Freude über den "Heimkehrer": Das älteste Automobil aus Gaggenauer Produktion, der "Orientexpress III", ist bis zum 30. Mai in der Kundenhalle der Sparkasse in Gaggenau zu sehen, danach bis zum 22. Juni im Kurhaus Baden-Baden. | Foto: Mandic

Oldtimer jetzt auf Werbetour

Die 5,5 PS-Motorkutsche ist zurück in Gaggenau

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Das Unimog-Museum Gaggenau kommt auf der Suche nach Spendern für den bereits vollzogenen Kauf der Motorkutsche mit dem klangvollen Namen „Orientexpress III“ Schritt für Schritt weiter, benötigt aber noch viele weitere Helfer. Die Sparkasse Baden-Baden Gaggenau gibt für den „Heimkehrer“ 5 000 Euro; ab sofort und noch bis zum 30. Mai ist das älteste Automobil aus Gaggenauer Produktion in der Kundenhalle der Sparkasse am Bahnhofsplatz ausgestellt. Direkt im Anschluss wird der Oldtimer im Kurhaus Baden-Baden (bis zum 22. Juni) zu sehen sein.

Wagen ist „einmalig“

Sparkassen-Vorstandschef Lothar Volle stellte bei der Ausstellungseröffnung der 5,5 PS-Motorkutsche aus dem Jahr 1897 die „Einmaligkeit“ des Wagens heraus und sprach von einem „großen Bedeutungsgewinn für das Unimog-Museum auf Jahre hinaus“. Nach seiner Werbetour wird der Oldtimer seinen Platz im Unimog-Museum direkt an der B 462 finden. Volle erkannte auch ein Stück gemeinsamer Geschichte von Baden-Baden und Gaggenau: War es doch der Baden-Badener Ingenieur Josef Vollmer, der das Fahrzeug einst mit einem Einzylinder-Motor nach seinen Plänen und unter seiner Regie in Bergmanns Industriewerken Gaggenau bauen ließ. Die jetzige Ausstellung in der Sparkasse mache es möglich, „ein Stück weit die Nähe zur Geschichte darzustellen“.

Kaufpreis: 280000 Euro

Der in England wohnende Australier Ron Mellowship hat den wertvollen Oldtimer für 280 000 Euro an das Unimog-Museum verkauft. Wenn man so will, aus Verbundenheit zu Gaggenau: Michael Wessel vom Unimog-Club Gaggenau hält bereits seit dem Jahr 2009 Kontakt zu Mellowship, war interessierter Zuschauer bei der legendären Oldtimer-Rallye von London nach Brighton, wo der „Orientexpress“ made in Gaggenau die Zieldurchfahrt feiern durfte.

2019 wird Jubiläumsjahr

Auf dem freien Markt hätte der Verkäufer für dieses einmalige und fahrbereite Uraltfahrzeug einen weit höheren Preis erzielen können, sagte bei der Ausstellungseröffnung Stefan Schwaab, Vorsitzender des Trägervereins Unimog-Museum. Dies habe ihm einer der bekanntesten Oldtimer-Sammler in Deutschland mitgeteilt, der ihn angerufen und ihm dazu gratuliert habe, das Auto nach Deutschland zurückgeholt zu haben. Oberbürgermeister Christof Florus stellte in seinem Grußwort in der Sparkasse die Verbindung zum Jubiläumsjahr 2019 her, dann heißt es „125 Jahre Automobilbau in Gaggenau“.