DIE NÄHE ZUM MENSCHEN sucht der schlaue Fuchs, weil er in Futterschalen für Katzen und zum Beispiel im Kompost leicht und bequem an Nahrung kommt. Foto: Carstensen

Füchse in Baden-Baden

Der schlaue Fuchs frisst Katzenfutter

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Beschauliche Abendstimmung im sommerlichen Garten. Plötzlich schimmern rund fünf Meter entfernt im Gebüsch zwei dicht stehende Augen. Nach einem kräftigen Händeklatschen spurtet ein großer Fuchs über das Nachbargrundstück davon. Beim Baden-Badener Forstamt häufen sich mittlerweile die Anrufe, wenn Menschen wieder einmal unvermittelt einem Fuchs begegnen. „Die Füchse sind sehr schlaue Tiere. Nicht umsonst sagt man schlau wie ein Fuchs. Überwiegend ernährt er sich von Mäusen. Aber weil er schlau ist geht er natürlich dort hin, wo er relativ leicht Nahrung findet. Und das ist eben auch im bewohnten Bereich“, schildert Robert Lang.

Keine Jagd auf Privatgelände

Vor allem, wenn Grundstücke in der Nähe von Wohnsiedlungen verbuschen, bietet das Füchsen ein beliebtes Domizil. In Lichtental hat ein Fuchs auf einem verwilderten Grundstück sogar seinen Bau errichtet und Welpen gezeugt. „Wenn wir von so etwas unterrichtet werden sind uns die Hände gebunden, denn wir Jäger können auf einem Privatgelände nicht tätig werden. Das ist durch das Polizeirecht klar geregelt“, erklärt der stellvertretende Amtsleiter vom Fachgebiet Forst und Natur.

Tollwut ist beseitigt

Die Begegnung von Mensch und Fuchs ist wegen der Tollwut-Gefahr prinzipiell nicht ungefährlich. „In diesem Fall können wir Entwarnung geben. Die Gegend hier ist tollwutfrei“, sagt Lang. Das war jedoch nicht immer so: Anfang der 80er Jahre zog eine Tollwut-Welle von Osten her kommend über das Land. Damals legte der Forst Impfköder aus, um die Gefahr zu beseitigen. Der Fuchs sucht die Nähe zum Menschen wegen der leicht auffindbaren Nahrung. „Oft stellen Hunde- oder Katzenbesitzer die Futterschalen auf die Terrasse oder in den Garten. Das ist natürlich für den schlauen Fuchs eine erstklassige Futterquelle. Immer wieder kommt es auch vor, dass Katzen von mehreren Menschen versorgt werden. Aus diesem Grund erhöht sich die Anzahl der Nahrungsquellen.

Kompost ist interessant

Und auch die Sachen auf dem Kompost sind für ihn sehr interessant. Eine faule Erdbeere oder eine Melonenschale sind für den Fuchs süße Leckereien“, gibt Robert Lang zu bedenken. „Bei guter Nahrungslage in den Wohnsiedlungen kann es schon einmal vorkommen, dass ein Fuchs sogar in die Terrassentür schaut. Der Fuchs hat durch den ständigen Geruch des Menschen in dieser Umgebung das Verhalten verändert. In der Regel flüchten die Tiere aber, wenn man klatscht oder auf sie zugeht.“
Gefährlich wird es, wenn die Tiere kein Fluchtverhalten zeigen. „Verdächtige Tiere weisen Verletzungen auf, weil sie wegen der starken Kopfschmerzen gegen Bäume oder Steine rennen“, beschreibt er das Krankheitsverhalten.

Ein Fall für den Kammerjäger

Ebenfalls von der Nähe des Menschen profitiert der Marder. „Der nistet sich ganz gerne im Dach ein, wo es trocken und warm ist und wird dann als nachtaktives Tier zu einem schlimmen Poltergeist“, gibt Robert Lang zu bedenken. Mit ihren Krallen sind die agilen Tiere ausgezeichnete Kletterer, die auch an Hauswänden und Dachschrägen hochkommen. „Kleine Ritzen reichen und die Marder gelangen auf den Dachboden. Dort können sie, abgesehen vom Gestank der Markierung, starke Schäden anrichten, wenn sie die Dämmung des Daches zerfetzen.“ Deshalb sollte man bei Marderbesuch sofort den Kammerjäger verständigen.
Immer wieder kommt es vor, dass Streuobstwiesen oder Flächen am Waldrand regelrecht durchpflügt werden. „Das spielt sich eher auf freien Grünflächen ab. Es wurden einige Drückjagden erfolgreich durchgeführt. Die Schweine finden in Streuobstwiesen und durch die milden Winter reichlich Nahrung durch Bucheckern und Eichensamen. Die nächsten Termine für die Drückjagden stehen schon fest“, berichtet Robert Lang. Zu den Tieren, welche die Nähe zum Menschen suchen zählt auch der Waschbär. „Den gibt es aber ganz selten. Einmal im Jahr kommt ein Anruf.“