Vor der neuen Spielzeit: Das Theater Baden-Baden erhielt in der fünfwöchigen Sommerpause eine neue Lüftungs- und Klimaanlage. Auch die neue Probebühne geht rechtzeitig in Betrieb. | Foto: Klenk

Theater Baden-Baden

Probebühne ist zur neuen Spielzeit fertig

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Das Timing passt perfekt: Rechtzeitig zum Start in die aktuelle Spielzeit nimmt das Theater Baden-Baden die neue Probebühne, Schneiderei und den Kostüm-Fundus in einer ehemaligen Logistikhalle des früheren Kosmetik-Unternehmens Juvena in Baden-Oos in Betrieb. In den vergangenen Monaten hat die Stadt die Räume komplett umgestaltet und den Bedürfnissen des Theaters angepasst.

Der Kostüm-Fundus zieht noch um

„Es ist dort noch nicht alles ganz so weit wie erhofft“, räumte Intendantin Nicola May am Dienstag bei der Begrüßung des Ensembles und der Mitarbeiter zum Spielzeitstart nach der fünfwöchigen Sommerpause ein. Der Kostüm-Fundus werde erst an diesem Mittwoch komplett umziehen, um dann an der neuen Arbeitsstätte sofort mit den Vorbereitungen für die Produktion des Musicals „Cabaret“ loszulegen.

Einbau der Klimaanlage ist fest beendet

„In einem halben Jahr haben wir das alles vergessen und freuen uns, dass wir dort sind“, ist May überzeugt. Nach einer „interaktiven Wanderung“ von der Innenstadt über die teilweise neu gestaltete Grüne Einfahrt nach Oos an diesem Mittwoch besichtigt das Team zum ersten Mal die Probebühne. Auch im Haus am Goetheplatz wird sich der Komfort für Mitarbeiter und Besucher künftig verbessern. May zufolge gehen die Arbeiten zum Einbau einer neuen Klima- und Lüftungsanlage im Theater in den nächsten Tage dem Ende entgegen.

Motiviert und engagiert: Mit der Begrüßung durch Intendantin Nicola May und OB Margret Mergen startet das Team des Theaters in die Spielzeit 2018/19. | Foto: Rudolphi

Intendantin Nicola May blickt zurück

„Wir hatten eine schöne, erfüllende Spielzeit 2017/18“, bilanzierte May in einem kurzen Rückblick. Im Hinblick auf die Vorkommnisse in Chemnitz habe das Motto „Wer ist wir?“ der vergangenen Saison nach wie vor eine besondere Aktualität. Die Kunst müsse zeigen, wie Menschen unterschiedlich leben, denken und streiten können. „Dieses Motto müssten wir jedes Jahr haben“, betonte die Intendantin.

Die neue Saison steht unter dem Motto „Erben“

Die Stücke der jetzt anlaufenden Spielzeit stehen unter dem Titel „Erben“. Eine Kostprobe für die erste Produktion „Vor Sonnenuntergang“ von Gerhart Hauptmann (Premiere am 8. September) habe es bereits in der abgelaufenen Saison gegeben. Die Inszenierung übernimmt Regisseur Rudi Gaul, dessen neuester Film „Safari – Match Me If You Can“ demnächst auch in Baden-Baden ins Kino kommt. Das Motto „Erben“ sieht May unter anderem als Herausforderung, das schöne alte Theater mit aktuellen Stoffen und Themen zu beleben.

Stadt richtet Baden-Württembergische Theatertage aus

Eine schöne Gelegenheit dazu böten die Baden-Württembergischen Theatertage, die Baden-Baden vom 24. Mai bis 2. Juni ausrichtet. Sie sei Oberbürgermeisterin Margret Mergen und dem Gemeinderat dankbar, die Gelegenheit genutzt und dieses Festival kurz entschlossen in die Bäderstadt geholt zu haben. Die OB wies darauf hin, dass die Theatertage, die nach 2005 zum zweiten Mal in Baden-Baden stattfinden, eine große Chance seien, für die Stadt zu werben. Sie freue sich, dass May nach der Absage von Konstanz engagiert ihren Hut in den Ring geworfen habe.

Der Blick geht in die Zukunft

Das Motto „Erben“ für die aktuelle Spielzeit sei gut gewählt, betonte Mergen und verwies auf die gemeinsame Bewerbung Baden-Badens mit zehn weiteren Städten als Weltkulturerbe. Es gehe nicht darum, das Überlieferte nur zu bewahren und eine Käseglocke darüber zu stülpen, sondern das Ererbte konsequent in die Zukunft weiterzuentwickeln. Baden-Baden mit seiner reichen kulturellen, europäisch geprägten Vergangenheit sei als Ort prädestiniert, um die Idee Europas auch in Zukunft voranzubringen.

Holger Stolz ergänzt das Ensemble

Holger Stolz ist ab der Spielzeit 2018/19 neues festes Ensemblemitglied am Theater Baden-Baden. Der 43 Jahre alte Schauspieler wuchs in Daun in der Vulkaneifel auf. Nach dem Abitur und dem Grundstudium der Neuen Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Bonne studierte er ab 1999 Schauspiel an der Hochschule der Künste Berlin.

Neuer Schauspieler: Holger Stolz ergänzt zur aktuellen Saison das Ensemble im Haus am Goetheplatz. | Foto: Rudolphi

Der Schauspieler erhielt einige Auszeichnungen

Es folgten Arbeiten in den Sophiensälen und in dem Theater im Kino in Berlin. Ab 2003 arbeitete er im Festengagement am Rheinischen Landestheater Neuss, wo er in der Produktion „Moby Dick“ den Preis als bester Nachwuchsdarsteller beim NRW-Theatertreffen und den Förderpreis des Theaters Neuss erhielt. Von 2007 bis 2010 war Stolz festes Ensemblemitglied des Schlosstheaters Moers und anschließend am Theater Ansbach und den Schlossfestspielen Neersen engagiert.

Film und Fernsehen ergänzen die Bühnenarbeit

In den vergangenen Jahren verlagerte der Schauspieler seinen Lebensmittelpunkt nach Köln und setzte die Zusammenarbeit am Freien Werkstatt Theater, dem Theater der Keller und am Schlosstheater Moers in der Produktion „Richard III.“ fort, die 2017 beim NRW-Theatertreffen den Ensemblepreis erhielt.
Neben seiner Bühnenarbeit ist Stolz in kleineren Rollen bei Film und Fernsehen und regelmäßig in Produktionen diverser Filmschulen zu sehen. Zudem ist er als Sprecher für den WDR-Hörfunk und die Blindenbibliothek Bonn tätig.

Weitere Informationen gibt es unter www.theater.baden-baden.de.