet und in seinem Privathaus zwei Etagen für eine Präsentation dieser Stücke reserviert. „Ohne meine Sammlung hätte ich das Ballett ,Nijinsky’ nie machen können“, verrät er und bekräftigt, der Tänzer habe seine Arbeit ein Leben lang inspiriert und beeinflusst. Für die Ausstattung seines Werks hat er unter anderem Originalschauplätze und -kostüme rekonstruiert.

Ballett-Werkstatt bietet Einblicke

In einer Ballet-Werkstatt am Sonntag, 8. Oktober,  um 11 Uhr im Festspielhaus wird Neumeier dem Publikum dazu Einblicke in seine Arbeit gewähren.

Weitere Infos gibt es unter www.hamburgballett.de und www.festspielhaus.de