Lichterfest: Die jüdische Gemeinde Baden-Baden feiert am Sonntag Chanukka in Balg. Künftig sollen größere Veranstaltungen im geplanten neuen Gemeindezentrum stattfinden. | Foto: dpa

Jüdische Gemeinde Baden-Baden

Neubau einer Synagoge ist geplant

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Chanukka, das achttägige Lichterfest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels, gehört zu den wichtigsten jüdischen Feiern. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Baden-Baden wird ihren Chanukka-Leuchter am sechsten Chanukka-Tag, das heißt am Sonntag, 17. Dezember, entzünden – und zwar in der Turn- und Festhalle Balg, weil die hiesige jüdische Gemeinde keine geeigneten eigenen Räume dafür hat.

Standort ist in der Fürstenbergallee

Das soll sich nun in naher Zukunft ändern. Die IKG plant den Neubau einer Synagoge, eines Gemeindezentrums und von etwa 20 Sozialwohnungen auf einem Grundstück in der Fürstenbergallee unmittelbar an der B500. Bisher nutzt die Gemeinde angemietete Räume in der Innenstadt. „Dort ist aber alles viel zu klein“, verweist Olexandr Odnopozov, Vorsitzender der IKG, auf den steigenden Platzbedarf der in den vergangenen Jahren auf fast 700 Mitglieder gewachsenen Gemeinde.

Räume für kulturelle und religiöse Veranstaltungen fehlen

Vor allem Räume für kulturelle und religiöse Veranstaltungen, aber auch für die von Rabbiner Daniel Naftoli Surovtsev neu initiierten Angebote für Kinder und Jugendliche fehlten. Das geplante Gemeindezentrum soll Abhilfe schaffen. Zudem liegt der vorgesehene Standort in der Weststadt Odnopozov zufolge verkehrsgünstig und ist für Gemeindemitglieder aus dem Raum Bühl und Rastatt gut zu erreichen.

Der jüdische Oberrat ist Bauherr des Gemeindezentrums

Nach Auskunft von Rami Suliman ist die Israelitische Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, der Dachverband von zehn jüdischen Gemeinden mit rund 5 000 Mitgliedern, Bauherrin des geplanten jüdischen Zentrums. Der Vorsitzende des Oberrats mit Sitz in Karlsruhe beziffert die erforderliche Investitionssumme auf vier bis fünf Millionen Euro. Nach Abbezahlung des Kredits werde die IRG die Immobilie der hiesigen Gemeinde übertragen.

Der Kaufvertrag ist noch nicht unterzeichnet

Suliman geht davon aus, dass das Projekt in etwa drei Jahren bezugsfertig sein wird.
Baden-Baden sei die einzige badische Gemeinde, die noch kein eigenes Zentrum besitze. Der Kaufvertrag für das Grundstück ist Suliman zufolge noch nicht unterzeichnet. Er hofft, dass das noch in diesem Jahr erfolgen werde. Das Rathaus sei über die Pläne informiert und begleite das Vorhaben positiv. Odnopozov betont, die IKG werde nach der Fertigstellung alle Räume in der Innenstadt aufgeben und auch die Verwaltung im künftigen Gemeindezentrum konzentrieren.

Ein neuer Friedhof soll in Baden-Oos entstehen

Die IKG hat noch weitere Pläne: Sie hat ein städtisches Grundstück gekauft, das an den Friedhof in Baden-Oos angrenzt, um dort einen jüdischen Friedhof zu errichten. Der Friedhof in Lichtental ist Odnopozov zufolge inzwischen komplett belegt. Der neue Friedhof soll Mitte 2018 zur Verfügung stehen.

Weitere Infos im Internet unter www.ikg-bad-bad.de